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Aktuelles

Antrag auf Mitgliedschaft für die Berufsvertretung
Antrag auf Mitgliedschaft für die Berufs
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LEVO  ab Februar 2015

V e r l a u t b a r u n g s t e x t
Verordnung der Steiermärkischen Landesregierung vom über die Festlegung von
Leistungen und Leistungsentgelten sowie Kostenzuschüssen nach dem Steiermärkischen
Behindertengesetz (StBHG Leistungs- und Entgeltverordnung 2015  –LEVO-StBHG
2015)
Auf Grund des § 5 Abs. 2, § 6 Abs. 3, § 24a Abs. 2, § 25a Abs. 2  und § 46 des Steiermärkischen
Behindertengesetzes, LGBl. Nr. 26/2004, zuletzt in der Fassung LGBl. Nr. 130/2014, wird verordnet:
1. Abschnitt
Leistungen und Leistungsentgelte
§ 1
Regelungsgegenstand
Dieser Abschnitt regelt
1. in Anlage 1 die sachlichen, fachlichen und personellen  Erfordernisse der für die Erbringung der
Hilfe erforderlichen Leistungen und die Maßnahmen der Qualitätssicherung und des Controllings
(Leistungskatalog),
2 in Anlage 2 die Leistungsentgelte (Entgeltkatalog),
3. in Anlage 3 die Ab- und Verrechnungsbestimmungen,
4. in Anlage 4 den Grad der Beeinträchtigung (inkl. Einstufungsformular) und den Pflege- und
Betreuungszuschlag.
§ 2
Zusätzliche Kostenübernahmen
Wenn es das Wohl des Menschen mit Behinderung erfordert, können zusätzlich Kosten für mobile
oder ambulante Leistungen übernommen werden.
2. Abschnitt
Kostenzuschüsse
§ 3
Kostenzuschüsse
Auf Antrag sind Menschen mit Behinderung folgende Kostenzuschüsse zu gewähren:
1. Kostenzuschüsse für Therapien (§ 4),
2. Kostenzuschüsse für Hilfsmittel (§ 5),
3. Kostenzuschüsse für die behindertengerechte Ausstattungvon Kraftfahrzeugen (§ 6),
4. Kostenzuschüsse für notwendige behinderungsbedingte baulicheMaßnahmen (§ 7),
5. Kostenzuschüsse für die Inanspruchnahme qualifizierter Gebärdensprachdolmetschleistungen
(§ 8),
6
6. Kostenzuschüsse für die Hilfe durch Training (§ 9).
§ 4
Kostenzuschüsse für Therapien
(1) Für folgende Therapien wird ein Kostenzuschuss gewährt:
1. Physiotherapie,
2. Ergotherapie,
3. Psychotherapie,
4. Logopädie,
5. Psychologische Behandlung,
6. Musiktherapie.
(2) Kostenzuschüsse gemäß Abs. 1 werden nur gewährt, wenn
1. die Therapie medizinisch oder gesetzlich anerkannt ist  und von einer hierzu befugten Person
durchgeführt wird und
2. eine Leistungsverpflichtung eines Sozialversicherungsträgers für diese Therapie nicht oder nur
zum Teil besteht.
(3) Bei Gewährung psychotherapeutischer und psychologischer Behandlung ist der
Bezirksverwaltungsbehörde ab der elften Sitzung ein Konzept vorzulegen, in welchem darzulegen ist, aus
welchen Gründen und in welchem Ausmaß weitere Behandlungen notwendig sind.
(4) Die Höhe des Kostenzuschusses beträgt  –nach Abzug der von einem Sozialversicherungsträger
allfällig übernommenen Kosten  –höchstens 24 Euro pro Stunde. Für Behandlungen, die weniger als eine
Stunde dauern, ist der Kostenzuschuss aliquot der tatsächlich aufgewendeten Behandlungszeit zu
gewähren. Die Begrenzung der Höhe des Kostenzuschusses gilt nicht für Einrichtungen, mit denen das
Land Steiermark vertraglich anderes vereinbart hat.
(5) Die Höhe des Kostenzuschusses für die Inanspruchnahme einerTherapie im Ausland richtet sich
nach dem Kostenzuschuss, der für diese Heilbehandlung im Inland gewährt würde.
§ 5
Kostenzuschüsse für Hilfsmittel
(1) Der Kostenzuschuss für Hilfsmittel beträgt 50 %, sofern das Hilfsmittel weder von einem
Sozialversicherungsträger noch von einem anderen Kostenträger finanziert wird.
(2) Übernimmt der Sozialversicherungsträger oder ein andererKostenträger einen Teil der Kosten
des Hilfsmittels, beträgt der Kostenzuschuss höchstens 30% und darf die Restkosten nicht übersteigen.
(3) Der Kostenzuschuss wird nur unter der Zugrundelegung der Kosten für das kostengünstigste und
am besten geeignete Hilfsmittel gewährt.
(4) Für Hilfsmittel zur Rehabilitation wird kein Kostenzuschussgewährt.
§ 6
Kostenzuschüsse für die behindertengerechte Ausstattung vonKraftfahrzeugen
(1) Für auf Grund der individuellen Bedarfe eines Menschen mit Behinderung erforderliche
Ausstattungen bei der Neuanschaffung oder beim Umbau von Kraftfahrzeugen wird ein Kostenzuschuss
in Höhe von maximal 2.600 Euro gewährt.
(2) Ein Antrag auf Kostenzuschuss gemäß Abs. 1 kann frühestens nach fünf Jahren neuerlich gestellt
werden.
§ 7
Kostenzuschüsse für notwendige behinderungsbedingte bauliche Maßnahmen
(1) Sind auf Grund der individuellen Bedarfe eines Menschen mit Behinderung bauliche
Maßnahmen beim Neubau, beim Zubau und bei Änderungen von Wohnungen oder Wohnhäusern
erforderlich, wird auf Antrag ein Kostenzuschuss gewährt.
(2) Ein Kostenzuschuss wird nur für in der Steiermark gelegene Wohnungen/Wohnhäuser gewährt.
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(3) Dem Antrag auf Kostenzuschuss sind eine Aufstellung der geplanten behinderungsbedingten
Maßnahmen und deren Kosten sowie der Nachweis, dass die Wohnung/das Wohnhaus dem Menschen
mit Behinderung als Hauptwohnsitz dient, anzuschließen.
(4) Der Kostenzuschuss ergibt sich aus dem Betrag der notwendigenKosten des
behinderungsbedingten Mehraufwandes abzüglich eines Eigenleistungsanteiles von 20% und ist mit dem
40-Fachen des Richtsatzes gemäß § 10 Abs. 1 Z. 1 lit. a StBHG begrenzt.
(5) Ein neuerlicher Kostenzuschuss für die gleiche bauliche Ände rung kann frühestens nach fünf
Jahren gewährt werden.
§ 8
Kostenzuschüsse für die Inanspruchnahme qualifizierter Gebärdensprachdolmetschleistungen
(1) Für die Inanspruchnahme von Dolmetschtätigkeit für die österreichische Gebärdensprache wird
Gehörlosen oder schwerst hörbeeinträchtigten Personenüber Antrag ein Kostenzuschuss –ausgenommen
für die Erlangung oder Sicherung eines Arbeitsplatzes und fürberufsbezogene Schulungsmaßnahmen  –
gewährt, wenn die Kosten nicht von einem anderen Rechtsträger oder im Rahmen eines
Verwaltungsverfahrens übernommen werden und eine qualifizierte Übersetzung von Lautsprache in
Gebärdensprache oder von Gebärdensprache in Lautsprache fürdie Lebensbewältigung der
Antragstellerin/des Antragstellers erforderlich ist.
(2) Die Höhe des Kostenzuschusses beträgt
1. pro halbe Stunde Dolmetschtätigkeit 27 Euro und
2. pro Stunde Zeitversäumnis 23 Euro.
(3) Zusätzlich zum Kostenzuschuss werden die Kosten der Gebärdensprachdolmetscherin/des
Gebärdensprachdolmetschers für öffentliche Verkehrsmittel ersetzt. Ist nachweisbar, dass die Benützung
öffentlicher Verkehrsmittel nicht möglich oder die Benützung des  eigenen Personenkraftwagens
kostengünstiger ist, erfolgt die Verrechnung von Kilometergeld.
§ 9
Kostenzuschüsse für die Hilfe durch Training
(1) Für die Inanspruchnahme von Hilfe durch Training wird Menschen mit
Sinnesbeeinträchtigungen  –zur Förderung der Selbständigkeit und Befähigung ihr Leben in  ihrer
gewohnten oder gewählten Umgebung zu führen –über Antrag ein Kostenzuschuss gewährt.
(2) Ein Kostenzuschuss erfolgt für maximal 50 Einheiten.
(3) Die Höhe des Kostenzuschusses beträgt für die Mobilitäts- und Orientierungstrainings sowie für
die Vermittlung lebenspraktischer Fertigkeiten für blindeund sehbehinderte Menschen pro Einheit, das
ist eine Betreuungszeit zu 45 Minuten exklusive 15 Minuten Vorbereitungszeit, maximal 60 Euro.
(4) Die Hilfe durch Training hat durch qualifizierte Personen zu erfolgen.
(5) Zusätzlich zum Kostenzuschuss werden die Kosten für öffentliche Verkehrsmittel ersetzt. Ist
nachweisbar, dass die Benützung öffentlicher Verkehrsmittelnicht möglich oder die Benützung des
eigenen Personenkraftwagens kostengünstiger ist, erfolgt dieVerrechnung von Kilometergeld.
3. Abschnitt
Schlussbestimmungen
§ 10
Übergangsbestimmungen
(1) § 3a der Stmk. BHG-Leistungs- und Entgeltverordnung, LGBl. Nr. 43/2004 in der Fassung
LGBl. Nr. 43/2011, bleibt durch diese Verordnung unberührt.
(2) MitarbeiterInnen von Einrichtungen und Diensten der Behindertenhilfe, die im Zeitpunkt des
Inkrafttretens der Verordnung LGBl. Nr. /2014 (im Folgenden als LEVO-StBHG 2015 bezeichnet) das
50. Lebensjahr vollendet haben und über mehr als 8000 Stunden Berufspraxis bei einer
Einrichtung/einem Dienst der Behindertenhilfe innerhalb der letzten zehn Jahre verfügen, gelten  –
vorbehaltlich der Einhaltung der Bestimmungen des Steiermärkischen Sozialbetreuungsberufegesetzes  –
als qualifiziert.
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(3) MitarbeiterInnen von Einrichtungen und Diensten der Behindertenhilfe, die im Zeitpunkt des
Inkrafttretens der LEVO-StBHG 2015  in den Hilfeleistungen IV.A. ‚Vollzeitbetreutes Wohnen für
psychisch beeinträchtigte Menschen‘, IV.B. ‚Teilzeitbetreutes Wohnen für psychisch beeinträchtigte
Menschen‘, IV.C. ‚Betreute Wohngemeinschaft für psychisch  beeinträchtigte Menschen‘, V.A.
‚Beschäftigung in Einrichtungen für psychisch beeinträchtigteMenschen‘ und VI.A. ‚Mobile
sozialpsychiatrische Betreuung‘  gemäß Anlage 1 der Stmk. BHG  –Leistungs- und Entgeltverordnung,
LGBl. Nr. 43/2004 zuletzt in der Fassung LGBl. Nr. 39/2014 (imFolgenden als LEVO-StBHG 2004
bezeichnet), tätig waren und die eine Grundqualifikation  gemäß Anlage 1 der LEVO-StBHG 2004
nachweisen können, gelten für die entsprechende Hilfeleistung gemäß Anlage 1 der LEVO-StBHG 2015
als qualifiziert.
(4) MitarbeiterInnen von Einrichtungen und Diensten der Behindertenhilfe, die im Zeitpunkt des
Inkrafttretens der LEVO-StBHG 2015 in den Hilfeleistungen IV.A.  ‚Vollzeitbetreutes Wohnen für
psychisch beeinträchtigte Menschen‘,  IV.B.  ‚Teilzeitbetreutes Wohnen für psychisch beeinträchtigte
Menschen‘,  IV.C.  ‚Betreute Wohngemeinschaft für psychisch beeinträchtigteMenschen‘,  V.A.
‚Beschäftigung in Einrichtungen für psychisch beeinträchtigteMenschen‘und VI.A.  ‚Mobile
sozialpsychiatrische Betreuung‘  gemäß Anlage 1 der LEVO-StBHG 2004 tätig waren und die keine
Grundqualifikation gemäß Anlage 1 der LEVO-StBHG 2004 nachweisen  können, gelten für die
entsprechende Hilfeleistung gemäß Anlage 1 der LEVO-StBHG  2015 bis 31. Dezember 2018 als
qualifiziert. Haben diese MitarbeiterInnen bis zu diesemZeitpunkt die  Ausbildung zur ‚Akademischen
Fachkraft für Sozialpsychiatrie‘oder eine gleichwertige Ausbildung (60 ECTS) oder die Ausbildung
zur/zum Psychotherapeuten/in oder die Ausbildung zur/zum Psychiatrischen Gesundheits- und
Krankenschwester/-pfleger jeweils in einer Ausbildungseinrichtung, welche vom Bund oder von einem
Land anerkannt ist, absolviert, gelten sie auch über diesen Zeitpunkt hinaus für die entsprechende
Hilfeleistung als qualifiziert.
(5) Die im Zeitpunkt des Inkrafttretens der LEVO-StBHG 2015 aufgrund von rechtskräftigen
Entscheidungen zuerkannte Hilfeleistung I.A. ‚Vollzeitbetreutes Wohnen für Menschen mit Behinderung‘
gilt ab Inkrafttreten der der LEVO-StBHG 2015 als aufgrund der Rechtslage der LEVO-StBHG 2015
zuerkannt.
(6) Die im Zeitpunkt des Inkrafttretens der LEVO-StBHG 2015 aufgrund von rechtskräftigen
Entscheidungen zuerkannten Hilfeleistungen II.A. ‚Beschäftigung in Tageswerkstätten produktiv/kreativ‘,
II.B. ‚Beschäftigung in Tageseinrichtungen mit Tagesstruktur‘ und V.A. ‚Beschäftigung in Einrichtungen
für psychisch beeinträchtigte Menschen‘ werden bis längstens 31. Dezember 2015 gewährt.
(7) Die im Zeitpunkt des Inkrafttretens der LEVO-StBHG 2015 aufgrund von rechtskräftigen
Entscheidungen zuerkannten Hilfeleistungen II.C.  ‚Berufliche Eingliederung Arbeitstraining‘,II.D.
‚Berufliche Eingliederung in Werkstätten‘,  II.E.  ‚Berufliche Eingliederung durch betriebliche Arbeit‘,
V.B.  ‚Berufliche Eingliederung für psychisch beeinträchtigte Menschen  -  Zusatzpaket Diagnostik‘ und
V.C.  ‚Berufliche Eingliederung für psychisch beeinträchtigte Menschen  - Arbeitsrelevante
Kompetenzförderung‘ werden bis längstens 31. Dezember 2015 gewährt. Rechtskräftige Entscheidungen
gemäß § 8 StBHG im Zusammenhang mit Lehrverhältnissen gemäß § 8b BAG treten spätestens mit Ende
der Lehrverhältnisse außer Kraft.
(8) Die im Zeitpunkt des Inkrafttretens der LEVO-StBHG 2015 rechtskräftigen Bewilligungen
gemäß § 44 StBHG  für die Hilfeleistungen II.A. ‚Beschäftigung in Tageswerkstätten produktiv/kreativ‘
und/oder II.B. ‚Beschäftigung in Tageseinrichtungen mit Tagesstruktur‘  und/oder II.C. ‚Berufliche
Eingliederung Arbeitstraining‘ und/oder II.D. ‚Berufliche Eingliederung in Werkstätten‘ und/oder II.E.
‚Berufliche Eingliederung durch betriebliche Arbeit‘ und/oder   V.B. ‚Berufliche Eingliederung für
psychisch beeinträchtigte Menschen -  Zusatzpaket Diagnostik‘ und/oder V.C. ‚Berufliche Eingliederung
für psychisch beeinträchtigte Menschen -  Arbeitsrelevante Kompetenzförderung‘bleiben für jene
Einrichtungen der Behindertenhilfe, die Hilfeleistungen gemäß Abs. 6 und 7 erbringen, bis längstens 31.
Dezember 2015 in Kraft. Die Verrechnung dieser Hilfeleistungenerfolgt nach den Bestimmungen der
Anlage 3 der LEVO-StBHG 2004. Die Tagsätze für die Verrechnung dieser Hilfeleistungen werden wie
folgt festgesetzt:
Kurz-bezeichnung:
Grad der
Beeinträchtigung:
Art:  Euro:
II. Teilstationäre LA:
A. Beschäftigung in Tageswerkstätten
produktiv/kreativ
BT-TWS
BHG
1.) leicht  TS  60,92
2.) mittel  TS  77,72
3.) hoch  TS  132,34
4.) höchst  TS  184,85
9
B. Beschäftigung in Tageseinrichtungen mit
Tagesstruktur
BT-TS BHG
3.) hoch  TS  149,15
4.) höchst  TS  201,66
C. Berufliche Eingliederung Arbeitstraining
EGH-AT
BHG
TS  53,57
D. Berufliche Eingliederung in Werkstätten
(Vorbereitung, Ausbildung, Umschulung)
EGH-WS
BHG
TS  72,48
E. Berufliche Eingliederung durch
betriebliche Arbeit
EGH-BETR    TS  48,32
V. Teilstationäre LA:
A. Beschäftigung in Einrichtungen für
psychisch beeinträchtigte Menschen
BT PSY    PS  97,54
B. Berufliche Eingliederung für psychisch
beeinträchtigte Menschen - Zusatzpaket
Diagnostik
EGH-Di PSY    PS  1.342,33
C. Berufliche Eingliederung für psychisch
beeinträchtigte Menschen -Arbeitsrelevante
Kompetenzförderung
EGH-KF
PSY
TS  73,28
(9) Einrichtungen der Behindertenhilfe, die im Zeitpunkt des Inkrafttretens der LEVO-StBHG 2015
über rechtskräftige Bewilligungen gemäß § 44 StBHG für die Hilfeleistungen II.A.  ‚Beschäftigung in
Tageswerkstätten produktiv/kreativ‘  und/oder II.B.  ‚Beschäftigung in Tageseinrichtungen mit
Tagesstruktur‘  und/oder II.C. ‚Berufliche Eingliederung Arbeitstraining‘ und/oder II.D. ‚Berufliche
Eingliederung in Werkstätten‘ und/oder II.E. ‚Berufliche Eingliederung durch betriebliche Arbeit‘
verfügen, können innerhalb von drei Monaten ab Inkrafttreten der LEVO-StBHG 2015 neue
Betriebskonzepte für die Hilfeleistung II.A. ‚Tagesbegleitung und Förderung‘und/oder Hilfeleistung II.B.
‚Teilhabe an Beschäftigung in der Arbeitswelt‘der Anlage 1 der LEVO-StBHG 2015 zur Bewilligung
vorlegen. Ab Vorlage des Betriebskonzeptes bis zur Erteilung  der Bewilligung ist die Hilfeleistung
entsprechend der Anlage 1 der LEVO-StBHG 2015 zu erbringen und gemäß Anlage 2 und 3 der LEVO-StBHG 2015 zu verrechnen.
§ 11
Inkrafttreten
Diese Verordnung tritt mit 1. Februar 2015 in Kraft.
§ 12
Außerkrafttreten
Mit Inkrafttreten dieser Verordnung treten nachstehende Verordnungen außer Kraft:
1. die Stmk. BHG-Leistungs- und Entgeltverordnung, LGBl Nr.43/2004, zuletzt in der Fassung
LGBl. Nr. 39/2014, und
2. die Kostenzuschussverordnung-StBHG, LGBl. Nr. 97/2010, zuletzt in der Fassung LGBl.
Nr. 20/2014.
Für die Steiermärkische Landesregierung:
Landeshauptmann Voves
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Erläuterungen
1. Anlass und Zweck der Neuregelung:
Der Landtag Steiermark hat mit Beschluss Nr. 942 vom 1. Juli 2014, kundgemacht unter
LGBl. Nr. 94/2014, das Steiermärkische Behindertengesetz (StBHG) novelliert.
Grund der Novelle war zum einen der  Bericht des Rechnungshofes zum Thema „Sozialabteilung der
Landesregierung Steiermark und Bundessozialamt  –  Koordination und Parallelität“ aus dem Jahr 2012.
Zum anderen sollte die Novelle die Grundlage dafür schaffen, bestehende Leistungen der
Arbeitsintegration für Menschen mit Behinderung, die Zielgruppe des StBHG sind, inklusiver und
passgenauer  –und damit verstärkt im Sinne des Übereinkommens über dieRechte von Menschen mit
Behinderungen, BGBl. III Nr. 155/2008, (UN-Behindertenrechtskonvention) –zu gestalten.
Um die gesetzlichen Grundlagen umzusetzen, sind auch auf derVerordnungsebene Überarbeitungen des
Leistungsspektrums der Anlage 1 (im Wesentlichen in Bezug aufdie Leistungen gemäß §§ 8 und 16
StBHG) vorzunehmen.
Aufgrund der Tatsache, dass durch die Einfügung eines § 1a in dasSteiermärkische Behindertengesetz
nunmehr auf Gesetzesebene definiert wird, wer als „Mensch mit Behinderung“ im Sinne des StBHG gilt,
müssen die diesbezüglichen Bestimmungen in der Kostenzuschussverordnung-StBHG, LGBl.
Nr. 36/2009 zuletzt der Fassung LGBl. Nr. 20/2014, entfallen. Dieverbleibenden Regelungen der
Kostenzuschussverordnung-StBHG werden nunmehr in die Leistungs- und Entgeltverordnung überführt.
Diese Überführung soll auch zu einer besseren Übersichtüber das Leistungsspektrum des
Steiermärkischen Behindertenrechtes beitragen.
Da die Leistungs- und Entgeltverordnung seit 2006 bereits zehnmal novelliert wurde, ist die Verordnung
aus folgenden Erwägungen zur Gänze neu zu erlassen: alle Paragraphen (mit Ausnahme des § 3a)
erfahren eine Überarbeitung, überdies wird auch der Verordnungstitel geändert und werden alle Anlagen
zur Gänze neu erlassen.
2. Inhalt:
a)  Neuordnung bzw. Überarbeitung des Leistungsspektrums:
Aufgrund der Novelle des StBHG wird eine Neuordnung bzw. Überarbeitung des Leistungsspektrums der
LEVO-StBHG im Bereich der Eingliederungshilfe und Beschäftigung notwendig. Durch die
Neuformulierung des § 8 StBHG, die Abgrenzung zu Leistungen,die von Seiten des
Sozialministeriumservice, des Arbeitsmarktservice oderder Pensionsversicherungsanstalten angeboten
werden und die verstärkte programmatische Ausrichtung des StBHGauf Inklusion von Menschen mit
Behinderung, wird im klassischen Bereich der Behindertenhilfe eine neue Leistung II.B.  ‚Teilhabe an der
Beschäftigung in der Arbeitswelt‘(TaB BHG) eingefügt. Da die neue Leistung II.B. Elemente der
bisherigen Leistungen der Eingliederungshilfe  (‚Berufliche Eingliederung Arbeitstraining‘ und
‚Berufliche Eingliederung in Werkstätten‘)umfasst und einen Rahmen bieten soll, um in Hinkunft die
Unterstützung und Begleitung für Menschen mit Behinderung indiesem Lebensbereich noch passgenauer
umsetzen zu können, haben die Leistungen  ‚Berufliche Eingliederung Arbeitstraining‘ (EGH AT) und
‚Berufliche Eingliederung in Werkstätten‘ (EGH WS)  zugunsten der neuen Hilfeleistung TaB BHG zu
entfallen bzw. werden entsprechende Übergangsbestimmungen  sowohl für die Leistungserbringung im
Zusammenhang mit rechtskräftigen Individualbescheiden als auch für die bestehenden Bewilligungen der
Einrichtungen der Behindertenhilfe vorgesehen.
Aufgrund der verstärkten Zielsetzung auf eine bestmögliche Inklusion von Menschen mit Behinderung in
die Arbeitswelt ist es auch notwendig, die geltende Leistungsbeschreibung der Leistungsart II.A.
‚Beschäftigung in Tageswerkstätten produktiv/kreativ‘(BT-TWS BHG) neu zu formulieren. Dies wird
zum Anlass genommen, um eine Weiterentwicklung dieses Leistungsbereiches vorzunehmen, der zum
einen einen besseren Rahmen für ein personenzentriertes Arbeiten mit Menschen mit Behinderung im
Bereich der Tagesbegleitung und -förderung bieten soll und zumanderen den sich aufgrund der in vielen
Einrichtungen älter werdenden KlientInnenstruktur stellenden Herausforderungen entsprechen soll.
Im Zuge der Abgrenzung zu Leistungen anderer Kostenträger ist derEntfall der Hilfeleistungen V.B.
‚Berufliche Eingliederung für psychisch beeinträchtigte Menschen  –Zusatzpaket Diagnostik‘(EGH-Di
PSY) und V.C.  ‚Berufliche Eingliederung für psychisch beeinträchtigte Menschen  –Arbeitsrelevante
Kompetenzförderung‘(EGH-KF PSY) vorgesehen. Dieses Leistungsangebot ist alsintensivere Form der
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Arbeitsrehabilitation eher dem arbeitsmarktpolitischen  Bereich zuzuordnen als den Leistungen der
Behindertenhilfe. Folglich wird die Leistung als wichtiges Angebot im sozialpsychiatrischen
Betreuungsnetzwerk auch im Arbeitsmarktförderungsbereich positioniert werden. Entsprechende
Auslaufbestimmungen werden auch hier vorgesehen.
Durch den Entfall des § 14a StBHG verliert die Leistung II.E.  ‚Berufliche Eingliederung durch
betriebliche Arbeit‘(EGH-BETR) ihre gesetzliche Grundlage und muss daher entfallen. Hier werden
ebenso Auslaufbestimmungen festgelegt.
b)  Teilhabe an der Beschäftigung in der Arbeitswelt:
Die neu eingefügte Leistung II.B.  ‚Teilhabe an Beschäftigung in der Arbeitswelt‘ (TaB BHG)  hat das
Ziel, Menschen mit Behinderung bestmöglich in ihrem persönlichen Kompetenzaufbau zu unterstützen.
Der Mensch mit Behinderung soll primär befähigt werden eine Berufsausbildung nach dem
Berufsausbildungsgesetz oder eine Anstellung in Betrieben desersten Arbeitsmarktes (gegebenenfalls mit
Unterstützung, z. B. durch Lohnförderungen nach den BEinstG) bzw. in trägereigenen Betrieben
(Betriebe von Leistungserbringern gemäß § 43 StBHG, die übereine gewerberechtliche
Betriebsbewilligung verfügen, Betriebe, die in einem ständigen wirtschaftlichen Austausch stehen und die
Merkmale eines Gewerbebetriebes erfüllen oder land- und  forstwirtschaftliche Betriebe) zu realisieren.
Zugleich soll es die Leistung im Sinne der Inklusion ermöglichen, dass Menschen mit Behinderung
dauerhaft bei einer Beschäftigung begleitet werden und damit einen Platz in der Arbeitswelt finden
sollen.
c)  Tagesbegleitung und Förderung:
Der Fokus der Leistung II.A.  ‚Tagesbegleitung und Förderung‘ (B&F BHG) soll auf die Beschäftigung
bzw. Tagesstrukturierung, die Stabilisierung, die aktive Teilnahme an produktiven und/oder kreativen
Arbeits- und Beschäftigungsprozessen (gesellschaftlicheIntegration) und  –gegebenenfalls  –die
Vorbereitung auf den inklusiven Bereich (§ 8 StBHG) gelegt werden.
Allgemeines Leistungsziel ist die Schaffung und zur Verfügungsstellung von Beschäftigungsangeboten,
Angeboten zur persönlichen Förderung und Bildung, zur sozialen Integration und gegebenenfalls der
notwendigen Pflege.
Die neue Leistung  ‚Tagesbegleitung und Förderung‘  soll sowohl für die Zielgruppe der Menschen mit
Behinderung, die aktuell über einen Bescheid der Leistungsart  ‚Beschäftigung in Tageseinrichtungen mit
Tagesstruktur‘ (BT TS BHG) verfügen, als auch für jene KlientInnen der Leistungsart  ‚Beschäftigung in
Tageswerkstätten produktiv/kreativ‘  (BT TWS BHG), bei welchen eine Begleitung und Betreuung im
Rahmen der „Teilhabe an der Beschäftigung in der Arbeitswelt“nicht angezeigt scheint, zur Verfügung
stehen. Darüber hinaus soll für die Zielgruppe der SeniorInnen mit Behinderung die Möglichkeit eines
seniorInnengerechten Tagesförderungsangebotes geschaffen werden.
d)  Klarere Determination der Qualifikationsanfordernisse im Bereich der sozialpsychiatrischen
Leistungsarten der LEVO-StBHG:
In der Vergangenheit hat es aufgrund der bisher demonstrativen  Aufzählung der
Qualifikationsanforderungen im Bereich der sozialpsychiatrischen Leistungsarten wiederholt
Unsicherheiten in Bezug auf die Anerkennung von Ausbildungen sowohl auf Seiten der MitarbeiterInnen,
als auch auf Seiten der Einrichtungen und Dienste der Behindertenhilfe gegeben. Nunmehr soll durch
eine klare Regelung und taxative Aufzählung, welche Ausbildungen in den sozialpsychiatrischen
Leistungsarten als qualifiziert anerkannt werden, Rechtssicherheit geschaffen werden. Die Klarstellung
gilt für alle Neuaufnahmen ab Inkrafttreten dieser Verordnung. Für MitarbeiterInnen, die vor Inkrafttreten
der Verordnung bereits beschäftigt sind und im Rahmen der Ausbildungserfordernisse der Fassung der
LEVO-StBHG vor Inkrafttreten dieser Verordnung nicht als qualifiziert anerkannt werden können,
werden entsprechende Übergangsbestimmungen bzw. Aufschulungsregelungen vorgesehen.
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e)  Einfügung von Kostenzuschüssen für die Hilfe durch Training:
Durch LGBl. Nr. 94/2014 wurde in das StBHG ein neuer § 6 Abs. 7 eingefügt („Hilfe durch Training“).
Hierzu zählt sowohl Mobilitäts- und Orientierungstrainingals auch die Vermittlung lebenspraktischer
Fertigkeiten für blinde und sehbehinderte Menschen. Demnach können Menschen mit
Sinnesbeeinträchtigungen diese Hilfeleistung in Anspruch nehmen, wenn dadurch die Selbstständigkeit
des Menschen mit Behinderung gefördert wird und dieser befähigt wird, sein Leben in seiner gewohnten
oder gewählten Umgebung zu führen.
Durch die Verordnung wird nunmehr die Höhe des Kostenzuschusses für die Inanspruchnahme von Hilfe
durch Training festgesetzt. Ein Antrag auf Kostenzuschuss kann  für maximal 50 Einheiten gestellt
werden (einmalig bzw. wenn die Hilfe neuerlich notwendig wird, da sich die gewohnte Umgebung
ändert). Durchgeführt werden darf die Hilfe durch Training nur durch qualifizierte Personen.
Sowohl für die Mobilitäts- und Orientierungstrainings als auch für die Vermittlung lebenspraktischer
Fertigkeiten für blinde und sehbehinderte Menschen gebühren  maximal 60 Euro pro Einheit
(Betreuungszeit zu 45 Minuten exklusive 15 Minuten Vorbereitungszeit).
Zusätzlich zum Kostenzuschuss werden die Kosten für öffentliche Verkehrsmittel ersetzt. Ist
nachweisbar, dass die Benützung öffentlicher Verkehrsmittelnicht möglich oder die Benützung des
eigenen Personenkraftwagens kostengünstiger ist, erfolgt dieVerrechnung von Kilometergeld.
f)  Übergangsbestimmungen:
In Ausführung der Regelungen des § 57c StBHG, idF LGBl. Nr. 94/2014, werden im 3. Abschnitt
entsprechende Übergangsbestimmungen sowohl für rechtskräftige Entscheidungen über Hilfeleistungen
(Individualbescheide) als auch für rechtskräftige Bewilligungen von Einrichtungen der Behindertenhilfe
vorgesehen.
In den Übergangsbestimmungen ist ausgeführt, dass Menschen mitBehinderung Hilfeleistungen, die
aufgrund von rechtskräftigen Entscheidungen vor der Neuerlassung  der Verordnung zuerkannt wurden
jedenfalls bis 31. Dezember 2015 in Anspruch nehmen können. U nbefristete Bescheide und Bescheide,
deren Außerkrafttreten nach dem 31. Dezember 2015 datiert ist, treten mit Ablauf des 31. Dezember 2015
außer Kraft. Für den Zeitraum nach dem 31. Dezember 2015 ist einNeuantrag bei der zuständigen
Bezirksverwaltungsbehörde zu stellen. Ebenso ist vorzugehen,wenn ein Bescheid vor dem 31. Dezember
2015 ausläuft.
Aufgrund der Situation, dass bestimmte Hilfeleistungen in der Fassung vor Inkrafttreten der Neuerlassung
der Verordnung noch bis 31. Dezember 2015 weiterzugewähren sind,  zugleich jedoch mit Inkrafttreten
dieser Verordnung nur mehr die neu eingefügten Hilfeleistungen zuerkannt werden, wird die Situation
eintreten, dass bis zum 31. Dezember 2015 die Hilfeleistungen gemäß §§ 8 und 16 StBHG sowohl in der
Fassung vor als auch in der Fassung nach Inkrafttreten dieser Verordnung von den Einrichtungen der
Behindertenhilfe zu erbringen sein werden, also für den Zeitraum eines Jahres sowohl die „alten“ als auch
die „neuen“ Hilfeleistungen parallel erbracht werden. Das bedeutet auch, dass zum Zeitpunkt des
Inkrafttretens der Neuerlassung der Verordnung bestehende Bewilligungen bis zum Ablauf des 31.
Dezember 2015 aufrecht bleiben, wenn die Einrichtungen Hilfeleistungen erbringen, die vor Inkrafttreten
der Neuerlassung der Verordnung zuerkannt wurden (§ 10 Abs. 8). Für  die Erbringung der
Hilfeleistungen in der Fassung nach der Neuerlassung der Verordnung haben die Einrichtungen neue
Betriebskonzepte für die neuen Hilfeleistungen zur Bewilligung vorzulegen (§ 10 Abs. 9).
3. Besonderheiten des Normerzeugungsverfahrens:
Keine.
4. Verhältnis zu Rechtsvorschriften der Europäischen Union:
Die vorgesehenen Regelungen fallen nicht in den Anwendungsbereich des Rechts der Europäischen
Union.
5. Kostenfolgen der beabsichtigten Regelung:
Durch die Neuordnung und Überarbeitung des Leistungsspektrums  der LEVO-StBHG im Bereich der
beruflichen Integration und der Beschäftigung ergeben sich  verschiedene Wechselwirkungen und
Verschiebungen zwischen den Leistungsarten der Behindertenhilfe.
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Im Bereich der Betreuung und Begleitung in Tageswerkstätten  ist mit einer Ausgabenreduktion zu
rechnen, da in Hinkunft Menschen mit einem geringeren Grad der Beeinträchtigung verstärkt im Rahmen
der Teilhabe an Beschäftigung in der Arbeitswelt ihren Platzfinden sollen. In diesem Bereich werden
sich daher die Kosten vice versa erhöhen. Zugleich werdensich durch die neu geschaffenen
Betreuungsangebote für ältere Menschen mit Behinderung Kostenverschiebungen ergeben.
In Zusammenschau der verschiedenen Effekte ist mit Minderausgaben von rund 960.000,- Euro (100%)
zu rechnen. Daraus ergeben sich für den Landesanteil (60%) 580.000,- und für die Sozialhilfeverbände
sowie die Stadt Graz (40%) rund 380.000,- Euro.
Darüber hinaus ist eine Anpassung der Leistungspreise auf  die marktüblichen Wertsteigerungen
vorzusehen. Mit 1. Februar 2015 tritt die kollektivvertraglich vereinbarte Erhöhung der Gehälter der
MitarbeiterInnen der Sozialwirtschaft (BAGS KV) in Höhe von 2,6% (Valorisierung von 2,03 % plus
Steiermark-Korridor von 0,57%) in Kraft. Der Verbraucherpreisindex im Durchschnitt der Monate
November 2013 bis Oktober 2014 beträgt 1,68%. Diese Werte werden  jeweils den Personal- und
Sachkostenkomponenten zugerechnet und werden die entsprechendeLeistungspreise demgemäß erhöht.
Durchschnittlich ergibt sich daraus eine Erhöhung in Höhe von 2,28%,
Im Jahr 2013 wurden für die Leistungen der LEVO-StBHG (ohne persönliches Budget) rund 176,3 Mio
Euro aufgewendet (100%). Durch die Anpassung der Leistungspreise kommt es auf Basis des
Rechnungsabschlusses 2013 insgesamt einen budgetären Mehraufwand von rund 4,019 Mio. Euro. Der
Landesanteil in der Höhe von 60% beträgt daher rund 2,411 Mio. Euro. Der Anteil der
Sozialhilfeverbände bzw. der Stadt Graz in der Höhe von 40%  beträgt rund 1,607 Mio. Euro. Diese
Preisanpassung wird ab 1. Februar 2015 wirksam.
14
Anlage 1
1
LEISTUNGSBESCHREIBUNGEN
Leistungsarten der klassischen Behindertenhilfe  Seite
I. Stationäre LA:
A. Vollzeitbetreutes Wohnen für Menschen mit Behinderung  WH BHG  2
B. Trainingswohnung für Menschen mit Behinderung  TW BHG  9
C. Teilzeitbetreutes Wohnen  TBEW BHG  15
II. Teilstationäre LA:
A. Tagesbegleitung und Förderung  B&F BHG  21
B. Teilhabe an Beschäftigung in der Arbeitswelt  TaB BHG  28
III. Mobile LA:
A. Interdisziplinäre Frühförderung und Familienbegleitung  IFF  35
B. Interdisziplinäre Sehfrühförderung und Familienbegleitung  IFF-Seh  40
C. Interdisziplinäre audiologische Frühförderung und Familienbegleitung  IFF-Hör  45
D. Wohnassistenz  ASS-W  50
E. Familienentlastungsdienst  FED BHG  55
F. Freizeitassistenz  ASS-F  61
Sozialpsychiatrische Leistungsarten
IV. Stationäre LA:
A. Vollzeitbetreutes Wohnen für psychisch beeinträchtigte Menschen  WH PSY  64
B. Teilzeitbetreutes Wohnen für psychisch beeinträchtigte Menschen  TZW PSY  69
C. Betreute Wohngemeinschaft für psychisch beeinträchtigte Menschen  SPWG PSY  74
V. Teilstationäre LA:
A. Beschäftigung in Einrichtungen für psychisch beeinträchtigte Menschen  BT PSY  80
VI. Mobile LA:
A. Mobile sozialpsychiatrische Betreuung  MS-BET PSY  85
Geldleistung
VII.
A. Persönliches Budget  PERS BUD  90
15
Anlage 1
2
Vollzeitbetreutes Wohnen für Menschen mit Behinderung (WH BHG) I. A.
1. Funktion und Ziele
1.1. DEFINITION
Kurzbeschreibung:
Vollzeitbetreutes Wohnen richtet sich an Jugendliche nach Beendigung der Schulpflicht, Erwachsene mit
intellektueller/kognitiver, körperlicher, Sinnes- bzw. mehrfacher Behinderung. Vollzeitbetreutes Wohnen hat
Menschen mit Behinderung, die auf eine weitgehend durchgängige Betreuung und Hilfestellung durch
professionelles Fachpersonal angewiesen sind, eine bedarfs- und bedürfnisorientierte Form der Begleitung und
Unterstützung in allen Bereichen der privaten Lebensgestaltung anzubieten.  Die Intensität der
Unterstützungsleistung hat sich von der Assistenz und Hilfestellung über die Anleitung und Aktivierung bis hin
zum stellvertretenden Handeln zu erstrecken.
In der Regel stehen diese Menschen mit Behinderung tagsüber in Beschäftigungoder nehmen eine externe
Tagesstruktur in Anspruch.
Ziel:
Den betreuten KlientInnen muss mit dem vollzeitbetreuten Wohnen die Möglichkeit eröffnet werden,
Unterstützung bei der Durchsetzung ihres Willens und ihrer Bedarfe sowieadäquate Hilfestellung bei der
Führung eines möglichst normalisierten und selbstbestimmten Lebens zuerhalten.
Die angebotene Unterstützung und Begleitung ermöglicht insbesondere:
·  die erfolgreiche Bewältigung der alltäglichen Lebensführung und Beziehungsgestaltung
·  die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben
·  Selbsterfahrung und Persönlichkeitsentwicklung
·  Gesundheitsfürsorge und -vorsorge
·  das Übernehmen von mitverantwortlichen Tätigkeiten im Wohnbereich
Die Konkretisierung der Ziele erfolgt jeweils im Sinne der persönlichen Zukunftsplanung.
1.2. ZIELGRUPPE
Vollzeitbetreutes Wohnen wendet sich an
·  Jugendliche nach Beendigung der Schulpflicht und
·  Erwachsene
mit intellektueller/kognitiver, körperlicher, Sinnes- bzw. mehrfacher Behinderung (auch Doppeldiagnose, wenn
im Vordergrund die intellektuelle Beeinträchtigung steht).
Diese Personen benötigen unbedingt bei wesentlichen alltäglichen Verrichtungenumfassende Unterstützung,
Förderung und Hilfestellung.
1.2.1 Zuweisungskriterien, die einzeln oder kumulativ vorliegen
KlientInnen, die diese Leistung in Anspruch nehmen, müssen mit einer  mittleren, hohen oder höchsten
Beeinträchtigung leben, die es für sie notwendig macht, beim Wohnen  und in der Freizeit in hohem Ausmaß
betreut und gefördert zu werden. Allgemein gilt, dass sich die KlientInnen ausfreiem Willen für diese
Leistungsart entscheiden müssen.
Die Menschen mit Behinderung
·  leben z.B. vor der Aufnahme zu Hause und wollen im Sinne von Loslösung von der Stammfamilie ihr
Elternhaus verlassen;
·  möchten auf Grund einer Veränderung in der familiären Bezugssituation(Überforderung, Erkrankung
oder Tod der Eltern/Angehörigen) eine betreute Wohnform für Menschen mit Behinderung in Anspruch
nehmen;
·  leben bereits in einer Einrichtung oder einem Pflegeheim und möchten ihre Wohnsituation verändern.
16
Anlage 1
3
1.2.2 Ausschließungsgründe
Die Leistungsart darf von KlientInnen nicht in Anspruch genommen werden,
·  die eine Suchterkrankung haben,
·  die einen überwiegend altersbedingten oder ausschließlichen Pflegebedarf zu Beginn der
Inanspruchnahme der Leistung haben,
·  die eine dauerhafte intensivmedizinische Versorgung brauchen,
·  bei denen vordergründig eine psychische Erkrankung vorliegt
·  die in einer geringer betreuten Wohnform leben können.
1.3. AUSWAHL DES DIENSTES
Die Zuerkennung der Leistung hat sich an der Subsidiarität und dem Prinzipdes „Lebens mit Unterstützung“ zu
orientieren. Es ist jede Fallkonstellation so zu lösen, dass die Bedürfnisse/Interessen des Menschen mit
Behinderung bestmöglich berücksichtigt werden und dass mobile bzw. ambulante Leistungen vor stationären
Leistungen anzubieten sind.
Kombinationsmöglichkeit mit LEVO-Leistungen:
Vollzeit-betreutes
Wohnen
Trainings-Wohnung
Teilzeit-betreutes
Wohnen
Tagesbegleitung
und Förderung
Teilhabe an
Beschäftigung
Vollzeitbetreutes
Wohnen
Nein Nein  Ja Ja
Frühförderung
Wohn-assistenz
Familien-entlastung
Freizeit-assistenz
Persönliches
Budget
Vollzeitbetreutes
Wohnen
Nein Nein Nein  Nein Nein
2. Leistungsangebot
Die Leistungserbringung hat sich an der Zielvorgabe im Individualbescheid auszurichten. Das
Leistungsspektrum richtet sich an den Lebensvorstellungen und Ressourcen des Menschen mit Behinderung aus
und umfasst neben den Umsetzungsmöglichkeiten auch persönliche undlebenspraktische Aspekte.
2.1. GRUNDSÄTZE UND METHODISCHE GRUNDLAGEN
Grundsätze bezeichnen fundamentale Prinzipien der Inklusion und alltags- bzw.lebensweltorientierte Ansätze
behindertenpädagogischen bzw. sozialpsychiatrischen Handelns.
Prinzipien und Grundsätze der Inklusion und Teilhabe:
·  Selbstbestimmte Lebensführung und Einbeziehung in die Gemeinschaft: Menschen mit
Behinderung haben gleichberechtigt die Möglichkeit ihren Aufenthaltsort zu wählen, zu entscheiden,
wo und mit wem sie leben und haben Zugang zu gemeindenahen Unterstützungsdiensten zu Hause und
in Einrichtungen.
·  Normalisierung:Gleichberechtigte Teilhabe und Teilnahme am Leben der nicht behinderten
Menschen. Die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderung entsprechen weitgehend denen von
Menschen ohne Behinderung.
·  Inklusion und Partizipation:Inklusion ist die untrennbare Einheit von sozialer Gemeinschaft und
einer am einzelnen Menschen orientierten Erziehung, Bildung und Lebensgestaltung aller ihrer
Mitglieder. Menschen mit Behinderung erhalten das notwendige Maß an Unterstützung für eine aktive
Partizipation am gesellschaftlichen Leben.
·  Unteilbarkeit:Grundsätzlich kann jeder Mensch mit Behinderung, unabhängig von Art, Ausmaß und
Schweregrad der Behinderung, inklusiv an der Gesellschaft teilhaben. Alle an konkreten
Hilfeplanungen und Maßnahmen beteiligten Personen arbeiten freiwillig mit.
·  Ganzheitlichkeit:Die jeweilige Lebenswirklichkeit ist angemessen zu berücksichtigen und in alle
Maßnahmen von Förderung und Lebensbewältigung einzubeziehen.
17
Anlage 1
4
·  Individualisierung:Alle Unternehmungen, die Lebensqualität erhalten und verbessern sowie
Handlungskompetenzen zur Lebensbewältigung betreffen, müssen aufden einzelnen Menschen
ausgerichtet sein und Wünsche, Bedürfnisse und Besonderheiten einbeziehen.
·  Wahlrecht und Selbstbestimmung: An der Inklusion ausgerichtete Prozesse sollen in adäquater Form
miteinander geplant, durchgeführt und reflektiert werden.
·  Empowerment:  Menschen mit Behinderung treffen Entscheidungen, die ihre Person betreffen selbst
bzw. sie sind zumindest maßgeblich an den Entscheidungsprozessen beteiligt. Die Selbstständigkeit
dient der Förderung und Stärkung des persönlichen Handlungsspielraums und der Eigenverantwortung
und somit der Gleichstellung mit Menschen ohne Behinderung.
·  Kommunikation/Zugang zu Informationen: Bei Bedarf wird  „Unterstützte Kommunikation“als
Methode angewandt; Vereinbarungen sind mit den Menschen mit Behinderung  zu erarbeiten und in
einer leicht verständlichen Version (Leichter Lesen) zu gestalten.
·  Mitgestaltung der Dienstleistung:  Die Leistungserbringung wird durch/von NutzerInnen mitgestaltet
und in ihrer Erbringungsqualität bewertet. Der Träger von Einrichtungen der Behindertenhilfe hat die
Bildung einer Interessensvertretung der KlientInnen (BewohnerInnenrat) in geeigneter Weise anzuregen
und zu unterstützen. Bei allen wichtigen Fragen (z.B. Hausordnung oder Änderung des
Leistungsangebotes) ist die gewählte Interessensvertretung zu hören und hat einMitwirkungsrecht.
2.2. GRUNDSÄTZE DER PÄDAGOGISCHEN BETREUUNGSARBEIT
Aufbauend auf den Fähigkeiten des Menschen mit Behinderung (Fähigkeitsprofil), unter Berücksichtigung
seines Willens und seiner Pläne, seiner sozialen Einbettung und realistischer beruflicher und persönlicher
Perspektiven sind für die Menschen mit Behinderung effiziente und zielführende Ausblicke in die Zukunft zu
entwickeln und Maßnahmen in erforderlichem Umfang und in notwendiger Intensität zu setzen.
Die Träger haben ein Betreuungs- und Begleitungskonzept der Leistungserbringung zu entwickeln und
schriftlich festzuhalten, welches auf die Zielgruppe und die Art der Leistung abgestimmt ist.
Im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe und Nutzung der sozialen Ressourcen giltes insbesondere Folgendes zu
begleiten und zu fördern:
Unterstützung, Betreuung und Begleitung:
Die Gestaltung der Wohn- und Förderangebote muss sich an folgenden qualitativen Kriterien orientieren:
·  Orientierung am Förder- und Unterstützungsplan im Sinne einer persönlichen Zukunftsplanung:
Abläufe sind so zu gestalten, dass die jeweiligen Fähigkeiten und Erwartungen der Menschen mit
Behinderung berücksichtigt, gefördert und erweitert werden.
·  Förder- und Bildungsangebote: Die Tätigkeiten sollen Erfolgserlebnisse undSelbständigkeit
ermöglichen; eine sinnvolle Abstimmung der Leistungen wirkt Monotonie entgegen und fördert das
Interesse.
·  Anwendung von aktuellen Methoden und Erkenntnisse der Pädagogik, Förderung und Pflege.
Die Angebote sind bedarfsgerecht im Sinne der Normalität und Hilfe zur Selbsthilfe auszurichten.
Zl.  Leistungsspektrum
1  Heranziehen eines praxis- und stärkenbezogenen Fähigkeitsprofils undeinem daraus folgenden
Entwicklungsplan bzw. Erstellung eines solchen im Sinne einer persönlichen Zukunftsplanung sowie
Koordination des Unterstützerkreises im Sinne eines zielorientieren Vorgehens.
2  Gemeinsam mit dem Menschen mit Behinderung/Unterstützerkreis vorbereiten, planen und Durchführen
der Maßnahmen im Wohnbereich und sozialen Umfeld (Gemeindenähe)
3  Förder- und Bildungsangebote (Lesen, Schreiben, Rechnen, Mobilität; …)
4  Unterstützen und Fördern der Wohnfähigkeit (Hauswirtschaft, Ernährung, Finanzen, Hygiene, …)
5  Ausbau und Förderung bzw. Erhalt von lebenspraktischen und sozialenFähigkeiten
6  Organisation und Begleitung von sozialen Aktivitäten
7  Festkultur im Jahreslauf
8  Angebote von gesundheitsfördernden Maßnahmen (Bewegung, Fitness, …)
9  Krisenbewältigung
10  Gewährleistung bzw. Organisation der notwendigen Pflegeleistungen
18
Anlage 1
5
2.3. LEISTUNGSUMFANG
Die Leistung ist an 365 Tagen/Jahr wie folgt zu erbringen:
Art  Inhalt/Tätigkeit  Durchgängige
Anwesenheit/
Erreichbarkeit
Tagdienst –wochentags
Tagdienst –wochenends
Aktiver Betreuungsdienst; pädagogische, pflegerische, betreuerische
Aktivitäten bzw. Versorgung
An Sams-, Sonn- und Feiertagen
06.00 –08.00 Uhr
16.00 –22.00 Uhr
06.00 –22.00 Uhr
Nachtarbeitsbereitschaft  Anwesenheit in der Einrichtung, schläft –wird aktiv bei Bedarf (selbst
wahrgenommen bzw. aktive Anfrage eines Bewohners/einer Bewohnerin);
durch pädagogisches oder pflegerisches Fachpersonal (nur mit
abgeschlossener Ausbildung lt. Personalausstattung) abzudecken
22.00 –06.00 Uhr
Tagbereitschaft  Ansprechperson für BewohnerInnen, die keiner Beschäftigung nachgehen
bzw. wegen (vorübergehender) Krankheit oder Urlaub zuhause sind.
Anwesenheit in der Einrichtung, wird aktiv bei Bedarf (selbst wahrgenommen
bzw. aktive Anfrage eines Bewohners/einer Bewohnerin).
08.00 –16.00 Uhr
Nachtdienst  Aktiver Nachtdienst bei Bedarf
Verpflegung:
·  zu den Leistungszeiten Frühstück, Jause, Mittagessen, Abendessen, Getränke;
·  über die bedarfsgerechte Inanspruchnahme entscheidet der Mensch mit Behinderung mit.
Das IHB-Team hat folgende Aufgaben:
·  Festlegung des Betreuungsziels
3. Qualitätssicherung
Unter Qualität versteht man die Gesamtheit von Eigenschaften und Merkmalen einesProduktes oder einer
Dienstleistung, die sich auf deren Eignung zur Erfüllung festgelegter odervorausgesetzter Erfordernisse
beziehen. Um den Bezug zwischen den Merkmalen einer Leistung und den Anforderungen, die an sie gestellt
werden, herstellen zu können, müssen Zieldefinition (Was soll erreicht werden? Womit soll es erreicht werden?)
und Zielerreichung (Welche Maßnahmen wurden gesetzt? Wie wurden die Zieleerreicht?) weitestgehend
übereinstimmen.
3.1. STRUKTUR-STANDARDS
3.1.1 Wohneinrichtung/Wohnverbund
Einrichtungsgröße:Richtwert: 12 KlientInnen
Die Dienstleistung vollzeitbetreutes Wohnen kann in unterschiedlichen Wohnformen angeboten werden, wie
·  Verbund von Einzel- bzw. Paarwohnungen im selben Wohnhaus/in derselben Wohnanlage
·  Wohngemeinschaften im Wohnhaus (kleine organisatorische Einheiten für maximal 4 Personen)
Standort und Umgebung:
·  Es ist sicher zu stellen, dass es den BewohnerInnen möglich ist am gesellschaftlichen und kulturellen
Leben teilzunehmen.
·  Es ist sicher zu stellen, dass eine entsprechende Infrastruktur (Geschäfte, Lokale, Ärzte, …) vorhanden
ist bzw. diese genutzt werden kann.
·  Die Anbindung an ein öffentliches Verkehrsnetz muss in der Form gegeben sein, dass dieses
lebenspraktisch gut nutzbar ist.
Raumbedarf:  Richtwert: 45m
2
Gesamtraumbedarf je Mensch mit Behinderung
·  Überwiegend Einbettzimmer (ab ca. 14 m
2
)
·  Zweibettzimmer (ab ca. 22 m
2
) zur Betreuung von Paaren oder bei ausdrücklichem Wunsch der
betroffenen BewohnerInnen)
·  Sanitärbereiche mit der Möglichkeit zur Durchführung von Pflegeleistungen
·  Küche-, Wohn-, Ess- und Freizeitbereiche
·  Nebenräume in Form von Abstell-, Wirtschaftsräumen und Garagen
19
Anlage 1
6
·  Personalräume (Büro, Schlafmöglichkeit, Sanitärbereich)
Die konkreten Ausstattungsmerkmale der Einrichtung sind im Rahmen des jeweiligen
Betriebsbewilligungsverfahrens festzulegen.
Die Einrichtung ist jeweils nach den aktuellen bautechnischen Normen und dem aktuellen Stand der Technik zu
errichten, insbesondere bzgl. der Vorgaben zu barrierefreiem Bauen und Einrichten.
3.1.2 Fachpersonal
(Pädagogische) Leitung:
Das Leitungspersonal richtet sich nach der Anzahl des Betreuungspersonals.
Maximalwert: 6,7 % Dienstposten je 100 % BetreuerInnendienstposten
Gesamtpersonalbedarf:
Die Anzahl des einzusetzenden Betreuungs-/Fachpersonals richtet sich nach der Anzahl der zu betreuenden
Menschen mit Behinderung sowie deren festgelegten Grad der Beeinträchtigung; zu berücksichtigen ist auch der
individuelle Betreuungsbedarf.
Eine kurzfristige Unterschreitung dieses Bedarfs an Betreuungs-/Fachpersonalist nur bei nicht planbaren
Situationen im Rahmen eigener pädagogischer Verantwortung, und sofern eine ordnungsgemäße Betreuung der
KlientInnen gewährleistet ist, zulässig.
Der konkrete, tatsächliche Bedarf an fachlich qualifiziertem Personal wird über den Grad der Beeinträchtigung
der Menschen mit Behinderung (Anlage 4) und die jeweilige betriebliche Ablauforganisation definiert.
Personalbedarf:
Mittlerer Grad der Beeinträchtigung 45 % DP/KlientIn
Hoher Grad der Beeinträchtigung 60 % DP/KlientIn
Höchster Grad der Beeinträchtigung 70 % DP/KlientIn
Personalausstattung/Qualifikation:
Schlüsselqualifikationen des Fachpersonals müssen soziale Kompetenz, Kommunikationsfähigkeit,
Organisationstalent, Verlässlichkeit, Belastbarkeit und Fähigkeit zur Selbstreflexion sein.
Das multiprofessionelle Team setzt sich aus nachfolgend angeführten Berufsgruppen zusammen, die
Ausbildungen müssen (außer beim Fachpersonal in Ausbildung) zur Gänzeabgeschlossen sein; der
Personaleinsatz orientiert sich am jeweiligen Aufgabenfeld des erlernten Berufes:
Diplom- und FachsozialbetreuerInnen mit Spezialisierung BB, BA und A (MitarbeiterInnen von Trägern der
Behindertenhilfe, die am 1. Juni 2011 als BehindertenpädagogIn oder Behinderten(fach)betreuerIn tätig waren,
gelten bis 31. Dezember 2014 als qualifiziert), Studienabschluss Pädagogik mit  Schwerpunkt Heil- und
Sonderpädagogik, Sozialpädagogik, Integrationspädagogik und heilpädagogische Psychologie,
PflichtschullehrerInnen mit Lehramt (Volks-, Haupt-, Sonder-, Polytechnische Schule und Religionspädagogik),
SonderschullehrerInnen, SozialarbeiterInnen, AbgängerInnen der Akademie undder FH Studien Soziale Arbeit,
Bundeslehranstalt und Kolleg für Sozialpädagogik, PsychologInnen, PflegehelferInnen, Dipl. Gesundheits- und
Krankenschwestern/-pfleger, Fachpersonal in Ausbildung (keine PraktikantInnen) zu einem der oben
aufgezählten Berufe (maximal 30 % des Fachpersonals).
Weiters kann maximal ein/eine Fach-SozialhelferIn  mit der Ausbildung „Integrative Behindertenbegleitung
(IBB)“ je Einrichtung im Rahmen der 30 %-Regelung zur Unterstützung und unter Anleitung des Fachpersonals
eingesetzt werden.
PflegehelferInnen können im Ausmaß von bis zu maximal 30% der erforderlichen Dienstposten nach den oben
angeführten Voraussetzungen eingesetzt werden. Zusammen mit dem Fachpersonal in Ausbildung darf ein
Maximalwert von 40% der gesamt einzusetzenden Dienstposten nicht überschrittenwerden.
Fachpersonal in Ausbildung darf nur unter entsprechender fachlicher Anleitung tätig werden.
20
Anlage 1
7
Für die pflegerische Unterstützung ist zumindest die Ausbildung „Unterstützung bei der Basisversorgung“ nach
dem StSBBG nachzuweisen.
Die Anordnung und Aufsichtspflicht ist im Bereich des Assistenz- undUnterstützungsbedarfs sowie der
Grundpflege durch eine Fachkraft aus dem gehobenen Dienst der Gesundheits- und Krankenpflege sicher zu
stellen.
Ausbildungen müssen in Ausbildungseinrichtungen oder Lehrbetrieben,  welche vom Bund bzw. den Ländern
anerkannt sind, abgeschlossen werden.
Für sämtliche Berufe, einschließlich der Aus- und Fortbildung, gelten die  entsprechenden gesetzlichen
Bestimmungen (wie StSBBG, GuKG etc.).
3.2. PROZESS-STANDARDS
Die Prozess-Standards stellen sich in der Planung, Strukturierung und im Ablauf der Leistungserbringung dar.
Art und Inhalt der Leistungserbringung ergeben sich aus den Zielen der Leistungsart.
3.2.1 Organisation
·  Darstellung der strukturellen Gegebenheiten, wie Standort, Infrastruktur, Räumlichkeiten und Ausstattung,
Personalausstattung, Leistungsangebote, …)
·  Aufbau- und Ablauforganisation müssen in einem Organisationshandbuch dargestellt werden
(Organigramm, Funktionsbeschreibungen, Stellenbeschreibungen, Leitbild, Verhaltenskodex, internes
Qualitätsmanagement …).
·  Im allgemeinen Betreuungskonzept hat die Ausformung der Leistung (Darstellung und Beschreibung der
Ziele, Maßnahmen und Methoden) auf die Einrichtung bezogen zu erfolgen.
3.2.2 Dokumentation
Anhand der Dokumentation muss der Betreuungs-/Unterstützungsverlauf nachvollziehbar sein.
Die klientInnenspezifischeDokumentation hat, soweit wie möglich, in Kooperation mit dem/der Betreuten und
Unterstützerkreis während der Betreuungszeit zu erfolgen und insbesondere Folgendes zu enthalten (in diesem
Zusammenhang sind die jeweiligen berufsrechtlichen Vorgaben zu beachten):
·  Zuweisungsdiagnose, Anamnesebogen, Interessensabklärung, Fähigkeitsprofil
·  Dokumentation der Aufnahme in Form einer Stammdatenerhebung (allgemein,  pflegerisch) des
Unterstützungs-/Förderbedarfes, der Kompetenzen und Ressourcen, Betreuungsvereinbarung, Erfassen
von Erwartungen und Zielen des Menschen mit Behinderung, zusätzliche Vereinbarungen mit Personen
aus dem Herkunftssystem (Eltern, Unterstützerkreis), Notfallsblatt, Gesundheitsblatt (Medikamente und
Befunde) und dergleichen
·  Verlaufsdokumentation der erbrachten Leistungen auf Grundlage der Ziel- und Entwicklungsplanung
sowie regelmäßige Evaluierung der gesetzten Interventionen und Zieleerreichung  (persönliche
Entwicklungsplanung)
·  Abschluss- bzw. Erfolgsbericht
·  Bei Pflegeleistungen muss eine Anordnung lt. GuKG (Arzt, DGKS/P) erfolgen sowie  eine
Pflegeplanung gegeben sein und es müssen Durchführungsnachweise geführt werden.
·  Abschlussdokumentation der Betreuungs-/Förderleistung inklusive Maßnahmenerfolg
(Entwicklungsfortschritt) und weiterführende Empfehlungen
Die einrichtungsspezifischeDokumentation hat insbesondere Folgendes zu enthalten:
·  Erfassen der Qualifikationen, Fortbildungen und Supervisionen des Fachpersonals
·  Einsatzpläne (Dienstplan) des Fachpersonals
·  Dokumentation von Teambesprechungen
·  Erarbeiten und Erstellen eines Betriebskonzeptes, sexualpädagogischen Konzeptes  bzw. eines
Regelwerkes für Akutinterventionen
3.2.3 Fachpersonal/Personalentwicklung
·  Fortbildungen sind wahrzunehmen.
21
Anlage 1
8
·  Teambesprechungen und Supervisionen sind je nach Erfordernis abzuhalten und in Anspruch zu
nehmen.
·  Die Einschulung neuer MitarbeiterInnen ist sicherzustellen.
3.3. ERGEBNIS-STANDARDS
Die Ergebnis-Standards sind auf mehreren Ebenen darzustellen:
·  NutzerInnenorientierte Sichtweise (Wahrnehmung der Leistungseigenschaften)
a) Erwartete Leistung (bei Aufnahme bzw. lt. Betreuungsvereinbarung = erwartungsorientiert)
b) Objektive Leistungsentwicklung (lt. Ziel- und Entwicklungsplan bzw. bei Leistungsabschluss =
ergebnisorientiert)
c) Subjektive Wahrnehmung der Leistung durch den/die NutzerInnen (= erlebnisorientiert)
·  Trägerorientierte Sichtweise
a) Festlegen von Kennzahlen, die zur internen Evaluation der Qualität im Sinne einer
Selbstbewertung geeignet sind
b) Leistungsstandards als Maß für die Qualitätskontrolle
Die Prüfung des individuellen Maßnahmenerfolgs (im Sinne der individuellen Zielplanung) erfolgt über die
leistungszuerkennenden Behörden je nach Bedarf und Erfordernis durch Einholung eines
Sachverständigengutachtens.
22
Anlage 1
9
Trainingswohnung für Menschen mit Behinderung (TW BHG) I. B.
1. Funktion und Ziele
1.1. DEFINITION
Kurzbeschreibung:
Spezifische Aufgabe der Trainingswohnung ist es, die persönliche Wohnfähigkeit zu entwickeln bzw. zum
alleinigen Wohnen (evtl. mit Unterstützung) zu befähigen. Die Trainingswohnung hat sich an Jugendliche nach
Beendigung der Schulpflicht und Erwachsene mit intellektueller/kognitiver,körperlicher, Sinnes- bzw.
mehrfacher Behinderung zu richten. Die Betreuung in der Trainingswohnung  hat die Entwicklung einer
zunehmenden Selbstständigkeit und Selbstbestimmung im Wohn-, Alltags- und Freizeitbereich zu unterstützen
und zu fördern. Die KlientInnen müssen sich auf eine autonomere Formdes Wohnens vorbereiten. Im Regelfall
befinden sich die KlientInnen in einem Beschäftigungs-, Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis. Die Leistung der
Trainingswohnung muss im Regelfall auf die Dauer von 2 Jahren befristet angeboten werden. In begründeten
Ausnahmefällen kann diese Frist um ein weiteres Jahr verlängert werden.
Ziel:
In der Trainingswohnung werden die persönlichen Fähigkeiten, Fertigkeiten und das erforderliche Wissen
vermittelt, sodass die Personen mit der so erworbenen „Wohnfähigkeit“ in der Lage sind,  selbstständig
(eventuell unterstützt durch Wohnassistenz bzw. im teilzeitbetreuten Wohnen) zu leben. Die teilnehmenden
Personen werden durch die Aneignung lebenspraktischer Fähigkeiten undKenntnisse auf ein (weitestgehend)
selbstständiges Wohnen und eine bestmögliche gesellschaftliche Inklusionvorbereitet. Eine Konkretisierung der
Ziele erfolgt jeweils im Rahmen individueller Hilfeplanung.
1.2. ZIELGRUPPE
Die Trainingswohnung hat sich an Jugendliche (nach Beendigung der Schulpflicht) und Erwachsene mit
intellektueller/kognitiver, körperlicher, Sinnes- bzw. mehrfacher Behinderung zu richten. Diese Personen
benötigen wesentliche pädagogische Interventionen/Förderungen zur Erreichungder Ziele.
1.2.1 Zuweisungskriterien, die einzeln oder kumulativ vorliegen
Die KlientInnen müssen sich aus eigener Überzeugung bzw. freiem Willen für diese Wohnform entscheiden. Sie
müssen sich auf eine autonomere Form des Wohnens vorbereiten.
Die KlientInnen
·  leben derzeit zu Hause und wollen im Sinne von Loslösung von der Stammfamilie ihr Elternhaus
verlassen,
·  nehmen aufgrund einer Veränderung in der familiären Bezugssituation (Erkrankung oder Tod der
Eltern/Angehörigen) die Trainingswohnung in Anspruch,
·  leben bereits in einer Einrichtung und wollen ihre Wohnsituation verändern.
1.2.2 Ausschließungsgründe
Die Trainingswohnung darf von KlientInnen nicht in Anspruch genommen werden,
·  die suchtkrank sind,
·  die einen überwiegend altersbedingten oder ausschließlichen Pflegebedarf zu Beginn der
Inanspruchnahme der Leistung haben,
·  die eine dauerhafte intensivmedizinische Versorgung brauchen,
·  die eine ausschließlich psychische Erkrankung haben und/oder
·  die in einer geringer betreuten Wohnform leben können.
1.3. AUSWAHL DES DIENSTES
Die Zuerkennung der Leistung hat sich an der Subsidiarität und dem Prinzip des „Lebens mit Unterstützung“ zu
orientieren. Es ist jede Fallkonstellation so zu lösen, dass die Bedürfnisse/Interessen des Menschen mit
23
Anlage 1
10
Behinderung bestmöglich berücksichtigt sind und dass mobile bzw.  ambulante Leistungen vor stationären
Leistungen anzubieten sind.
Kombinationsmöglichkeit mit LEVO-Leistungen:
Vollzeit-betreutes
Wohnen
Trainings-Wohnung
Teilzeit-betreutes
Wohnen
Tagesbegleitung
und Förderung
Teilhabe an
Beschäftigung
Trainings-Wohnung
Nein  Nein  Ja Ja
Früh-förderung
Wohn-assistenz
Familien-entlastung
Freizeit-assistenz
Persönliches
Budget
Trainings-Wohnung
Nein  Nein  Nein  Nein Nein
2. Leistungsangebot
Die Leistungserbringung hat sich an der Zielvorgabe im Individualbescheid auszurichten. Das
Leistungsspektrum richtet sich an den Lebensvorstellungen und Ressourcen des Menschen mit Behinderung aus
und umfasst neben den Umsetzungsmöglichkeiten auch persönliche undlebenspraktische Aspekte.
2.1. GRUNDSÄTZE UND METHODISCHE GRUNDLAGEN
Grundsätze bezeichnen fundamentale Prinzipien der Inklusion und alltags- bzw. lebensweltorientierte Ansätze
behindertenpädagogischen bzw. sozialpsychiatrischen Handelns.
Prinzipien und Grundsätze der Inklusion und Teilhabe:
·  Selbstbestimmte Lebensführung und Einbeziehung in die Gemeinschaft: Menschen mit
Behinderung haben gleichberechtigt die Möglichkeit ihren Aufenthaltsort zu wählen, zu entscheiden,
wo und mit wem sie leben und haben Zugang zu gemeindenahen Unterstützungsdiensten zu Hause und
in Einrichtungen.
·  Normalisierung:Gleichberechtigte Teilhabe und Teilnahme am Leben der nicht behinderten
Menschen. Die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderung entsprechen weitgehend denen von
Menschen ohne Behinderung.
·  Inklusion und Partizipation:  Inklusion ist die untrennbare Einheit von sozialer Gemeinschaft und
einer am einzelnen Menschen orientierten Erziehung, Bildung und Lebensgestaltung aller ihrer
Mitglieder. Menschen mit Behinderung erhalten das notwendige Maß an Unterstützung für eine aktive
Partizipation am gesellschaftlichen Leben.
·  Unteilbarkeit:Grundsätzlich kann jeder Mensch mit Behinderung, unabhängig von Art, Ausmaß und
Schweregrad der Behinderung, inklusiv an der Gesellschaft teilhaben. Alle an  konkreten
Hilfeplanungen und Maßnahmen beteiligten Personen arbeiten freiwillig mit.
·  Ganzheitlichkeit:Die jeweilige Lebenswirklichkeit ist angemessen zu berücksichtigen undin alle
Maßnahmen von Förderung und Lebensbewältigung einzubeziehen.
·  Individualisierung:Alle Unternehmungen, die Lebensqualität erhalten und verbessern sowie
Handlungskompetenzen zur Lebensbewältigung betreffen, müssen auf den einzelnen Menschen
ausgerichtet sein und Wünsche, Bedürfnisse und Besonderheiten einbeziehen.
·  Wahlrecht und Selbstbestimmung: An der Inklusion ausgerichtete Prozesse sollen in adäquater Form
miteinander geplant, durchgeführt und reflektiert werden.
·  Empowerment:Menschen mit Behinderung treffen Entscheidungen, die ihre Person betreffen selbst
bzw. sie sind zumindest maßgeblich an den Entscheidungsprozessen  beteiligt. Die Selbstständigkeit
dient der Förderung und Stärkung des persönlichen Handlungsspielraumsund der Eigenverantwortung
und somit der Gleichstellung mit Menschen ohne Behinderung.
·  Kommunikation/Zugang zu Informationen: Bei Bedarf wird  „Unterstützte Kommunikation“als
Methode angewandt; Vereinbarungen sind mit den Menschen mit Behinderung zu erarbeiten und in
einer leicht verständlichen Version (Leichter Lesen) zu gestalten.
·  Mitgestaltung der Dienstleistung:Die Leistungserbringung wird durch/von NutzerInnen mitgestaltet
und in ihrer Erbringungsqualität bewertet. Der Träger von Einrichtungen der Behindertenhilfe hat die
Bildung einer Interessensvertretung der KlientInnen (BewohnerInnenrat) in geeigneter Weise anzuregen
und zu unterstützen. Bei allen wichtigen Fragen (z.B. Hausordnung oder Änderung des
Leistungsangebotes) ist die gewählte Interessensvertretung zu hören und hat einMitwirkungsrecht.
24
Anlage 1
11
2.2. GRUNDSÄTZE DER PÄDAGOGISCHEN BETREUUNGSARBEIT
Aufbauend auf den Fähigkeiten des Menschen mit Behinderung (Fähigkeitsprofil), unter Berücksichtigung
seines Willens und seiner Pläne, seiner sozialen Einbettung und realistischer beruflicher und persönlicher
Perspektiven sind für die Menschen mit Behinderung effiziente und zielführende Ausblicke in die Zukunft zu
entwickeln und Maßnahmen in erforderlichem Umfang und in notwendiger Intensität zu setzen.
Die Träger haben ein Betreuungs- und Begleitungskonzept der Leistungserbringung zu entwickeln und
schriftlich festzuhalten, welches auf die Zielgruppe und die Art der Leistung abgestimmt ist.
Im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe und Nutzung der sozialen Ressourcen  gilt es insbesondere Folgendes zu
begleiten und zu fördern:
·  Wohnraumgestaltung und das „Wohnen“
·  Haushaltsführung und Haushaltsorganisation
·  Organisation finanzieller Angelegenheiten und den Umgang mit Geld
·  Teilnahme am gesellschaftlichen Leben
·  Auseinandersetzung mit der aktuellen Beschäftigungs- und Arbeitssituation
·  alle Aspekte der Persönlichkeitsentwicklung
·  Erhalt und Entwicklung sozialer Kompetenzen
·  Gestaltung von Freizeit
·  Fragen der Gesundheit und Hygiene
Förderung und Unterstützung der KlientInnen bei(m)
·  der Vermittlung von Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein
·  der Entwicklung von Selbstständigkeit und Selbstorganisation (insbesondere zur Sicherstellung der
notwendigen Assistenzleistungen)
·  der Unterstützung bei individuellen und sozialen Reifungsprozessen
·  der Förderung der Planungsfähigkeit
·  Training von Kulturtechniken
·  der Sicherstellung therapeutischer und fachärztlicher Betreuung
2.3. LEISTUNGSUMFANG
Die Leistung ist wie folgt zu erbringen:
Art  Inhalt/Tätigkeit
Durchgängige
Anwesenheit/
Erreichbarkeit
Tagdienst:
Aktiver Betreuungsdienst; pädagogische, pflegerische,
betreuerische Aktivitäten bzw. Versorgung und
Verpflegung
06:00-08:00 Uhr
16:00-22:00 Uhr
Nachtarbeitsbereitschaft:
Anwesenheit in der Einrichtung oder Abdeckung über
einen Wohnverbund mit WH BHG sofern die sofortige
Einsatzbereitschaft gewährleistet  ist (Distanz der
Einrichtungen max. 5 Gehminuten); Ruhezeit  –  wird aktiv
bei Bedarf (selbst wahrgenommen bzw. aktive Anfrage
eines Bewohners/einer Bewohnerin), durch pädagogisches
oder pflegerisches Fachpersonal (nur mit abgeschlossener
Ausbildung lt. Personalausstattung)abzudecken.
22:00-06:00 Uhr
Tagbereitschaft:
Nur für Personen, die keiner Beschäftigung nachgehen
bzw. wegen (vorübergehender) Krankheit oder während
des Urlaubs keine Beschäftigung in Anspruch nehmen
(können). Anwesenheit in der Einrichtung, wird aktiv bei
Bedarf (selbst wahrgenommen bzw. aktive Anfrage eines
Bewohners/einer Bewohnerin)
365 Tage/Jahr
08:00-16:00 Uhr
Nachtdienste:  Aktive Nachtdienste bei Bedarf
An Sams-, Sonn- und Feiertagen ist der Tagdienst von 06:00 bis 22:00 Uhrzu leisten.
25
Anlage 1
12
Verpflegung:
·  Werktags: Frühstück/Abendessen
·  Sams-, Sonn- und Feiertage sowie bei Krankheit/Urlaub: Vollverpflegung
·  BewohnerInnen, die keiner Beschäftigung nachgehen können bzw. keine Tagesbetreuung in Anspruch
nehmen (können), ist Vollverpflegung anzubieten
Über die bedarfsgerechte Inanspruchnahme entscheidet der Mensch mit Behinderung mit.
3. Qualitätssicherung
Unter Qualität versteht man die Gesamtheit von Eigenschaften und Merkmalen einer Dienstleistung, die sich auf
deren Eignung zur Erfüllung festgelegter oder vorausgesetzter Erfordernisse beziehen. Um den Bezug zwischen
den Merkmalen einer Leistung und den Anforderungen, die an sie gestellt werden, herstellen zu können, müssen
Ausgangspunkt (Was soll geändert werden?), Zieldefinition (Was soll erreicht werden und womit soll es erreicht
werden?) und Zielerreichung (Welche Maßnahmen wurden gesetzt und wie wurden die Ziele erreicht?)
weitestgehend übereinstimmen.
3.1. STRUKTUR-STANDARDS
3.1.1 Wohneinrichtung/Wohnverbund
Einrichtungsgröße: Richtwert: 8 KlientInnen
Standort und Umgebung:
Folgende infrastrukturelle Mindestanforderungen sollen erfüllt werden:
·  es ist sicherzustellen, dass den KlientInnen die Teilnahme am gesellschaftlichenund kulturellen Leben
ermöglicht wird
·  es ist sicherzustellen, dass eine entsprechende Infrastruktur (Geschäfte, ÄrztInnen, Institutionen und
dergleichen) vorhanden ist
·  eine Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz soll vorhanden sein
Raumbedarf:
Die Einrichtung soll nach folgenden Grundsätzen errichtet sein (Richtwert: 45 m² Gesamtraumbedarf je
KlientIn)
·  Einbettzimmer ca. 14 m²
·  Doppelzimmer ca. 22 m² bei sozialer Indikation (z.B. Betreuung von Paaren)
·  Sanitärbereiche
·  Küche, Wohn-, Ess- und Freizeitbereiche
·  Nebenräume: Gänge, Abstell- Wirtschaftsräume
·  Personalräume (Büro, Schlafmöglichkeit, Sanitär)
Die konkreten Ausstattungsmerkmale der Einrichtung sind im Rahmen des Betriebsbewilligungsverfahrens
individuell festzulegen.
Die Einrichtung ist jeweils nach den aktuellen bautechnischen Normen und dem aktuellen Stand der Technik zu
errichten, insbesondere bzgl. der Vorgaben zu barrierefreiem Bauen und Einrichten.
3.1.2 Fachpersonal
(Pädagogische) Leitung:
Das Leitungspersonal richtet sich nach der Anzahl des Betreuungspersonals.
Maximalwert: 6,7 % Dienstposten je 100 % BetreuerInnendienstposten
26
Anlage 1
13
Gesamtpersonalbedarf:
Die Anzahl des einzusetzenden fachlich qualifizierten Personals richtet sich nach der Anzahl der Menschen mit
Behinderung und deren Grad der Beeinträchtigung. Eine kurzfristige Unterschreitung des Personalbedarfs ist nur
bei nicht planbaren Situationen (z.B. kurzfristige Kündigung durch DienstnehmerInnen, unvorhersehbarer
langfristiger Krankenstand) im Rahmen eigener pädagogischer Verantwortung, und sofern eine ordnungsgemäße
Betreuung der KlientInnen gewährleistet ist, zulässig.
Grad der Beeinträchtigung:
Der konkrete, tatsächliche Bedarf an fachlich qualifiziertem Personal wird über den Grad der Beeinträchtigung
der Menschen mit Behinderung (Anlage 4) und die jeweilige betriebliche Ablauforganisation definiert.
Personalbedarf:
Leichter Grad der Beeinträchtigung: 40 % DP/KlientIn
Mittlerer Grad der Beeinträchtigung: 50 % DP/KlientIn
Hoher Grad der Beeinträchtigung: 60 % DP/KlientIn
Personalausstattung/Qualifikation:
Schlüsselqualifikationen des Fachpersonals müssen soziale Kompetenz, Kommunikationsfähigkeit,
Organisationstalent, Verlässlichkeit, Belastbarkeit und Fähigkeit zur Selbstreflexion sein.
Das multiprofessionelle Team setzt sich aus nachfolgend angeführten Berufsgruppen zusammen, die
Ausbildungen müssen (außer beim Fachpersonal in Ausbildung) zur Gänze  abgeschlossen sein; der
Personaleinsatz orientiert sich am jeweiligen Aufgabenfeld des erlernten Berufes:
Diplom- und FachsozialbetreuerInnen mit Spezialisierung BB und BA (MitarbeiterInnen von Trägern der
Behindertenhilfe, die am 1. Juni 2011 als BehindertenpädagogIn oder Behinderten(fach)betreuerIn tätig waren,
gelten bis 31. Dezember 2014 als qualifiziert), Studienabschluss Pädagogik mit  Schwerpunkt Heil- und
Sonderpädagogik, Sozialpädagogik, Integrationspädagogik und heilpädagogische Psychologie,
PflichtschullehrerInnen mit Lehramt (Volks-, Haupt-, Sonder-, Polytechnische Schule und Religionspädagogik),
SonderschullehrerInnen, SozialarbeiterInnen, AbgängerInnen der Akademie und der FH Studien Soziale Arbeit,
Bundeslehranstalt und Kolleg für Sozialpädagogik, PsychologenInnen, PflegehelferInnen, Dipl. Gesundheits-
und Krankenschwestern/-pfleger, Fachpersonal in Ausbildung (keine  PraktikantInnen) zu einem der oben
aufgezählten Berufe (maximal 30 % des Fachpersonals).
PflegehelferInnen können im Ausmaß von bis zu maximal 30% der erforderlichen Dienstposten nach den oben
angeführten Voraussetzungen eingesetzt werden. Zusammen mit dem Fachpersonal in Ausbildung darf ein
Maximalwert von 40% der gesamt einzusetzenden Dienstposten nicht überschrittenwerden.
Fachpersonal in Ausbildung darf nur unter Anleitung des ausgebildeten Fachpersonals tätig werden.
Ausbildungen müssen in Ausbildungseinrichtungen, welche vom Bund bzw. den Ländern anerkannt sind,
abgeschlossen werden (Universität, Fachhochschule, Akademien, Einrichtungennach StSBBG).
Für sämtliche Berufe einschließlich der Aus- und Fortbildung gelten die  entsprechenden gesetzlichen
Bestimmungen (wie StSBBG, GuKG etc.).
3.2. PROZESS-STANDARDS
Die Prozess-Standards stellen sich in der Planung, Strukturierung und im Ablauf der Leistungserbringung dar.
Art und Inhalt der Leistungserbringung ergeben sich aus den Zielen der Leistungsart.
3.2.1 Organisation
·  Aufbau und Ablauforganisation müssen in einem Organisationshandbuch  dargestellt werden
(Funktionsbeschreibungen, Stellenbeschreibungen)
·  im Betreuungskonzept hat eine Darstellung und Beschreibung der Ziele und Methoden zu erfolgen
3.2.2 Dokumentation
27
Anlage 1
14
Anhand der Dokumentation muss der Betreuungs-/Unterstützungsverlauf nachvollziehbar sein.
Die klientInnenspezifischeDokumentation hat, soweit wie möglich, in Kooperation mit dem/der Betreuten und
Unterstützerkreis während der Betreuungszeit zu erfolgen und insbesondere Folgendes zu enthalten (in diesem
Zusammenhang sind die jeweiligen berufsrechtlichen Vorgaben zu beachten):
·  Zuweisungsdiagnose, Anamnesebogen, Interessensabklärung, Fähigkeitsprofil
·  Dokumentation der Aufnahme in Form einer Stammdatenerhebung (allgemein, pflegerisch) des
Unterstützungs-/Förderbedarfes, der Kompetenzen und Ressourcen, Betreuungsvereinbarung, Erfassen
von Erwartungen und Zielen des Menschen mit Behinderung, zusätzliche Vereinbarungen mit Personen
aus dem Herkunftssystem (Eltern, Unterstützerkreis), Notfallsblatt, Gesundheitsblatt (Medikamente und
Befunde) und dergleichen
·  Verlaufsdokumentation der erbrachten Leistungen auf Grundlage der Ziel- und Entwicklungsplanung
sowie regelmäßige Evaluierung der gesetzten Interventionen und Zieleerreichung (persönliche
Entwicklungsplanung)
·  Abschluss- bzw. Erfolgsbericht
·  Bei Pflegeleistungen muss eine Anordnung lt. GuKG (Arzt, DGKS/P) erfolgen sowie  eine
Pflegeplanung gegeben sein und es müssen Durchführungsnachweise geführt werden.
·  Abschlussdokumentation der Betreuungs-/Förderleistung inklusive Maßnahmenerfolg
(Entwicklungsfortschritt) und weiterführende Empfehlungen
Die einrichtungsspezifischeDokumentation hat insbesondere Folgendes zu enthalten:
·  Erfassen der Qualifikationen, Fortbildungen und Supervisionen des Fachpersonals
·  Einsatzpläne (Dienstplan) des Fachpersonals
·  Dokumentation von Teambesprechungen
·  Erarbeiten und Erstellen eines Betriebskonzeptes, sexualpädagogischen Konzeptesbzw. eines
Regelwerkes für Akutinterventionen
3.2.3 Fachpersonal/Personalentwicklung
·  Fortbildungen sind wahrzunehmen
·  Teambesprechungen und Supervisionen sind je nach Erfordernis  abzuhalten und in Anspruch zu
nehmen
·  die Einschulung neuer MitarbeiterInnen ist sicherzustellen
3.3. ERGEBNIS-STANDARDS
Die Ergebnis-Standards stellen sich im Zielerreichungsgrad der Leistungserbringung dar. Es ist dabei das
erreichte Ergebnis regelmäßig mit den konkretisierten Zielen im individuellenHilfeplan zu vergleichen und zu
evaluieren.
·  Jahresentwicklungsberichte sind zu erstellen
·  die Prüfung des individuellen Maßnahmenerfolgs erfolgt über die leistungszuerkennenden Behörden je
nach Bedarf und Erfordernis durch Einholung eines Sachverständigengutachtens
28
Anlage 1
15
Teilzeitbetreutes Wohnen (TBEW BHG)  I. C.
1. Funktion und Ziele
1.1. DEFINITION
Kurzbeschreibung:
Teilzeitbetreutes Wohnen hat sich an Menschen mit intellektueller/kognitiver, körperlicher, Sinnes- bzw.
mehrfacher Behinderung nach Beendigung der Schulpflicht zu richten. Teilzeitbetreutes Wohnen als
weiterführendes Angebot des vollzeitbetreuten Wohnens sowie der Trainingswohnungen hat diesen Personen
entsprechend ihren Fähigkeiten und ihren Interessen eine selbstständigere Form des Wohnens im integrativen
Umfeld anzubieten. Die Intensität der Dienstleistung hat sich nach dem individuellen Bedarf der Personen zu
richten. In der Regel besuchen diese Personen tagsüber eine Tagesbegleitung undFörderung für Menschen mit
Behinderung, nehmen Teil an Teilhabe an Beschäftigung in der Arbeitswelt odergehen einer Arbeit nach. Ziel:
·  Normalisierung des Lebensbereiches Wohnen in Hinsicht auf Autonomie bei der  Gestaltung des
persönlichen Lebensraumes
·  Aufbau gesellschaftsüblicher sozialer Beziehungen mit dem Umfeld
·  Individualisierung der Alltagsgestaltung
·  Übernahme der Verantwortung für die persönliche Lebensführung
·  Auseinandersetzung mit den eigenen Interessen und deren Umsetzung
·  in Gemeinschaft mit anderen zu leben
·  Inklusion verwirklichen
1.2. ZIELGRUPPE
Teilzeitbetreutes Wohnen hat sich an Menschen nach Ende ihrer Schulpflicht mit intellektueller/kognitiver,
körperlicher, Sinnes- bzw. mehrfacher Behinderung zu richten.
1.2.1 Zuweisungskriterien, die einzeln oder kumulativ vorliegen
Allgemein gilt, dass diese KlientInnen in der Lage sind, ihren Alltag ausreichend selbstständig zu bewältigen
bzw. in absehbarer Zeit dazu befähigt werden können.
Die KlientInnen
·  leben zum Zeitpunkt der Aufnahme zu Hause und wollen im Sinne von Loslösung von der
Stammfamilie ihr Elternhaus verlassen,
·  nehmen auf Grund einer Veränderung in der familiären Bezugssituation (Erkrankung oder Tod der
Eltern/Angehörigen) die Leistungsart teilzeitbetreutes Wohnen in Anspruch,
·  nehmen bereits ein Wohnangebot in einer Einrichtung in Anspruch und wollen ihre Wohnsituation
verändern.
1.2.2 Ausschließungsgründe
Die Leistungsart darf von KlientInnen nicht in Anspruch genommen werden,
·  die zur erfolgreichen Bewältigung des Alltags (noch) umfangreiche Unterstützung brauchen,
·  die einen dauerhaften Anspruch auf intensivmedizinische Versorgung haben,
·  die einen überwiegend altersbedingten oder ausschließlichen Pflegebedarf zu Beginn der
Inanspruchnahme der Leistung haben,
·  die an einer Suchterkrankung leiden und/oder
·  eine ausschließlich psychische Erkrankung aufweisen.
29
Anlage 1
16
1.3. AUSWAHL DES DIENSTES
Die Zuerkennung der Leistung hat sich an der Subsidiarität und dem Prinzipdes „Lebens mit Unterstützung“ zu
orientieren. Es ist jede Fallkonstellation so zu lösen, dass die Bedürfnisse/Interessen des Menschen mit
Behinderung bestmöglich berücksichtigt sind und dass mobile bzw.  ambulante Leistungen vor stationären
Leistungen anzubieten sind.
Kombinationsmöglichkeit mit LEVO-Leistungen:
Vollzeit-betreutes
Wohnen
Trainings-Wohnung
Teilzeit-betreutes
Wohnen
Tagesbegleitung
und Förderung
Teilhabe an
Beschäftigung
Teilzeitbetreutes
Wohnen
Nein Nein  Ja Ja
Früh-förderung
Wohn-assistenz
Familien-entlastung
Freizeit-assistenz
Persönliches
Budget
Teilzeitbetreutes
Wohnen
Nein Nein Nein  Ja Nein
2. Leistungsangebot
Die Leistungserbringung hat sich an der Zielvorgabe im Individualbescheid auszurichten. Das
Leistungsspektrum richtet sich an den Lebensvorstellungen und Ressourcen des Menschen mit Behinderung aus
und umfasst neben den Umsetzungsmöglichkeiten auch persönliche undlebenspraktische Aspekte.
2.1. GRUNDSÄTZE UND METHODISCHE GRUNDLAGEN
Grundsätze bezeichnen fundamentale Prinzipien der Inklusion und alltags- bzw.lebensweltorientierte Ansätze
behindertenpädagogischen bzw. sozialpsychiatrischen Handelns.
Prinzipien und Grundsätze der Inklusion und Teilhabe:
·  Selbstbestimmte Lebensführung und Einbeziehung in die Gemeinschaft: Menschen mit
Behinderung haben gleichberechtigt die Möglichkeit ihren Aufenthaltsort zu wählen, zu entscheiden,
wo und mit wem sie leben und haben Zugang zu gemeindenahen Unterstützungsdiensten zu Hause und
in Einrichtungen.
·  Normalisierung:  Gleichberechtigte Teilhabe und Teilnahme am Leben der nicht behinderten
Menschen. Die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderung entsprechen weitgehend denen von
Menschen ohne Behinderung.
·  Inklusion und Partizipation:  Inklusion ist die untrennbare Einheit von sozialer Gemeinschaft und
einer am einzelnen Menschen orientierten Erziehung, Bildung und Lebensgestaltung aller ihrer
Mitglieder. Menschen mit Behinderung erhalten das notwendige Maß an Unterstützung für eine aktive
Partizipation am gesellschaftlichen Leben.
·  Unteilbarkeit:  Grundsätzlich kann jeder Mensch mit Behinderung, unabhängig von Art, Ausmaß und
Schweregrad der Behinderung, inklusiv an der Gesellschaft teilhaben. Alle an konkreten
Hilfeplanungen und Maßnahmen beteiligten Personen arbeiten freiwillig mit.
·  Ganzheitlichkeit:  Die jeweilige Lebenswirklichkeit ist angemessen zu berücksichtigen und in alle
Maßnahmen von Förderung und Lebensbewältigung einzubeziehen.
·  Individualisierung:Alle Unternehmungen, die Lebensqualität erhalten und verbessern sowie
Handlungskompetenzen zur Lebensbewältigung betreffen, müssen aufden einzelnen Menschen
ausgerichtet sein und Wünsche, Bedürfnisse und Besonderheiten einbeziehen.
·  Wahlrecht und Selbstbestimmung:An der Inklusion ausgerichtete Prozesse sollen in adäquater Form
miteinander geplant, durchgeführt und reflektiert werden.
·  Empowerment:  Menschen mit Behinderung treffen Entscheidungen, die ihre Person betreffen selbst
bzw. sie sind zumindest maßgeblich an den Entscheidungsprozessen beteiligt. Die Selbstständigkeit
dient der Förderung und Stärkung des persönlichen Handlungsspielraums und der Eigenverantwortung
und somit der Gleichstellung mit Menschen ohne Behinderung.
·  Kommunikation/Zugang zu Informationen: Bei Bedarf wird  „Unterstützte Kommunikation“als
Methode angewandt; Vereinbarungen sind mit den Menschen mit Behinderung  zu erarbeiten und in
einer leicht verständlichen Version (Leichter Lesen) zu gestalten.
30
Anlage 1
17
·  Mitgestaltung der Dienstleistung: Die Leistungserbringung wird durch/von NutzerInnen mitgestaltet
und in ihrer Erbringungsqualität bewertet. Der Träger von Einrichtungen der Behindertenhilfe hat die
Bildung einer Interessensvertretung der KlientInnen (BewohnerInnenrat) in geeigneter Weise anzuregen
und zu unterstützen. Bei allen wichtigen Fragen (z.B. Hausordnung oder Änderung des
Leistungsangebotes) ist die gewählte Interessensvertretung zu hören und hat einMitwirkungsrecht.
2.2. GRUNDSÄTZE DER PÄDAGOGISCHEN BETREUUNGSARBEIT
Aufbauend auf den Fähigkeiten des Menschen mit Behinderung (Fähigkeitsprofil), unter Berücksichtigung
seines Willens und seiner Pläne, seiner sozialen Einbettung und realistischer beruflicher und persönlicher
Perspektiven sind für die Menschen mit Behinderung effiziente und zielführende Ausblicke in die Zukunft zu
entwickeln und Maßnahmen in erforderlichem Umfang und in notwendiger Intensität zu setzen.
Die Träger haben ein Betreuungs- und Begleitungskonzept der Leistungserbringung zu entwickeln und
schriftlich festzuhalten, welches auf die Zielgruppe und die Art der Leistung abgestimmt ist.
Im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe und Nutzung der sozialen Ressourcen giltes insbesondere Folgendes zu
begleiten und zu fördern:
Die KlientInnen müssen den Haushalt weitgehend selbstständig führen können, bzw. sich dafür erforderliche
Kompetenzen in einem absehbaren Zeitraum aneignen.
Die einsetzende Betreuungsleistung hat primär einen unterstützenden Charakter. Information und Beratung
stehen im Vordergrund.
·  Gestaltung des Tages-, Wochen-, Jahresablaufs
·  Gestaltung der Freizeit, soweit dies während der Betreuungszeit möglich ist
·  Aufbau und Pflege sozialer Kontakte und Beziehungen
·  Auseinandersetzung und Entwicklung von Lösungsstrategien bei persönlichen Krisen
·  Kennenlernen von und Umgang mit eigenen Interessen
·  Entwickeln von Wünschen und Vorstellungen
·  Umgang mit Einzel- und Gemeinschaftsinteressen
·  Umgang mit finanziellen Angelegenheiten
·  Erhalt und Verbesserung von Fertigkeiten und Kompetenzen der Individualversorgung (Ernährung,
Bekleidung, Hygiene, Körperpflege, Gesundheit)
·  Teilnahme am gesellschaftlichen Leben
·  Förderung und Unterstützung bei der altersgemäßen Entwicklung
·  Erweiterung des persönlichen Handlungsspielraumes
·  Sicherstellung erforderlicher therapeutischer Zusatzangebote und fachärztlicherBetreuung
2.3. LEISTUNGSUMFANG
Art  Inhalt/Tätigkeit
Durchgängige
Anwesenheit/
Erreichbarkeit
Mobile Betreuung:  Täglich nach Bedarf der KlientInnen365 Tage/Jahr
Rufbereitschaft:
Täglich nach Bedarf (Sams-, Sonn- und Feiertage bzw.
Krankheit/Urlaub)
22:00-06:00 Uhr
06:00-22:00 Uhr
Nachtarbeitsbereitschaft:
Befristet nach Bedarf (bspw.  Krankheit und dergleichen),
nur mit pädagogischen oder pflegerischen Fachpersonal)
abzudecken.
Nachtdienst:  Keiner
Verpflegung:
Wird über den Lebensunterhalt der BewohnerInnen selbst
finanziert
Über die bedarfsgerechte Inanspruchnahme entscheidet der Mensch mit Behinderung mit.
31
Anlage 1
18
3. Qualitätssicherung
Unter Qualität versteht man die Gesamtheit von Eigenschaften und Merkmalen einer Dienstleistung, die sich auf
deren Eignung zur Erfüllung festgelegter oder vorausgesetzter Erfordernisse beziehen. Um den Bezug zwischen
den Merkmalen einer Leistung und den Anforderungen, die an sie gestellt werden, herstellen zu können, müssen
Ausgangspunkt (Was soll geändert werden?), Zieldefinition (Was soll erreicht werden und womit soll es erreicht
werden?) und Zielerreichung (Welche Maßnahmen wurden gesetzt und wie wurdendie Ziele erreicht?)
weitestgehend übereinstimmen.
3.1. STRUKTUR-STANDARDS
3.1.1 Einrichtung
Einrichtungsgröße:Richtwert: 12 KlientInnen
Die Dienstleistung teilzeitbetreutes Wohnen kann in unterschiedlichen Wohnformen angeboten werden, wie
·  Verbund von Einzelwohnungen im selben Wohnhaus/in derselben Wohnanlage
·  Verbund von Partnerwohnungen im selben Wohnhaus
·  Wohngemeinschaften
·  dislozierte Wohnungen
Standort und Umgebung:
Folgende infrastrukturelle Mindestanforderungen sollen erfüllt werden:
·  es ist sicherzustellen, dass den KlientInnen die Teilnahme am gesellschaftlichen  und kulturellen Leben
ermöglicht wird
·  es ist sicherzustellen, dass eine entsprechende Infrastruktur (Geschäfte, ÄrztInnen, Institutionen und
dergleichen) vorhanden ist
·  eine Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz soll vorhanden sein
Raumbedarf:
Die Einrichtung soll nach folgenden Grundsätzen errichtet sein (Richtwert: 41 m² Gesamtraumbedarf je
KlientIn)
·  Einbettzimmer ca. 14 m²
·  Doppelzimmer ca. 22 m² (bei sozialer Indikation)
·  Sanitärbereiche
·  Küche, Wohn-, Ess- und Freizeitbereiche
·  Nebenräume: Gänge, Abstell-, Wirtschaftsräume
·  Personalräume
Die konkreten Ausstattungsmerkmale der Einrichtung sind im Rahmen des Betriebsbewilligungsverfahrens
individuell festzulegen.
Die Einrichtung ist jeweils nach den aktuellen bautechnischen Normen und dem aktuellen Stand der Technik zu
errichten, insbesondere bzgl. der Vorgaben zu barrierefreiem Bauen und Einrichten.
3.1.2 Fachpersonal
(Pädagogische) Leitung:
Das Leitungspersonal richtet sich nach der Anzahl des Betreuungspersonals.
Maximalwert: 6,7 % Dienstposten je 100 % BetreuerInnendienstposten
Gesamtpersonalbedarf:
Die Anzahl des einzusetzenden fachlich qualifizierten Personals richtet sich nachder Anzahl der Menschen mit
Behinderung und deren Grad der Beeinträchtigung. Eine kurzfristige Unterschreitung des Personalbedarfs ist nur
32
Anlage 1
19
bei nicht planbaren Situationen (z.B. kurzfristige Kündigung durch DienstnehmerInnen, unvorhersehbarer
langfristiger Krankenstand) im Rahmen eigener pädagogischer Verantwortung, und sofern eine ordnungsgemäße
Betreuung der KlientInnen gewährleistet ist, zulässig.
Grad der Beeinträchtigung:
Der konkrete, tatsächliche Bedarf an fachlich qualifiziertem Personal wird über den Grad der Beeinträchtigung
der betreuten KlientInnen (Anlage 4) und die jeweilige betriebliche Ablauforganisation definiert.
Personalbedarf:
Leichter Grad der Beeinträchtigung: 20 % DP/KlientIn
Mittlerer Grad der Beeinträchtigung: 33 % DP/KlientIn
Hoher Grad der Beeinträchtigung: 40 % DP/KlientIn
Personalausstattung/Qualifikation:
Schlüsselqualifikationen des Fachpersonals müssen soziale Kompetenz, Kommunikationsfähigkeit,
Organisationstalent, Verlässlichkeit, Belastbarkeit und Fähigkeit zur Selbstreflexion sein.
Das multiprofessionelle Team setzt sich aus nachfolgend angeführten Berufsgruppen zusammen, die
Ausbildungen müssen (außer beim Fachpersonal in Ausbildung) zur Gänzeabgeschlossen sein; der
Personaleinsatz orientiert sich am jeweiligen Aufgabenfeld des erlernten Berufes:
Diplom- und FachsozialbetreuerInnen mit Spezialisierung BB und BA (MitarbeiterInnen von Trägern der
Behindertenhilfe, die am 1. Juni 2011 als BehindertenpädagogIn oder Behinderten(fach)betreuerIn tätig waren,
gelten bis 31. Dezember 2014 als qualifiziert), Studienabschluss Pädagogik mit  Schwerpunkt Heil- und
Sonderpädagogik, Sozialpädagogik, Integrationspädagogik und heilpädagogische Psychologie,
PflichtschullehrerInnen mit Lehramt (Volks-, Haupt-, Sonder-, Polytechnische Schule und Religionspädagogik),
SonderschullehrerInnen, SozialarbeiterInnen, AbgängerInnen der Akademie undder FH Studien Soziale Arbeit,
Bundeslehranstalt und Kolleg für Sozialpädagogik, PsychologInnen, PflegehelferInnen, Dipl. Gesundheits- und
Krankenschwestern/-pfleger, Fachpersonal in Ausbildung (keine PraktikantInnen) zu einem der oben
aufgezählten Berufe (maximal 30 % des Fachpersonals).
PflegehelferInnen können im Ausmaß von bis zu maximal 30% der erforderlichen Dienstposten nach den oben
angeführten Voraussetzungen eingesetzt werden. Zusammen mit dem Fachpersonal in Ausbildung darf ein
Maximalwert von 40% der gesamt einzusetzenden Dienstposten nicht überschrittenwerden.
Fachpersonal in Ausbildung darf nur unter Anleitung des ausgebildeten Fachpersonals tätig werden.
Ausbildungen müssen in Ausbildungseinrichtungen, welche vom Bund bzw. den Ländern anerkannt sind,
abgeschlossen werden (Universität, Fachhochschule, Akademien, Einrichtungennach StSBBG).
Für sämtliche Berufe einschließlich der Aus- und Fortbildung gelten die entsprechenden gesetzlichen
Bestimmungen (wie StSBBG, GuKG etc.).
3.2. PROZESS-STANDARDS
Die Prozess-Standards stellen sich in der Planung, Strukturierung und im Ablauf der Leistungserbringung dar.
Art und Inhalt der Leistungserbringung ergeben sich aus den Zielen der Leistungsart.
3.2.1 Organisation
·  Aufbau und Ablauforganisation müssen in einem Organisationshandbuchdargestellt werden
(Funktionsbeschreibungen, Stellenbeschreibungen)
·  im Betreuungskonzept hat eine Darstellung und Beschreibung der Ziele und Methoden zu erfolgen
3.2.2 Dokumentation
Anhand der Dokumentation muss der Betreuungs-/Unterstützungsverlauf nachvollziehbar sein.
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Anlage 1
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Die klientInnenspezifischeDokumentation hat, soweit wie möglich, in Kooperation mit dem/der Betreuten und
Unterstützerkreis während der Betreuungszeit zu erfolgen und insbesondere Folgendes zu enthalten (in diesem
Zusammenhang sind die jeweiligen berufsrechtlichen Vorgaben zu beachten):
·  Zuweisungsdiagnose, Anamnesebogen, Interessensabklärung, Fähigkeitsprofil
·  Dokumentation der Aufnahme in Form einer Stammdatenerhebung (allgemein,  pflegerisch) des
Unterstützungs-/Förderbedarfes, der Kompetenzen und Ressourcen, Betreuungsvereinbarung, Erfassen
von Erwartungen und Zielen des Menschen mit Behinderung, zusätzliche Vereinbarungen mit Personen
aus dem Herkunftssystem (Eltern, Unterstützerkreis), Notfallsblatt, Gesundheitsblatt (Medikamente und
Befunde) und dergleichen
·  Verlaufsdokumentation der erbrachten Leistungen auf Grundlage der Ziel- und Entwicklungsplanung
sowie regelmäßige Evaluierung der gesetzten Interventionen und Zieleerreichung  (persönliche
Entwicklungsplanung)
·  Abschluss- bzw. Erfolgsbericht
·  Bei Pflegeleistungen muss eine Anordnung lt. GuKG (Arzt, DGKS/P) erfolgen sowie  eine
Pflegeplanung gegeben sein und es müssen Durchführungsnachweise geführt werden.
·  Abschlussdokumentation der Betreuungs-/Förderleistung inklusive Maßnahmenerfolg
(Entwicklungsfortschritt) und weiterführende Empfehlungen
Die einrichtungsspezifischeDokumentation hat insbesondere Folgendes zu enthalten:
·  Erfassen der Qualifikationen, Fortbildungen und Supervisionen des Fachpersonals
·  Einsatzpläne (Dienstplan) des Fachpersonals
·  Dokumentation von Teambesprechungen
·  Erarbeiten und Erstellen eines Betriebskonzeptes, sexualpädagogischen Konzeptes  bzw. eines
Regelwerkes für Akutinterventionen
3.2.3 Fachpersonal/Personalentwicklung
·  Fortbildungen sind wahrzunehmen
·  Teambesprechungen und Supervisionen sind je nach Erfordernis abzuhalten und in Anspruch zu
nehmen
·  die Einschulung neuer MitarbeiterInnen ist sicherzustellen
3.3. ERGEBNIS-STANDARDS
Die Ergebnis-Standards stellen sich dar im Zielerreichungsgrad der Leistungserbringung. Es ist dabei das
erreichte Ergebnis regelmäßig mit den konkretisierten Zielen im individuellen Hilfeplan zu vergleichen und zu
evaluieren.
·  Jahresentwicklungsberichte sind zu erstellen
·  die Prüfung des individuellen Maßnahmenerfolgs erfolgt über die leistungszuerkennenden Behörden je
nach Bedarf und Erfordernis durch Einholung eines Sachverständigengutachtens
34
Anlage 1
21
Tagesbegleitung und Förderung (B&F BHG) II. A.
1. Funktion und Ziele
1.1. DEFINITION
Kurzbeschreibung:
Menschen mit Behinderung nach Erfüllung der Schulpflicht mit intellektuell höhergradiger oder körperlicher,
Sinnes- oder mehrfacher Behinderung werden bei der Entwicklung undErhaltung ihrer persönlichen und
beruflichen Kompetenzen unterstützt und gefördert.
Die Leistung wird überwiegend in trägereigenen Werkstätten angeboten.
Tagesbegleitung und Förderung bietet den Menschen mit Behinderung die aktive Teilhabe an kreativen und
produktiven Arbeits- und Beschäftigungsprozessen sowie Tagesstruktur und Förderung an.
Der Übergang zwischen kreativen und produktiven Beschäftigungsbereichen erfolgt fließend und durchlässig.
Die angebotenen Tätigkeitsfelder orientieren sich an der Leistungsfähigkeit, den Interessen der Menschen mit
Behinderung und örtlichen Gegebenheiten. Lebenspraktisches Training, Förder- und Bildungsangebote und
soziale Aktivitäten unterstützen die ganzheitliche Entwicklung der Menschen mit Behinderung.
Ziel:
Allgemeines Leistungsziel ist die Schaffung und zur Verfügungsstellung von Beschäftigungsangeboten,
Angeboten zur persönlichen Förderung und Bildung, zur sozialen Inklusion und der notwendigen Pflege.
Die psychische, physische und soziale Entwicklung der Menschen mit Behinderung wird durch ein auf den
Menschen mit Behinderung abgestimmtes Leistungsangebot gefördert.
1.2. ZIELGRUPPE
Die Leistung der Tagesbegleitung und Förderung richtet sich an
Menschen mit intellektuell höhergradiger oder körperlicher, Sinnes- odermehrfacher Behinderung nach
Beendigung der Schulpflicht,
•die auf Grund ihrer Beeinträchtigung einen auf ihre Bedarfe abgestimmten Rahmen benötigen um an
einer Beschäftigungsform und Förderung teilhaben zu können und
•deren Fähigkeitsprofil nicht erwarten lässt, dass  die Leistungsart „Teilhabe  an Beschäftigung in der
Arbeitswelt“ umgesetzt werden kann.
1.2.1 Zuweisungskriterien, die einzeln bzw. kumulativ vorliegen
Die KlientInnen
·  haben eine intellektuell höhergradige oder körperliche, Sinnes- oder mehrfache Behinderung
·  haben die Schulpflicht erfüllt
·  weisen ein Fähigkeitsprofil auf, das sie in die Lage versetzt bei entsprechender Arbeitsorganisation und
abgestimmten Rahmenbedingungen an einer Tagesbegleitung und Förderungteilzuhaben bzw. (bei den
SeniorInnen) individuell und flexibel daran teilzuhaben.
SeniorInnen können nach Feststellung der Seniorität durch das IHB-Team individuell und flexibel in dieser
Leistungsart betreut werden.
35
Anlage 1
22
1.2.2 Ausschließungsgründe
Die Leistungsart darf von Menschen mit Behinderung nicht in Anspruch genommen werden, …
·  die an einer Suchterkrankung leiden
·  bei denen vordergründig eine psychische Erkrankung vorliegt
·  die einen überwiegend altersbedingten oder ausschließlichen Pflegebedarf haben
1.3. AUSWAHL DES DIENSTES
Die Zuerkennung der Leistung hat sich an der Normalität und Subsidiarität zuorientieren.
Kombinationsmöglichkeit mit LEVO-Leistungen:
Vollzeit-betreutes
Wohnen
Trainings-Wohnung
Teilzeit-betreutes
Wohnen
Tagesbegleitung
und Förderung
Teilhabe an
Beschäftigung
Beschäftigung und
Förderung
Ja Ja Ja  Nein
Frühförderung
Wohn-assistenz
Familien-entlastung
Freizeit-assistenz
Persönliches
Budget
Beschäftigung und
Förderung
Nein Ja Ja Ja Ja
2. Leistungsangebot
Die Leistungserbringung hat sich an der Zielvorgabe im Individualbescheid auszurichten. Das
Leistungsspektrum richtet sich an den Lebensvorstellungen und Ressourcen des Menschen mit Behinderung aus
und umfasst neben den Umsetzungsmöglichkeiten auch persönliche undlebenspraktische Aspekte.
2.1. GRUNDSÄTZE UND METHODISCHE GRUNDLAGEN
Grundsätze bezeichnen fundamentale Prinzipien der Inklusion und alltags- bzw.lebensweltorientierte Ansätze
behindertenpädagogischen bzw. sozialpsychiatrischen Handelns:
Prinzipien und Grundsätze der Inklusion und Teilhabe:
·  Selbstbestimmte Lebensführung und Einbeziehung in die Gemeinschaft: Menschen mit Behinderung
haben gleichberechtigt die Möglichkeit ihren Aufenthaltsort zu wählen, zu entscheiden, wo und mit wem
sie leben und haben Zugang zu gemeindenahen Unterstützungsdienstenzu Hause und in Einrichtungen.
·  Normalisierung: Gleichberechtigte Teilhabe und Teilnahme am Leben der Menschen ohne Behinderung.
Die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderung entsprechen weitgehend denen von Menschen
ohne Behinderung. Der Mensch mit Behinderung findet Arbeitsbedingungen und Situationen vor, die
denen der Allgemeinheit entsprechen.
·  Inklusion und Partizipation: Inklusion ist die untrennbare Einheit von sozialer Gemeinschaft und  einer
am einzelnen Menschen orientierten Erziehung, Bildung und Lebensgestaltung aller ihrer Mitglieder.
Menschen mit Behinderung erhalten das notwendige Maß an Unterstützung für eine aktive Partizipation am
gesellschaftlichen Leben.
·  Unteilbarkeit: Grundsätzlich kann jeder Mensch mit Behinderung, unabhängig von  Art, Ausmaß und
Schweregrad der Behinderung, inklusiv an der Gesellschaft teilhaben. Alle ankonkreten Hilfeplanungen
und Maßnahmen beteiligten Personen arbeiten freiwillig mit.
·  Ganzheitlichkeit: Die jeweilige Lebenswirklichkeit ist angemessen zu berücksichtigen undin alle
Maßnahmen von Förderung und Lebensbewältigung einzubeziehen.
·  Individualisierung: Alle Unternehmungen, die Lebensqualität erhalten und verbessern sowie
Handlungskompetenzen zur Lebensbewältigung betreffen, müssen auf den einzelnen Menschen
ausgerichtet sein und Wünsche, Bedürfnisse und Besonderheiten einbeziehen.
·  Wahlrecht und Selbstbestimmung: An der Inklusion ausgerichtete Prozesse sollen in adäquater Form
miteinander geplant, durchgeführt und reflektiert werden.
·  Empowerment: Menschen mit Behinderung treffen Entscheidungen, die ihre Person betreffen selbst bzw.
sie sind zumindest maßgeblich an den Entscheidungsprozessen beteiligt. Die Selbstständigkeit dient der
Förderung und Stärkung des persönlichen Handlungsspielraums und der Eigenverantwortung und somit der
36
Anlage 1
23
Gleichstellung mit Menschen ohne Behinderung. Die Strukturen der Leistung sind daher nur auf eine
angemessene Hilfe zur Selbsthilfe auszurichten.
·  Kommunikation/Zugang zu Informationen: Bei Bedarf wird „Unterstützte Kommunikation“ als
Methode angewandt; Vereinbarungen sind mit den Menschen mit Behinderungzu erarbeiten und in einer
leicht verständlichen Version (Leichter Lesen) zu gestalten.
·  Mitgestaltung der Dienstleistung: Die Leistungserbringung wird von den NutzerInnen mitgestaltet und in
ihrer Erbringungsqualität bewertet. Der Träger von Einrichtungen und Diensten der Behindertenhilfe hat
die Bildung einer Interessensvertretung der KlientInnen in geeigneter Weise anzuregen und zu unterstützen.
Bei allen wichtigen Fragen (z.B. Betriebsordnung oder Änderung des Leistungsangebotes) ist die gewählte
Interessensvertretung zu hören und hat ein Mitwirkungsrecht.
2.2. GRUNDSÄTZE DER PÄDAGOGISCHEN BETREUUNGSARBEIT
Aufbauend auf den Fähigkeiten des Menschen mit Behinderung (Fähigkeitsprofil), unter Berücksichtigung
seines Willens und seiner Pläne, seiner sozialen Einbettung und realistischer beruflicher und persönlicher
Perspektiven sind für die Menschen mit Behinderung effiziente und zielführende Ausblicke in die Zukunft zu
entwickeln und Maßnahmen in erforderlichem Umfang und in notwendiger Intensität zu setzen.
Die Träger haben ein Betreuungs- und Begleitungskonzept der Leistungserbringung zu entwickeln und
schriftlich festzuhalten, welches auf die Zielgruppe und die Art der Leistung abgestimmt ist.
Im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe und Nutzung der sozialen Ressourcen giltes insbesondere Folgendes zu
begleiten und zu fördern:
Unterstützung, Betreuung und Begleitung:
Die Gestaltung der Beschäftigungs- und Förderangebote muss sich an folgenden qualitativen Kriterien
orientieren:
·  Orientierung am Förder- und Unterstützungsplan im Sinne einer persönlichen Zukunftsplanung:
Abläufe sind so zu gestalten, dass die jeweiligen Fähigkeiten und Erwartungen der Menschen mit
Behinderung berücksichtigt, gefördert und erweitert werden.
·  Bewerten der Arbeitsplatzsituation: Die Beschäftigungsfelder bzw. Tätigkeiten haben sich am
Grundsatz der Normalisierung auszurichten.
·  Förder- und Bildungsangebote: Die Tätigkeiten sollen Erfolgserlebnisse und Selbständigkeit
ermöglichen; eine sinnvolle Abstimmung der Leistungen wirkt Monotonie entgegen und fördert das
Interesse.
·  Anwendung von aktuellen Methoden und Erkenntnissen der Pädagogik, Förderung und Pflege.
Die Angebote sind bedarfsgerecht im Sinne der Normalität und Hilfe zur Selbsthilfe auszurichten.
Zl.  Leistungsspektrum
1  Heranziehen eines praxis- und stärkenbezogenen Fähigkeitsprofils undeinem daraus folgenden
Entwicklungsplan bzw. Erstellung eines solchen im Sinne einer persönlichen Zukunftsplanung sowie
Koordination des Unterstützerkreises im Sinne eines zielorientieren Vorgehens.
2  Förder- und Bildungsangebote (Lesen, Schreiben, Rechnen, Mobilität; musisch, bildnerisch, Schauspiel,
…)
3  Förderung und Entwicklung der kreativen/handwerklichen Kompetenzen
4  Ausbau und Förderung bzw. Erhalt von lebenspraktischen und sozialenFähigkeiten
5  Organisation und Durchführung von sozialen Aktivitäten
6  Festkultur im Jahreslauf
7  Angebote von gesundheitsfördernden Maßnahmen (Bewegung, Fitness, …)
8  Angebote für SeniorInnen mit entsprechender Ausrichtung und unter individuellen Rahmenbedingungen
9  Gewährleistung bzw. Organisation der notwendigen Pflege
37
Anlage 1
24
2.3. LEISTUNGSUMFANG
Art  Inhalt/Tätigkeit
Durchgängige
Anwesenheit/
Erreichbarkeit
Teilstationär
An Werktagen maximal 8 Stunden täglich,
bis zu 38 Stunden pro Woche.
248
Tage/Jahr
Die Leistung wird überwiegend in trägereigenen Werkstätten erbracht.
Der Einsatz der Leistung hat bedarfsgerecht, zweckmäßig und kosteneffizient zu erfolgen.
KlientInnen sind an den finanziellen Erfolgen (Erlösen) ihrer Beschäftigung zu beteiligen. Wenn es sich um
Gruppenleistungen handelt in anteilsmäßiger Form, bei Einzelbeschäftigungsplätzengilt es entsprechende faire
Abgeltungen zu realisieren.
Verpflegung: während des Tages Jause, Mittagessen und Getränke
Das IHB-Team hat vorzuschlagen
·  das seitens des IHB-Teams mit dem Klienten/der Klientin sowie dem UnterstützerInnenkreis (z.B.
Familie, pädagogisches Betreuungspersonal) abgestimmte individuelle Betreuungs-und
Entwicklungsziel (in Form einer Empfehlung)
·  die Dauer der Leistungszuerkennung
·  bei SeniorInnen hat die Feststellung des SeniorInnen-Status und die damit verbundenen individuellen
Ausformung der Leistung zu erfolgen.
Als SeniorInnen mit Behinderung gelten Menschen mit Behinderung, die  das 60. Lebensjahr erreicht
haben. Der SeniorInnen-Status kann jedoch auch zu einem früheren Zeitpunkt zuerkannt werden, wenn
die altersbedingte gesundheitliche Situation und körperliche Verfassung des Menschen mit
Behinderung Betreuungsanpassungen erfordert und vom IHB-Team festgestellt wird.
3. Qualitätssicherung
Unter Qualität versteht man die Gesamtheit von Eigenschaften und Merkmalen einesProduktes oder einer
Dienstleistung, die sich auf deren Eignung zur Erfüllung festgelegter odervorausgesetzter Erfordernisse
beziehen. Um den Bezug zwischen den Merkmalen einer Leistung und den Anforderungen, die an sie gestellt
werden, herstellen zu können, müssen Zieldefinition (Was soll erreicht werden? Womit soll es erreicht werden?)
und Zielerreichung (Welche Maßnahmen wurden gesetzt? Wie wurden die Ziele  erreicht?) weitestgehend
übereinstimmen.
3.1. STRUKTUR-STANDARDS
3.1.1 Trägereigene Werkstätten
Einrichtungsgröße:Richtwert: 24 Menschen mit Behinderung
Standort und Umgebung:  Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz
Raumbedarf:  Richtwert 25 m
2
Gesamtraumbedarf je Mensch mit Behinderung
·  Räumlichkeiten für das Fachpersonal (inkl. Büroausstattung)
·  Toiletten und Nassräume bzw. geeignete Pflegebereiche
·  zielgruppenadäquate Sonderausstattung (z.B. Pflegebäder)
·  Besprechungszimmer
·  Schulungsräume (theoretische Schulungen)
·  Werkstättenbereiche (praktische/handwerkliche Förderungen)
·  Ruheräume (wie Snoezelen) und -bereiche sowie Räume für Therapiemöglichkeiten
·  Nebenräume, wie Lager, Garderobe, Verkaufsraum, …
·  30 % der Beschäftigungsplätze müssen für RollstuhlfahrerInnen geeignet sein
Die konkreten Ausstattungsmerkmale der Einrichtung sind im Rahmen des jeweiligen
Betriebsbewilligungsverfahrens festzulegen.
38
Anlage 1
25
Die Einrichtung ist jeweils nach den aktuellen bautechnischen Normen und dem aktuellen Stand der Technik zu
errichten, insbesondere bzgl. der Vorgaben zu barrierefreiem Bauen und Einrichten
3.1.2 Fachpersonal
(Pädagogische) Leitung:
Das Leitungspersonal richtet sich nach der Anzahl des Betreuungspersonals.
Maximalwert: 6,7 % Dienstposten je 100 % BetreuerInnendienstposten
Betreuungspersonalbedarf:
Die Anzahl des einzusetzenden Betreuungs-/Fachpersonals richtet sich nach der Anzahl der zu betreuenden
Menschen mit Behinderung und deren individuellen Betreuungsbedarf.
Eine kurzfristige Unterschreitung dieses Bedarfs an Betreuungs-/Fachpersonal  ist nur bei nicht planbaren
Situationen im Rahmen eigener pädagogischer Verantwortung, und sofern eine ordnungsgemäße Betreuung der
KlientInnen gewährleistet ist, zulässig.
Personalbedarf:
Leichter Grad der Beeinträchtigung 23 % DP/KlientIn
Mittlerer Grad der Beeinträchtigung 23 % DP/KlientIn
Hoher Grad der Beeinträchtigung 52 % DP/KlientIn
Höchster Grad der Beeinträchtigung 80 % DP/KlientIn
Personalausstattung/Qualifikation:
Schlüsselqualifikationen des Fachpersonals müssen soziale Kompetenz, Kommunikationsfähigkeit,
Organisationstalent, Verlässlichkeit, Belastbarkeit und Fähigkeit zur Selbstreflexion umfassen.
Das multiprofessionelle Team setzt sich aus folgenden Berufsgruppen zusammen, die Ausbildungen müssen
(außer beim Fachpersonal in Ausbildung) zur Gänze abgeschlossen sein:
Diplom- und FachsozialbetreuerInnen mit Spezialisierung BB, BA und A (MitarbeiterInnen von Trägern der
Behindertenhilfe, die am 1. Juni 2011 als BehindertenpädagogIn oder Behinderten(fach)betreuerIn tätig waren,
gelten bis 31. Dezember 2014 als qualifiziert), Studienabschluss Pädagogik mit  Schwerpunkt Heil- und
Sonderpädagogik, Sozialpädagogik, Integrationspädagogik und heilpädagogische Psychologie,
PflichtschullehrerInnen mit Lehramt (Volks-, Haupt-, Sonder-, Polytechnische Schule und Religionspädagogik),
SonderschullehrerInnen, BerufschullehrerInnen in ihrem Berufsbild entsprechender Verwendung,
SozialarbeiterInnen, AbgängerInnen der Akademie und der FH Studien SozialeArbeit, Bundeslehranstalt und
Kolleg für Sozialpädagogik, PsychologInnen, PflegehelferInnen, Dipl.  Gesundheits- und Krankenschwestern/-pfleger, TherapeutInnen laut MTD-Gesetze (Ergo- und PhysiotherapeutInnen und LogopädInnen), Fachpersonal
in Ausbildung (keine PraktikantInnen) zu einem der vorgenannten Berufe (maximal 30 % des Fachpersonals).
Weiters kann maximal ein/eine Fach-SozialhelferIn mit  der Ausbildung „Integrative Behindertenbegleitung
(IBB)“ je Einrichtung im Rahmen der 30 %-Regelung zur Unterstützung undunter Anleitung des Fachpersonals
eingesetzt werden.
PflegehelferInnen können im Ausmaß von bis zu maximal 30% der erforderlichen Dienstposten nach den oben
angeführten Voraussetzungen eingesetzt werden. Zusammen mit dem Fachpersonal in Ausbildung darf ein
Maximalwert von 40% der gesamt einzusetzenden Dienstposten nicht überschrittenwerden.
Fachpersonal in Ausbildung darf nur unter Anleitung des Fachpersonals tätig werden.
Fachkräfte mit Lehrabschlussprüfung in einem handwerklichen, gewerblichen oder kaufmännischen Beruf sowie
zusätzlicher pädagogischer Qualifikation (mindestens 200 Std. Theorie) und inseinem/ihrem Berufsbild
entsprechender Verwendung, AbsolventInnen mittlere und höhere berufsbildender oder kunsthandwerklicher
Schulen mit Lehrabschluss sowie zusätzlicher pädagogischer Qualifikation (mindestens 200 Std. Theorie) und in
seinem/ihrem Berufsbild entsprechender Verwendung.
Ausbildungen müssen in Ausbildungseinrichtungen, welche vom Bund bzw. den Ländern anerkannt sind,
abgeschlossen werden (Universität, Fachhochschule, Akademien, Einrichtungennach StSBBG).
39
Anlage 1
26
Für sämtliche Berufe einschließlich der Aus- und Fortbildung gelten die entsprechenden gesetzlichen
Bestimmungen (wie StSBBG, GuKG etc.).
3.2. PROZESS-STANDARDS
Die Prozess-Standards stellen sich in der Planung, Strukturierung und im Ablauf der Leistungserbringung dar.
Art und Inhalt der Leistungserbringung ergeben sich aus den Zielender Leistungsart.
3.2.1 Organisationsdarstellung (Betriebskonzept)
·  Darstellung der strukturellen Gegebenheiten, wie Standort, Infrastruktur, Räumlichkeiten und Ausstattung,
Personalausstattung, Leistungsangebote, …)
·  Aufbau und Ablauforganisation müssen in einem Organisationshandbuchdargestellt werden
(Organigramm, Funktionsbeschreibungen, Stellenbeschreibungen, Leitbild,Verhaltenskodex, internes
Qualitätsmanagement …).
·  Im allgemeinen Betreuungskonzept hat die Ausformung der Leistung (Darstellung und Beschreibung der
Ziele, Maßnahmen und Methoden) auf die Einrichtung bezogen zu erfolgen.
3.2.2 Dokumentation
Anhand der Dokumentation muss der Betreuungs-/Unterstützungsverlauf nachvollziehbar sein.
Die klientInnenspezifische Dokumentation hat, soweit wie möglich, in Kooperation mit dem/der Betreuten und
Unterstützerkreis während der Betreuungszeit zu erfolgen und insbesondere Folgendes zu enthalten (in diesem
Zusammenhang sind die jeweiligen berufsrechtlichen Vorgaben zu beachten):
·  Zuweisungsdiagnose, Anamnesebogen, Interessensabklärung, Fähigkeitsprofil, Aufnahme in Form einer
Stammdatenerhebung (allgemein, pflegerisch) des Unterstützungs-/Förderbedarfes, der Kompetenzen und
Ressourcen, Betreuungsvereinbarung, Erfassen von Erwartungen  und Zielen des Menschen mit
Behinderung, zusätzliche Vereinbarungen mit Personen aus dem Herkunftssystem (Eltern,
Unterstützerkreis), Notfallsblatt, Gesundheitsblatt (Medikamente und Befunde) und dergleichen
·  Verlaufsdokumentation der erbrachten Leistungen auf Grundlage der Ziel- und Entwicklungsplanung sowie
regelmäßige Evaluierung der gesetzten Interventionen und Zieleerreichung (persönliche
Entwicklungsplanung)
·  Abschluss- bzw. Erfolgsbericht
·  Bei Pflegeleistungen muss eine Anordnung lt. GuKG (Arzt, DGKS/P) erfolgen sowie eine Pflegeplanung
gegeben sein und es müssen Durchführungsnachweise geführt werden.
·  Abschlussdokumentation der Betreuungs-/Förderleistung inklusive Maßnahmenerfolg
(Entwicklungsfortschritt) und weiterführende Empfehlungen
Die einrichtungsspezifischeDokumentation hat insbesondere Folgendes zu enthalten:
·  Erfassen der Qualifikationen, Fortbildungen und Supervisionen des Fachpersonals
·  Einsatzpläne (Dienstplan) des Fachpersonals
·  Dokumentation von Teambesprechungen
·  Erarbeiten und Erstellen eines Betriebskonzeptes, sexualpädagogischen Konzeptes bzw. eines Regelwerkes
für Akutinterventionen
·  Fahrtenbuch bei mobilem Dienst
3.2.3 Fachpersonal/Personalentwicklung
·  Fortbildungen sind wahrzunehmen.
·  Teambesprechungen und Supervision sind je nach Erfordernis abzuhalten bzw. in Anspruch zu nehmen.
·  Die Einschulung neuer MitarbeiterInnen ist sicherzustellen.
3.3. ERGEBNIS-STANDARDS
Die Ergebnis-Standards sind auf mehreren Ebenen darzustellen:
·  Der nutzerorientierten Sichtweise (Wahrnehmung der Leistungseigenschaften)
a.  Erwartete Leistung (bei Aufnahme bzw. lt. Betreuungsvereinbarung = erwartungsorientiert)
b.  Objektive Leistungsentwicklung (lt. Ziel- und Entwicklungsplan bzw. bei Leistungsabschluss =
ergebnisorientiert)
40
Anlage 1
27
c.  Subjektive Wahrnehmung der Leistung durch den NutzerInnen (= erlebnisorientiert)
·  Trägerorientierte Sichtweise
a.  Festlegen von Kennzahlen, die zur internen Evaluation der Qualität im Sinne der Selbstbewertung
geeignet sind
b.  Leistungsstandards als Maß für die Qualitätskontrolle
Die Prüfung des individuellen Maßnahmenerfolgs (im Sinne der individuellen Zielplanung) erfolgt über die
leistungszuerkennenden Behörden je nach Bedarf und Erfordernis durch Einholung eines
Sachverständigengutachtens (IHB-Team).
41
Anlage 1
28
Teilhabe an Beschäftigung in der Arbeitswelt (TaB BHG) II. B.
1. Funktion und Ziele
1.1. DEFINITION
Kurzbeschreibung:
Menschen mit Behinderung im erwerbsfähigen Alter werden bei der Entwicklung ihrer persönlichen und
beruflichen Kompetenzen gefördert und unterstützt, um ihre Teilhabe an Beschäftigung in der Arbeitswelt zu
ermöglichen.
Die Leistung wird vorrangig und nach Möglichkeit
1.  in Betrieben des ersten Arbeitsmarktes (= Kooperationspartner) erbracht,
2.  nur wenn dies dort nicht möglich oder zielführend ist, werden entsprechende trägereigene Betriebe
3.  bzw. trägereigene Räumlichkeiten (Stützpunkt) zur Vorbereitung oder Krisenbewältigung genutzt.
Die Förderung und Unterstützung orientiert sich einerseits an den Fähigkeiten, Möglichkeiten und Erwartungen
des Menschen mit Behinderung aber auch an der realistischen Umsetzbarkeit des Erlernten in der Arbeitswelt
und einer möglichst gemeindenahen Erreichbarkeit.
Je nach Profil des Menschen mit Behinderung und nach den Anforderungen des Arbeitsfeldes erfolgt die
Begleitung individuell bzw. einzeln oder in Gruppen.
Der Schwerpunkt der Leistung liegt in der Formung und Stärkung von Kompetenzen bzw. in der Erprobung und
nicht im Erfüllen/Ausfüllen eines Arbeitsplatzes.
Die Unterstützung erfolgt im Zusammenspiel mit dem weiteren Unterstützerkreis im Sinne der persönlichen
Zukunftsplanung, wie MentorInnen in den Firmen, Eltern und anderenBeteiligten.
1.2 Ziel:
Der Mensch mit Behinderung soll
1.  primär befähigt werden eine Berufsausbildung nach dem Berufsausbildungsgesetz oder eine Anstellung
in Betrieben des ersten Arbeitsmarktes
2.  bzw. in trägereigenen Betrieben zu realisieren;
3.  sonst soll eine inklusive Teilhabe an der Beschäftigung angestrebt bzw.sichergestellt werden.
Der Mensch mit Behinderung soll  –für den Fall dass noch keine bestimmten Zielsetzungen für die berufliche
Zukunft vorliegen –auf verschiedenen Arbeits- und Beschäftigungsplätzen mit unterschiedlichen Anforderungen
tätig sein und lebenspraktische Erfahrungen sammeln, um Entscheidungen für seine berufliche und persönliche
Zukunft treffen zu können. Gegebenenfalls können erworbene berufliche Qualifikationen in einem
Anlehrzertifikat Ausdruck finden.
1.3. ZIELGRUPPE
Die Leistung richtet sich an Menschen mit intellektueller/kognitiver, körperlicher, Sinnes- bzw. mehrfacher
Behinderung nach Beendigung der Schulpflicht, deren Fähigkeitsprofil erwarten lässt, dass bei entsprechender
und intensiver Förderung und Unterstützung eine inklusive Teilhabe an Beschäftigung in der Arbeitswelt
umgesetzt werden kann.
1.3.1 Zuweisungskriterien, die einzeln oder kumulativ vorliegen
Allgemein gilt, dass diese KlientInnen auf Grund ihrer Behinderung nicht in der Lage sind ohne entsprechende
Förderung und Unterstützung eine Teilhabe an Beschäftigung in der Arbeitswelt zu realisieren.
Die KlientInnen
·  haben eine intellektuelle/kognitive, körperliche, Sinnes- bzw. mehrfache Behinderung
·  haben die Schulpflicht erfüllt und sind im erwerbsfähigen Alter (zwischen 15 und 61 Jahren)
·  sind willens und motiviert sich intensiv auf eine inklusive Teilhabe an  Beschäftigung in der Arbeitswelt
vorzubereiten
42
Anlage 1
29
·  weisen ein Fähigkeitsprofil auf, das die berufliche Integration im Sinne einerinklusiven Teilhabe an
Beschäftigung in der Arbeitswelt nach entsprechender Förderung und Unterstützung erwarten lässt.
1.3.2 Ausschließungsgründe
Die Leistungsart darf von Menschen mit Behinderung nicht in Anspruch genommen werden,
·  die auf Grund ihrer persönlichen Voraussetzungen die Leistung nicht in Anspruch nehmen können,
·  die an einer Suchterkrankung leiden und/oder,
·  bei denen vordergründig eine psychische Erkrankung vorliegt.
1.4. AUSWAHL DES DIENSTES
Die Zuerkennung der Leistung hat sich an der Normalität und Subsidiarität zuorientieren.
Kombinationsmöglichkeit mit LEVO-Leistungen:
Vollzeit-betreutes
Wohnen
Trainings-Wohnung
Teilzeit-betreutes
Wohnen
Tagesbegleitung
und Förderung
Teilhabe an
Beschäftigung
Teilhabe an
Beschäftigung
Ja Ja Ja Nein
Frühförderung
Wohn-assistenz
Familien-entlastung
Freizeit-assistenz
Persönliches
Budget
Teilhabe an
Beschäftigung
Nein Ja Ja* Ja Ja
* maximal 200 Stunden jährlich
2. Leistungsangebot
Die Leistungserbringung hat sich an der Zielvorgabe im Individualbescheid auszurichten. Das
Leistungsspektrum richtet sich an den Lebensvorstellungen und Ressourcen des Menschen mit Behinderung aus
und umfasst neben den Umsetzungsmöglichkeiten auch persönliche undlebenspraktische Aspekte.
Das Leistungsspektrum richtet sich an den Lebensvorstellungen und Ressourcen des Menschen mit Behinderung
aus und umfasst neben den beruflichen Umsetzungsmöglichkeiten auch persönliche und lebenspraktische
Aspekte. Bei den Förderleistungen und -zielen ist darauf Bedacht zu nehmen, dass die Bedürfnisse und
Fähigkeiten der Menschen mit Behinderung möglichst mit den Anforderungen  des ersten Arbeitsmarkts im
Einklang sind.
2.1. GRUNDSÄTZE UND METHODISCHE GRUNDLAGEN
Grundsätze bezeichnen fundamentale Prinzipien der Inklusion und alltags- bzw.lebensweltorientierte Ansätze
behindertenpädagogischen bzw. sozialpsychiatrischen Handelns:
Prinzipien und Grundsätze der Inklusion und Teilhabe:
·  Selbstbestimmte Lebensführung und Einbeziehung in die Gemeinschaft: Menschen mit Behinderung
haben gleichberechtigt die Möglichkeit ihren Aufenthaltsort zu wählen, zu entscheiden, wo und mit wem
sie leben und haben Zugang zu gemeindenahen Unterstützungsdienstenzu Hause und in Einrichtungen.
·  Normalisierung: Gleichberechtigte Teilhabe und Teilnahme am Leben der nicht behinderten Menschen.
Die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderung entsprechen weitgehend denen von Menschen
ohne Behinderung. Der Mensch mit Behinderung findet Arbeitsbedingungen und Situationen vor, die
denen der Allgemeinheit entsprechen. Im Mittelpunkt steht die räumliche Trennung der Bereiche Wohnen
und Arbeit und damit die Möglichkeit verschiedene soziale Rollen (z.B. Arbeitskollegin/Arbeitskollege,
Freundin/Freund) wahrnehmen zu können.
·  Inklusion und Partizipation: Inklusion ist die untrennbare Einheit von sozialer Gemeinschaft und  einer
am einzelnen Menschen orientierten Erziehung, Bildung und Lebensgestaltung aller ihrer MitgliederInnen.
Menschen mit Behinderung erhalten das notwendige Maß an Unterstützung für eine aktive Partizipation am
gesellschaftlichen Leben.
43
Anlage 1
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·  Unteilbarkeit: Grundsätzlich kann jeder Mensch mit Behinderung, unabhängig von  Art, Ausmaß und
Schweregrad der Behinderung, inklusiv an der Gesellschaft teilhaben. Alle ankonkreten Hilfeplanungen
und Maßnahmen beteiligten Personen arbeiten freiwillig mit.
·  Ganzheitlichkeit: Die jeweilige Lebenswirklichkeit ist angemessen zu berücksichtigen undin alle
Maßnahmen von Förderung und Lebensbewältigung einzubeziehen.
·  Individualisierung: Alle Unternehmungen, die Lebensqualität erhalten und verbessern sowie
Handlungskompetenzen zur Lebensbewältigung betreffen, müssen auf den einzelnen Menschen
ausgerichtet sein und Wünsche, Bedürfnisse und Besonderheiten einbeziehen.
·  Wahlrecht und Selbstbestimmung: An der Inklusion ausgerichtete Prozesse sollen in adäquater Form
miteinander geplant, durchgeführt und reflektiert werden.
·  Empowerment: Menschen mit Behinderung treffen Entscheidungen, die ihre Person  betreffen selbst bzw.
sie sind zumindest maßgeblich an den Entscheidungsprozessen beteiligt. Die Selbstständigkeit dient der
Förderung und Stärkung des persönlichen Handlungsspielraums und der Eigenverantwortung und somit der
Gleichstellung mit Menschen ohne Behinderung. Die Strukturen der Leistung sind daher nur auf eine
angemessene Hilfe zur Selbsthilfe auszurichten.
·  Kommunikation/Zugang zu Informationen: Bei Bedarf wird „Unterstützte Kommunikation“ als
Methode angewandt; Vereinbarungen sind mit den Menschen mit Behinderung zu erarbeiten und in einer
leicht verständlichen Version (Leichter Lesen) zu gestalten.
·  Mitgestaltung der Dienstleistung: Die Leistungserbringung wird durch/von NutzerInnen mitgestaltet und
in ihrer Erbringungsqualität bewertet. Der Träger von Einrichtungen undDiensten der Behindertenhilfe hat
die Bildung einer Interessensvertretung der KlientInnen in geeigneter Weise anzuregen und zu unterstützen.
Bei allen wichtigen Fragen (z.B. Betriebsordnung oder Änderung des Leistungsangebotes) ist die gewählte
Interessensvertretung zu hören und hat ein Mitwirkungsrecht.
·  Berufliche Inklusion: Diese versteht sich als selbstverständliche Teilhabe und Zugehörigkeit von
Menschen mit Beeinträchtigung an der Gesellschaft bzw. in die Arbeitswelt. Die inklusive Beschäftigung
erreicht dies in mehrfacher Hinsicht:
o  Durch die räumliche Anbindung an Wirtschaftsbetriebe, Vereine, etc. und damit verbunden kurze
Wegzeiten vom Wohnort (physische Inklusion)
o  Durch den Aufbau regelmäßiger sozialer Kontakte im Beschäftigungsalltag (soziale Inklusion)
o  Durch eine sinnvolle Einbettung in die Abläufe des Arbeitsfeldes (funktionale Inklusion)
o  und damit dem Aufrechterhalten privater sozialer Kontakte
·  Orientierung an den Standards und Prinzipien „Europäischer Werkzeugkoffer für unterstütze
Beschäftigung“ der EUSE(European Union of Supported Employment)
2.2. GRUNDSÄTZE
Die Menschen mit Behinderung sollen in die Lage versetzt werden eine Teilhabe an Beschäftigung in der
Arbeitswelt zu realisieren.
Aufbauend auf den Fähigkeiten des Menschen mit Behinderung (Fähigkeitsprofil), unter Berücksichtigung
seiner Wünsche und Pläne, seiner sozialen Einbettung und realistischer beruflicher und persönlicher
Perspektiven sind effiziente und zielführende Ausblicke in die Zukunft zu  entwickeln und Maßnahmen in
erforderlichem Umfang und in notwendiger Intensität zu setzen. Die angezielten Beschäftigungsfelder müssen
für die Teilnehmerin/den Teilnehmer sowohl in persönlicher als auch in regionalerHinsicht realisierbar sein.
Die Träger haben ein Betreuungs- und Begleitungskonzept der Leistungserbringung zu entwickeln und
schriftlich festzuhalten, welches auf die Zielgruppe und den Inhalt der Leistung abgestimmt ist.
Im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe und Nutzung der sozialen Ressourcen giltes insbesondere Folgendes zu
begleiten und zu fördern:
Unterstützung, Betreuung und Begleitung:
Die Gestaltung der Beschäftigungsangebote muss sich an folgenden qualitativenKriterien orientieren:
·  Erstellen eines Fähigkeitsprofils: Abläufe sind so zu gestalten, dass die jeweiligen Fähigkeiten,
Fertigkeiten und das Wissen der Menschen mit Behinderung berücksichtigt,  gefördert und erweitert
werden
·  Bewerten der Arbeitsplatzsituation: Bei der Gestaltung der Arbeitsplätze ist darauf zuachten, dass die
Tätigkeiten zumutbar und nicht gesundheitsschädlich sind; eine einseitige Vorteilnahme durch den
Kooperationspartner ist zu vermeiden
44
Anlage 1
31
·  Arbeitsplatz-Übereinstimmung: Die Tätigkeiten sollen Erfolgserlebnisse und  Selbständigkeit
ermöglichen
Die Leistungen sind bedarfsgerecht, im Sinne der Normalität und Hilfe zurSelbsthilfe und unter
Berücksichtigung des „Europäischen Werkzeugkoffers für unterstützte Beschäftigung“ auszurichten.
Es gilt auch die Ressourcen des Unterstützerkreis (Familie, PartnerInnen, UnterstützerInnen…) zu nutzen!
Dieser wird als Partner im Prozess gesehen.
Zl.  Leistung
1  Heranziehung eines praxis- und stärkenbezogenen Fähigkeitsprofils und  einem daraus folgenden
Entwicklungsplan bzw. Erstellung eines solchen im Sinne einer persönlichen Zukunftsplanung
2  Gemeinsam mit dem Menschen mit Behinderung/Unterstützerkreis vorbereiten,planen und durchführen
der Maßnahmen in den Betriebendes 1. Arbeitsmarktes bzw. trägereigenen Betrieben/  Räumlichkeiten
zur Vorbereitung oder Krisenbewältigung
3  Training der Schlüsselqualifikationen (Soft Skills), falls notwendig, die denEinstieg und die Teilhabe an
Beschäftigung in der Arbeitswelt möglich machen (Pünktlichkeit, Ausdauer, Mobilität, …)
4  Akquirieren von Betrieben des 1. Arbeitsmarktes, die sich als Kooperationspartner eignen, Formen der
Kooperation entwickeln und entsprechende Vereinbarungen abschließen
5  Fördern und bilden (Lesen, Schreiben, Rechnen, Lebenspraxis, Mobilität, Fachtheorie, …) vorbereitend
und begleitend
6  Förderung und Entwicklung der beruflichen/handwerklichen Kompetenzendurch praktische
Vorförderung, falls notwendig
7  Begleiten der beruflichen Tätigkeit der Teilnehmer (individuell oder in Gruppen)in den Betrieben der
Privatwirtschaft durch Kontakt, Beratung, Unterstützung und Koordination
8  Betriebskontakte (mit dem potentiellen Arbeitgeber) durch Beratung, Unterstützung und Koordination
9  Sicherstellen einer dem Unterstützungsbedarf angepassten Form der Pflege
10  Koordination des Unterstützerkreises im Sinne eines zielorientieren Vorgehens
11  Organisation von weiterführenden Maßnahmen, wie einer (integrativen) Lehre, eines Arbeitsplatzes oder
anderen Leistung
2.3. LEISTUNGSUMFANG
Art  Inhalt/Tätigkeit
Durchgängige
Anwesenheit/
Erreichbarkeit
Teilstationär
Die Leistungszeiten orientieren sich an den Bedürfnissen des Menschen
mit Behinderung sowie an den Arbeitszeiten in den Firmen;
üblicherweise von Montag bis Freitag an allen Werktagen. Je nach
Arbeitsbereich kann die Leistungserbringung auch an Samstagen,
Sonntagen und Feiertagen erfolgen.
8 Stunden täglich
(38 Stunden pro Woche)
248
Tage/Jahr
Die Leistung wird vorrangig in Betrieben des ersten Arbeitsmarktes, in trägereigenen Betrieben und
Räumlichkeiten zur Vorbereitung oder Krisenbewältigung erbracht. Der Einsatz der Leistung hat bedarfsgerecht,
zweckmäßig und kosteneffizient zu erfolgen.
KlientInnen sind an den finanziellen Erfolgen (Erlösen) ihrer Beschäftigung zu beteiligen. Wenn es sich um
Gruppenleistungen handelt in anteilsmäßiger Form, bei Einzelbeschäftigungsplätzengilt es entsprechende faire
Abgeltungen zu realisieren.
Die Verpflegung in den Firmen und den Einrichtungen ist im Sinne der Normalität zu gestalten.
Das IHB-Team hat vorzuschlagen
·  das seitens des IHB-Teams mit dem Klienten/der Klientin sowie dem UnterstützerInnenkreis (z.B.
Familie, pädagogisches Betreuungspersonal) abgestimmte individuelle Betreuungs-und
Entwicklungsziel (in Form einer Empfehlung)
·  die Dauer der Leistungszuerkennung als auch
45
Anlage 1
32
·  das Beschäftigungsausmaß für den Klienten/die Klientin (bei den Kooperationspartnern am ersten
Arbeitsmarkt sowie in trägereigenen Betrieben; max. 5 aufeinanderfolgende Tage/38 Std. pro Woche);
sofern nicht aufgrund von arbeitsrechtlichen Vorschriften aufgrund  eines Beschäftigungsverhältnisses
anderes gilt.
3. Qualitätssicherung
Unter Qualität versteht man die Gesamtheit von Eigenschaften und Merkmalen einer Dienstleistung, die sich auf
deren Eignung zur Erfüllung festgelegter oder vorausgesetzter Erfordernisse beziehen. Um den Bezug zwischen
den Merkmalen einer Leistung und den Anforderungen, die an sie gestellt werden, herstellen zu können, müssen
Ausgangspunkt (Was soll geändert werden?), Zieldefinition (Was soll erreicht werden und womit soll es erreicht
werden?) und Zielerreichung (Welche Maßnahmen wurden gesetzt und wie wurdendie Ziele erreicht?)
weitestgehend übereinstimmen.
3.1. STRUKTUR-STANDARDS
3.1.1 Auswahl der Kooperationspartner am ersten Arbeitsmarktes
Bei der Auswahl der Kooperationspartner sollen nach Möglichkeit folgende Gesichtspunkte (nebst der
Bereitschaft des Kooperationspartners zur Zusammenarbeit) berücksichtigt werden:
·  Wohnortnähe und/oder verkehrsgünstige Lage
·  Geeignetes fähigkeitsorientiertes Arbeitsfeld
·  Arbeitssicherheit und Unfallverhütung
·  Geeignete Sanitärräume, Umkleidebereiche, Aufenthaltsräume
·  Bei Bedarf Möglichkeit einer Pflegeversorgung durch mobile Dienste
·  Barrierefreiheit bzw. Möglichkeit spezieller Adaptierungen/Maßnahmen für die Zielgruppe (z.B.
Rollstuhlfahrer, Blinde, Gehörlose)
3.1.2 Auswahl der Kooperationspartner als trägereigener Betrieb
Bei der Auswahl der Kooperationspartner sollen nach Möglichkeit dieselben Gesichtspunkte wie bei
Kooperationspartnern am ersten Arbeitsmarkt berücksichtigt werden:
3.1.3 Trägereigene Räumlichkeiten zur Vorbereitung und Krisenbewältigung
·  Büroräume
·  Toiletten und Nassräume
·  Besprechungszimmer
·  Schulungsräume (theoretische Schulungen)
·  Werksbereiche (praktische/handwerkliche Förderungen)
·  Garderobe
·  Lager
Als Werksbereiche können trägereigene oder trägerübergreifende Werkstätten  genutzt werden, die über eine
bescheidmäßige Bewilligung nach dem StBHG verfügen.
Die konkreten Ausstattungsmerkmale des Stützpunktes oder der trägereigenen Werkstätte sind im Rahmen des
Betriebsbewilligungsverfahrens individuell festzulegen (Richtwert 15 m
2
Gesamtraumbedarf je Mensch mit
Behinderung). Die Einrichtung ist jeweils nach den aktuellen bautechnischen Normen und dem aktuellen Stand
der Technik zu errichten, insbesondere bzgl. der Vorgaben zu barrierefreiem Bauen und Einrichten.
Bei den Kooperationspartnern am ersten Arbeitsmarkt sowie in trägereigenen Betrieben werden keine Vorgaben
hinsichtlich des Gesamtraumbedarfes gemacht.
3.1.4. Fachpersonal
(Pädagogische) Leitung:
·  Das Leitungspersonal richtet sich nach der Anzahl des Betreuungspersonals.
Maximalwert: 6,7 % Dienstposten/100 % BetreuerInnendienstposten
46
Anlage 1
33
Betreuungspersonalbedarf:
Die Anzahl des einzusetzenden Betreuungs-/Fachpersonals richtet sich nach der Anzahl der zu betreuenden
Menschen mit Behinderung sowie deren individuellen Betreuungsbedarf.
Eine kurzfristige Unterschreitung dieses Bedarfs an Betreuungs-/Fachpersonal  ist nur bei nicht planbaren
Situationen im Rahmen eigener pädagogischer Verantwortung, und sofern eine ordnungsgemäße Betreuung der
KlientInnen gewährleistet ist, zulässig.
Personalbedarf:
Leichter Grad der Beeinträchtigung 23 % DP/KlientIn
Mittlerer Grad der Beeinträchtigung 23 % DP/KlientIn
Hoher Grad der Beeinträchtigung 40 % DP/KlientIn
Höchster Grad der Beeinträchtigung 40 % DP/KlientIn
Personalausstattung/Qualifikation:
Schlüsselqualifikationen des Fachpersonals müssen soziale Kompetenz, Kommunikationsfähigkeit,
Organisationstalent, Verlässlichkeit, Belastbarkeit und Fähigkeit zur Selbstreflexion sein.
Das multiprofessionelle Team setzt sich aus folgenden Berufsgruppen zusammen, die Ausbildungen müssen
(außer beim Fachpersonal in Ausbildung) zur Gänze abgeschlossen sein:
Diplom- und FachsozialbetreuerInnen mit Spezialisierung BB und BA (MitarbeiterInnen von Trägern der
Behindertenhilfe, die am 1. Juni 2011 als BehindertenpädagogIn oder Behinderten(fach)betreuerIn tätig waren,
gelten bis 31. Dezember 2014 als qualifiziert), Studienabschluss Pädagogik mitSchwerpunkt Heil- und
Sonderpädagogik, Sozialpädagogik, Integrationspädagogik und heilpädagogische Psychologie,
PflichtschullehrerInnen mit Lehramt (Volks-, Haupt-, Sonder-, Polytechnische Schule und Religionspädagogik),
SonderschullehrerInnen, BerufschullehrerInnen in ihrem Berufsbild entsprechender Verwendung,
SozialarbeiterInnen, AbgängerInnen der Akademie und der FH Studien SozialeArbeit, Bundeslehranstalt und
Kolleg für Sozialpädagogik, PsychologInnen, TherapeutInnen laut MTD-Gesetze  (Ergo-, und
PhysiotherapeutInnen und LogopädInnen), Dipl. Gesundheits- und Krankenschwestern/-pfleger, Fachpersonal in
Ausbildung (keine PraktikantInnen) zu einem der vorgenannten Berufe (maximal 30% des Fachpersonals).
Fachpersonal in Ausbildung darf nur unter Anleitung des ausgebildeten Fachpersonals tätig werden.
Fachkräfte mit Lehrabschlussprüfung in einem handwerklichen, gewerblichen oder kaufmännischen Beruf sowie
zusätzlicher pädagogischer Qualifikation (mindestens 200 Std. Theorie) und inseinem/ihrem Berufsbild
entsprechender Verwendung, AbsolventInnen mittlere und höhere berufsbildender oder kunsthandwerklicher
Schulen mit Lehrabschluss sowie zusätzlicher pädagogischer Qualifikation (mindestens 200 Std. Theorie) und in
seinem/ihrem Berufsbild entsprechender Verwendung.
Ausbildungen müssen in Ausbildungseinrichtungen, welche vom Bund bzw. den Ländern anerkannt sind,
abgeschlossen werden (Universität, Fachhochschule, Akademien, Einrichtungennach StSBBG).
Für sämtliche Berufe, einschließlich der Aus- und Fortbildung, gelten die entsprechenden gesetzlichen
Bestimmungen (wie StSBBG, GuKG etc.).
3.2. PROZESS-STANDARDS
Die Prozess-Standards stellen sich in der Planung, Strukturierung und im Ablauf der Leistungserbringung dar.
Art und Inhalt der Leistungserbringung ergeben sich aus den Zielen der Leistungsart.
3.2.1 Organisationsdarstellung (Betriebskonzept)
·  Darstellung der strukturellen Gegebenheiten, wie Standort, Infrastruktur, Räumlichkeiten und Ausstattung,
Personalausstattung, Leistungsangebote, …)
·  Aufbau und Ablauforganisation müssen in einem Organisationshandbuchdargestellt werden
(Organigramm, Funktionsbeschreibungen, Stellenbeschreibungen, Leitbild,Verhaltenskodex, internes
Qualitätsmanagement …).
47
Anlage 1
34
·  Im allgemeinen Betreuungskonzept hat die Ausformung der Leistung (Darstellung und Beschreibung der
Ziele, Maßnahmen und Methoden) auf die Einrichtung bezogen zu erfolgen.
48
Anlage 1
35
3.2.2 Dokumentation
Anhand der Dokumentation muss der Betreuungs-/Unterstützungsverlauf nachvollziehbar sein.
Die  klientInnenspezifischeDokumentation hat, soweit wie möglich, in Kooperation mit dem/der Betreuten
während der Betreuungszeit zu erfolgen und insbesondere Folgendes zu enthalten (in diesem Zusammenhang
sind die jeweiligen berufsrechtlichen Vorgaben zu beachten):
·  Zuweisungsdiagnose, Anamnesebogen, Interessensabklärung, Fähigkeitsprofil
·  Dokumentation der Aufnahme in Form einer Stammdatenerhebung (allgemein, pflegerisch) des
Unterstützungs-/Förderbedarfes, der Kompetenzen und Ressourcen, Betreuungsvereinbarung, Erfassen von
Wünschen und Zielen des Menschen mit Behinderung, zusätzliche Vereinbarungen mit Personen aus dem
Herkunftssystem (Eltern, Unterstützerkreis), Notfallsblatt, Gesundheitsblatt (Medikamente und Befunde)
und dergleichen
·  Verlaufsdokumentation der erbrachten Leistungen auf Grundlage der Ziel- und Entwicklungsplanung sowie
regelmäßige Evaluierung der gesetzten Interventionen und Zielerreichung (persönliche Zukunftsplanung)
·  Abschluss- bzw. Erfolgsbericht
·  Bei Pflegeleistungen muss eine Anordnung lt. GuKG (Arzt, DGKS/P) erfolgen sowie eine Pflegeplanung
gegeben sein und es müssen Durchführungsnachweise geführt werden.
·  Abschlussdokumentation der Betreuungs-/Förderleistung inklusive Maßnahmenerfolg
(Entwicklungsfortschritt) und weiterführende Empfehlungen
Die einrichtungsspezifischeDokumentation hat insbesondere Folgendes zu enthalten:
·  Erfassen der Qualifikationen, Fortbildungen und Supervisionen
·  Einsatzpläne (Dienstplan)
·  Dokumentation von Teambesprechungen
·  Erarbeiten und Erstellen eines Betriebskonzeptes, sexualpädagogischen Konzeptes bzw. eines Regelwerkes
für Akutinterventionen
·  Fahrtenbuch bei mobilem Dienst
3.2.3 Fachpersonal/Personalentwicklung
·  Fortbildungen wahrzunehmen.
·  Teambesprechungen und Supervisionen sind je nach Erfordernis abzuhalten bzw. in Anspruch zu nehmen.
·  Die Einschulung neuer MitarbeiterInnen ist sicherzustellen.
3.3. ERGEBNIS-STANDARDS
Die Ergebnis-Standards sind auf mehreren Ebenen darzustellen:
·  Der nutzerorientierten Sichtweise (Wahrnehmung der Leistungseigenschaften)
a.  Erwartete Leistung (bei Aufnahme bzw. lt. Betreuungsvereinbarung = erwartungsorientiert)
b.  Objektive Leistungsentwicklung (lt. Ziel- und Entwicklungsplan bzw. bei Leistungsabschluss =
ergebnisorientiert)
c.  Subjektive Wahrnehmung der Leistung durch den NutzerInnen (= erlebnisorientiert)
·  Trägerorientierte Sichtweise
a.  Festlegen von Kennzahlen, die zur internen Evaluation der Qualität geeignet sindSelbstbewertung)
b.  Leistungsstandards als Maß für die Qualitätskontrolle
Die Prüfung des individuellen Maßnahmenerfolgs (im Sinne der individuellen Zielplanung) erfolgt über die
leistungszuerkennenden Behörden je nach Bedarf und Erfordernis durch Einholung eines
Sachverständigengutachtens (IHB-Team).
49
Anlage 1
36
Interdisziplinäre Frühförderung und Familienbegleitung (IFF) III. A.
1. Funktion und Ziele
1.1. DEFINITION
Kurzbeschreibung:
Die interdisziplinäre Frühförderung und Familienbegleitung wird überwiegendin der Wohnung des betreuten
Kindes durchgeführt, die Familienmitglieder sind in die Betreuung einzubeziehen. In erforderlichen Fällen kann
die Betreuung auch ambulant in der Frühförderstelle erfolgen.
Ziel:
Die interdisziplinäre Frühförderung und Familienbegleitung soll durch möglichst früh einsetzende Arbeit mit
dem Kind und seiner Familie unter Einbeziehung des gesamten Umfeldes und anderen Fachleuten ermöglichen,
dass die Erziehenden und die Familie die Situation besser bewältigen lernen. Primärbehinderungen sollen
beseitigt oder gelindert bzw. sich ergebende Sekundärbehinderungen oder Beeinträchtigungen vermieden
werden.
1.2. ZIELGRUPPE
Kinder bis maximal 3 Monate nach Schuleintritt.
1.2.1 Zuweisungskriterien, die einzeln oder kumulativ vorliegen
Kinder, die eine
·  Verhaltensauffälligkeit zeigen,
·  Behinderungen haben,
·  Entwicklungsverzögerung aufweisen und/oder
·  Behinderungsbedrohung nicht ausschließen lassen.
Interdisziplinäre Frühförderung und Familienbegleitung kann parallel zum Kinder-  oder Sonderkindergarten
gewährt werden.
1.2.2 Ausschließungsgründe
·  Wenn Frühförderung nach dem Steiermärkischen Kinder- und Jugendhilfegesetz (StKJHG) geleistet
wird.
·  Bei Übertritt eines Kindes in die Schule ist es jedoch möglich, über einen begrenzten Zeitraum die
Frühförderung parallel zu beanspruchen. Dieser Zeitraum ist auf die Notwendigkeit abzustimmen, darf
jedoch nicht mehr als 3 Monate betragen.
1.3. AUSWAHL DES DIENSTES
Die interdisziplinäre Frühförderung und Familienbegleitung hat möglichst früh einzusetzen.
Kombinationsmöglichkeit mit LEVO-Leistungen:
Vollzeit-betreutes
Wohnen
Trainings-Wohnung
Teilzeit-betreutes
Wohnen
Tagesbegleitung
und Förderung
Teilhabe an
Beschäftigung
Frühförderung
Frühförderung  Nein  Nein  Nein  Nein  Nein
Frühförderung
(IFF-Seh)
Frühförderung
(IFF-Hör)
Wohn-assistenz
Familien-entlastung
Freizeitassiste
nz
Persönliches
Budget
Frühförderung  Ja  Ja  Nein  Ja  Nein  Nein
50
Anlage 1
37
2. Leistungsangebot
Die Leistungserbringung hat sich an der Zielvorgabe im Individualbescheid auszurichten. Das
Leistungsspektrum richtet sich an den Lebensvorstellungen und Ressourcen des Menschen mit Behinderung aus
und umfasst neben den Umsetzungsmöglichkeiten auch persönliche undlebenspraktische Aspekte.
2.1. GRUNDSÄTZE UND METHODISCHE GRUNDLAGEN
Grundsätze bezeichnen fundamentale Prinzipien der Inklusion und alltags- bzw.lebensweltorientierte Ansätze
behindertenpädagogischen bzw. sozialpsychiatrischen Handelns.
Prinzipien und Grundsätze der Inklusion und Teilhabe:
·  Frühzeitigkeit:Die Frühförderung beginnt so früh wie möglich.
·  Normalisierung:Gleichberechtigte Teilhabe und Teilnahme am Leben der nicht behinderten
Menschen. Die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderung entsprechen weitgehend denen von
Menschen ohne Behinderung.
·  Inklusion und Partizipation:Inklusion ist die untrennbare Einheit von sozialer Gemeinschaft und
einer am einzelnen Menschen orientierten Erziehung, Bildung und Lebensgestaltung aller ihrer
Mitglieder. Menschen mit Behinderung erhalten das notwendige Maß an Unterstützung für eine aktive
Partizipation am gesellschaftlichen Leben.
·  Unteilbarkeit:Grundsätzlich kann jeder Mensch mit Behinderung, unabhängig von Art, Ausmaß und
Schweregrad der Behinderung, inklusiv an der Gesellschaft teilhaben. Alle an konkreten
Hilfeplanungen und Maßnahmen beteiligten Personen arbeiten freiwillig mit.
·  Ganzheitlichkeit:Die jeweilige Lebenswirklichkeit ist angemessen zu berücksichtigen und in alle
Maßnahmen von Förderung und Lebensbewältigung einzubeziehen.
·  Individualisierung:Alle Unternehmungen, die Lebensqualität erhalten und verbessern sowie
Handlungskompetenzen zur Lebensbewältigung betreffen, müssen aufden einzelnen Menschen
ausgerichtet sein und Wünsche, Bedürfnisse und Besonderheiten einbeziehen.
·  Wahlrecht und Selbstbestimmung:An der Inklusion ausgerichtete Prozesse sollen in adäquater Form
miteinander geplant, durchgeführt und reflektiert werden.
·  Empowerment:Menschen mit Behinderung treffen Entscheidungen, die ihre Person  betreffen selbst
bzw. sie sind zumindest maßgeblich an den Entscheidungsprozessen beteiligt. Die Selbstständigkeit
dient der Förderung und Stärkung des persönlichen Handlungsspielraums und der Eigenverantwortung
und somit der Gleichstellung mit Menschen ohne Behinderung.
·  Kommunikation/Zugang zu Informationen:  Bei Bedarf wird Unterstützte Kommunikation als
Methode angewandt. Vereinbarungen sind mit den Menschen mit Behinderungzu erarbeiten und in
einer leicht verständlichen Version zu gestalten (Leichter-Lesen-Version).
·  Mitgestaltung der Dienstleistung:Die Leistungserbringung wird durch/von NutzerInnen mitgestaltet
und in ihrer Erbringungsqualität bewertet.
2.2. GRUNDSÄTZE DER PÄDAGOGISCHEN BETREUUNGSARBEIT
Die pädagogische Betreuungsarbeit soll insbesondere Folgendes fördern:
Arbeit mit dem Kind:
·  der/die interdisziplinäre FrühförderIn und der/die FamilienbegleiterIn haben das Kindmit Behinderung
ganzheitlich zu fördern
·  Erstellen einer pädagogischen Diagnose auf Grundlage der individuellen Fähigkeiten
·  Erstellung eines Förderplanes
·  Förderung von vorhandenen Fähigkeiten durch Einsatz des geeigneten Spiel-und Fördermaterials
·  Training selbstständig alltägliche Handlungen durchzuführen
·  Aufarbeitung von Defiziten
·  Auseinandersetzung mit dem Kind auf spielerische Art und Weise
·  Förderung und Erweiterung der Selbstständigkeit und des Handelns
51
Anlage 1
38
Familienbegleitung:
·  Unterstützung und Beratung der Familie bei der Auseinandersetzung mit Fragen  zur Behinderung,
Entwicklungsverzögerung oder bei Verhaltensauffälligkeiten des Kindes.
·  Diese Art der Familienbegleitung soll den Erziehungsberechtigten ein breitgefächertes Angebot an
fachspezifischen Informationen, Fehler in der Erziehung vermeiden und Unterstützung bei der Auswahl
weiterer Ausbildungs- bzw. Förderungsmöglichkeiten bieten.
·  Begleitung zu (fach-)ärztlichen oder therapeutischen Terminen (Erstkontaktaufnahme sowie fachlicher
Austausch maximal zweimal jährlich).
Interdisziplinäre Arbeit:
·  Kooperation mit Fachleuten (ÄrztInnen, TherapeutInnen und dergleichen), Institutionen (Kindergärten,
Schulen und dergleichen) durch Kontaktaufnahme und Gespräche
·  die interdisziplinäre Zusammenarbeit soll die bestmögliche Weiterentwicklung des Kindes sicherstellen
2.3. LEISTUNGSUMFANG
Die Leistung ist wie folgt zu erbringen:
Art  Inhalt/Tätigkeit
Durchgängige
Anwesenheit/
Erreichbarkeit
Mobil:
An allen Werktagen
Die Betreuung erfolgt grundsätzlich 1 bis 2 Mal pro Woche
gemäß Förderplan und bewilligtem Leistungsumfang
248 Tage/Jahr
Montag-Freitag
3. Qualitätssicherung
Unter Qualität versteht man die Gesamtheit von Eigenschaften und Merkmalen einer Dienstleistung, die sich auf
deren Eignung zur Erfüllung festgelegter oder vorausgesetzter Erfordernisse beziehen. Um den Bezug zwischen
den Merkmalen einer Leistung und den Anforderungen, die an sie gestellt werden, herstellen zu können, müssen
Ausgangspunkt (Was soll geändert werden?), Zieldefinition (Was soll erreicht werden und womit soll es erreicht
werden?) und Zielerreichung (Welche Maßnahmen wurden gesetzt und wie wurdendie Ziele erreicht?)
weitestgehend übereinstimmen.
3.1. STRUKTUR-STANDARDS
Standort und Umgebung:
Betreuungsort ist der Wohnbereich des Kindes bzw. die Frühförderstelle.
Raumbedarf:
Büro der Einsatzleitung, Förderraum mit zeitgemäßer technischer Ausstattungsowie Arbeits- und
Spielmaterialien u.a. Fördermaterialien
3.1.2 Fachpersonal
(Pädagogische) Leitung:
Das Leitungspersonal richtet sich nach der Anzahl des Betreuungspersonals.
Maximalwert: 6,7 % Dienstposten je 100 % BetreuerInnendienstposten
Personalbedarf:
Die für bzw. mit dem/der KlientIn zu erbringende Leistungszeit wird als unmittelbare Betreuungszeit geführt
und ist leistungsbeschreibungskonform herzustellen. Zur unmittelbarenBetreuungszeit kann als maximaler Wert
ein Zeitaufwand von 50 Prozent als mittelbare Betreuungszeit (Vor- und  Nachbereitung und dergleichen)
aufgewendet werden. Die allfällig erforderlichen Fahrzeiten zur Herstellung der unmittelbaren Betreuungszeit
52
Anlage 1
39
und somit die Zeit zur Erreichung des Wohnortes des Menschen mit Behinderung (Hin- und Rückfahrt) ist
effizient und zweckmäßig zu gewährleisten.
Personalausstattung/Qualifikation:
Die MitarbeiterInnen haben eine abgeschlossene Grundausbildung im psychosozialen Bereich sowie den
Abschluss der Ausbildung zur/zum
·  AkademischeR FrühförderIn und FamilienbegleiterIn
·  DiplomierteR FrühförderIn und FamilienbegleiterIn
·  SonderkindergartenpädagogIn
Ausbildungen müssen in Ausbildungseinrichtungen, welche vom Bund bzw. den Ländern anerkannt sind,
abgeschlossen werden (Universität, Fachhochschule, Akademien, Einrichtungennach StSBBG).
Für sämtliche Berufe einschließlich der Aus- und Fortbildung gelten die entsprechenden gesetzlichen
Bestimmungen (wie StSBBG, etc.).
3.2. PROZESS-STANDARDS
Die Prozess-Standards stellen sich in der Planung, Strukturierung und im Ablauf der Leistungserbringung dar.
Art und Inhalt der Leistungserbringung ergeben sich aus den Zielen der Leistungsart.
3.2.1 Organisation
·  Aufbau und Ablauforganisation müssen in einem Organisationshandbuchdargestellt werden
(Funktionsbeschreibungen, Stellenbeschreibungen)
·  im Betreuungskonzept hat eine Darstellung und Beschreibung der Ziele und Methoden zu erfolgen
3.2.2 Dokumentation
Anhand der Dokumentation muss der Betreuungsverlauf nachvollziehbar sein.
Die  klientInnenspezifischeDokumentation hat, soweit wie möglich, in Kooperation mit der Familie/dem/der
Betreuten während der Betreuungszeit zu erfolgen und insbesondere Folgendes zu enthalten (in diesem
Zusammenhang sind die jeweiligen berufsrechtlichen Vorgaben zu beachten):
Vorgeschichte/Erstkontakt:
·  KlientInnenanfrage (mit Zuweisungsdiagnose) und Interessensabklärung
·  Ersterhebung mit Erstanamnese
Stammdaten:
·  Anamnesebogen
·  ganzheitliche Beschreibung des/der KlientIn und der Familiensituation
·  Notfallblatt
Betreuungsdokumentation:
·  Individuelle Betreuungs-Assistenzvereinbarung (mit den Eltern)
·  Prozessverlaufsdokumentation der Interventionen
·  Betreuungs- und Entwicklungsbericht bzw. Entwicklungsplan
·  Fahrtenbuch
Entwicklungsdokumentation:
·  IST-Standerhebung (Stärken/Schwächen-Profil)
·  Bedürfnisprofil (lfd. zu aktualisieren)
·  Entwicklungsgespräch mit dem Kind und den Eltern/DiplomsozialarbeiterInnen
53
Anlage 1
40
·  Förderpläne
·  Zielpläne
·  Abschlussbericht inkl. Fördererfolg
Die einrichtungsspezifischeDokumentation hat insbesondere Folgendes zu enthalten:
·  Leistungsdokumentation
·  Jahresentwicklungsbericht
·  Fahrtenbuch
·  Nachweis –Häufigkeit und Dauer der Betreuungsleistung
·  Dokumentation von Teambesprechungen und Fortbildungen bzw. Supervisionen des Fachpersonals
Arbeit mit dem Herkunftssystem des Kindes:
·  Elterngespräch insbesondere bei Neuaufnahme, Beendigung und bei besonderem Bedarf.
Außenkontakte mit Bezug zum Kind:
·  Helferkonferenz bei Aufnahme, Beendigung und bei besonderem Bedarf (z.B. ÄrztInnen,
TherapeutInnen, SozialarbeiterInnen).
3.2.3 Fachpersonal/Personalentwicklung
·  Fortbildungen sind wahrzunehmen.
·  Teambesprechungen und Supervisionen sind je nach Erfordernis  abzuhalten und in Anspruch zu
nehmen.
·  Die Einschulung neuer MitarbeiterInnen ist sicherzustellen.
3.3. ERGEBNIS-STANDARDS
Die Ergebnis-Standards stellen sich im Zielerreichungsgrad der Leistungserbringung dar. Es ist dabei das
erreichte Ergebnis regelmäßig mit den konkretisierten Zielen im individuellen Hilfeplan zu vergleichen und zu
evaluieren.
·  Jahresentwicklungsberichte sind zu erstellen
·  die Prüfung des individuellen Maßnahmenerfolgs erfolgt über die leistungszuerkennenden Behörden je
nach Bedarf und Erfordernis durch Einholung eines Sachverständigengutachtens
54
Anlage 1
41
Interdisziplinäre Sehfrühförderung und Familienbegleitung (IFF-Seh) III. B.
1. Funktion und Ziele
1.1. DEFINITION
Kurzbeschreibung:
Die interdisziplinäre Sehfrühförderung und Familienbegleitung für Kinder  mit Sehbehinderung oder Blindheit
arbeitet auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse über die frühkindliche Entwicklung  –insbesondere im
visuellen System  –und betrachtet das familiäre Umfeld als wesentliche Entwicklungsgrundlage. Effiziente,
möglichst frühe Förderung bei Kindern mit Sehbehinderung oder Blindheit  wirkt sich positiv auf die
Entwicklung aus, besonders da diese Förderung im vertrauten Lebensraum des Kindes angeboten wird.
„Interdisziplinäre Sehfrühförderung und Familienbegleitung“unterscheidet sich von anderen Hilfen für Kinder
dadurch, dass sie auf einem heilpädagogischen Ansatz mit gezielter Sehförderung beruht und das Kind im
Kontext seiner Familie begleitet und fördert.
Ziel:
·  Förderung und Unterstützung der Entwicklung der Kinder unter besonderer Berücksichtigung der
Sehbeeinträchtigung
·  Inklusion des Kindes in die Familie und in das soziale Umfeld
·  Zusammenarbeit mit anderen Fachdisziplinen
·  Prävention zur Vermeidung von Sekundärbehinderungen
·  Sensibilisierung des gesellschaftlichen Umfeldes für die speziellen Bedürfnisse sehbehinderter und
blinder Kinder
1.2. ZIELGRUPPE
Kinder mit Sehbehinderung oder Blindheit bis maximal 3 Monate nach Schuleintritt.
1.2.1 Zuweisungskriterien, die einzeln oder kumulativ vorliegen
Kinder,
·  mit visuellem Funktionsverlust oder Einschränkung der visuellen Funktion,
·  mit cerebraler Sehschädigung (CVI),
·  die zur Sehbehinderung eine zusätzliche Behinderung haben,
·  die eine visuelle Entwicklungsverzögerung aufweisen und/oder
·  bei denen sich eine Behinderungsbedrohung nicht ausschließen lässt.
Interdisziplinäre Sehfrühforderung und Familienbegleitung kann parallel zumKinder- oder Sonderkindergarten
gewährt werden.
1.2.2 Ausschließungsgründe
Schuleintritt
Bei Übertritt eines Kindes in die Schule ist es jedoch möglich, über einen begrenzten Zeitraum die
Sehfrühförderung parallel zu beanspruchen. Dieser Zeitraum ist auf die jeweilige Notwendigkeit abzustimmen,
soll jedoch nicht mehr als 3 Monate betragen.
1.3. AUSWAHL DES DIENSTES
Die interdisziplinäre Sehfrühförderung und Familienbegleitung hat möglichstfrüh einzusetzen. .
55
Anlage 1
42
Kombinationsmöglichkeit mit LEVO-Leistungen:
Vollzeit-betreutes
Wohnen
Trainings-Wohnung
Teilzeit-betreutes
Wohnen
Tagesbegleitu
ng und
Förderung
Teilhabe an
Beschäftigung
Frühförderung
Frühförderung
(IFF-Seh)
Nein Nein Nein  Nein Nein Ja
Frühförderung
(IFF-Seh)
Frühförderung
(IFF-Hör)
Wohn-assistenz
Familien-entlastung
Freizeitassistenz
Persönliches
Budget
Frühförderung
(IFF-Seh)
Ja Nein  Ja Nein Nein
2. Leistungsangebot
Die Leistungserbringung hat sich an der Zielvorgabe im Individualbescheid auszurichten. Das
Leistungsspektrum richtet sich an den Lebensvorstellungen und Ressourcen des Menschen mit Behinderung aus
und umfasst neben den Umsetzungsmöglichkeiten auch persönliche undlebenspraktische Aspekte.
2.1. GRUNDSÄTZE UND METHODISCHE GRUNDLAGEN
Grundsätze bezeichnen fundamentale Prinzipien der Inklusion und alltags- bzw.lebensweltorientierte Ansätze
behindertenpädagogischen bzw. sozialpsychiatrischen Handelns.
Prinzipien und Grundsätze der Inklusion und Teilhabe:
·  Frühzeitigkeit:Die Frühförderung beginnt so früh wie möglich.
·  Normalisierung:Gleichberechtigte Teilhabe und Teilnahme am Leben der nicht behinderten
Menschen. Die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderung entsprechen weitgehend denen von
Menschen ohne Behinderung.
·  Inklusion und Partizipation:  Inklusion ist die untrennbare Einheit von sozialer Gemeinschaft und
einer am einzelnen Menschen orientierten Erziehung, Bildung und Lebensgestaltung aller ihrer
Mitglieder. Menschen mit Behinderung erhalten das notwendige Maß an Unterstützung für eine aktive
Partizipation am gesellschaftlichen Leben.
·  Unteilbarkeit:Grundsätzlich kann jeder Mensch mit Behinderung, unabhängig von  Art, Ausmaß und
Schweregrad der Behinderung, inklusiv an der Gesellschaft teilhaben. Alle an konkreten
Hilfeplanungen und Maßnahmen beteiligten Personen arbeiten freiwillig mit.
·  Ganzheitlichkeit:Die jeweilige Lebenswirklichkeit ist angemessen zu berücksichtigen  und in alle
Maßnahmen von Förderung und Lebensbewältigung einzubeziehen.
·  Individualisierung:Alle Unternehmungen, die Lebensqualität erhalten und verbessern sowie
Handlungskompetenzen zur Lebensbewältigung betreffen, müssen aufden einzelnen Menschen
ausgerichtet sein und Wünsche, Bedürfnisse und Besonderheiten einbeziehen.
·  Wahlrecht und Selbstbestimmung: An der Inklusion ausgerichtete Prozesse sollen in adäquater Form
miteinander geplant, durchgeführt und reflektiert werden.
·  Empowerment:Menschen mit Behinderung treffen Entscheidungen, die ihre Person  betreffen selbst
bzw. sie sind zumindest maßgeblich an den Entscheidungsprozessen beteiligt. Die Selbstständigkeit
dient der Förderung und Stärkung des persönlichen Handlungsspielraums und der Eigenverantwortung
und somit der Gleichstellung mit Menschen ohne Behinderung.
·  Kommunikation/Zugang zu Informationen:  Bei Bedarf wird Unterstützte Kommunikation als
Methode angewandt. Vereinbarungen sind mit den Menschen mit Behinderung zu erarbeiten und in
einer leicht verständlichen Version zu gestalten (Leichter-Lesen-Version).
·  Mitgestaltung der Dienstleistung:  Die Leistungserbringung wird durch/von NutzerInnen mitgestaltet
und in ihrer Erbringungsqualität bewertet.
2.2. GRUNDSÄTZE DER PÄDAGOGISCHEN BETREUUNGSARBEIT
Die pädagogische Betreuungsarbeit soll insbesondere Folgendes fördern:
Werthaltung, Menschenbild und Prinzipien:
·  Jedes Kind ist einzigartig und hat das Recht, sich nach seinen individuellenMöglichkeiten zu
entwickeln.
56
Anlage 1
43
·  Jedes Kind ist als Gesamtperson zu betrachten, nicht als Summe einzelner Eigenschaften (sehbehindert,
blind, mehrfachbehindert).
·  Die Behinderung stellt für das Kind, seine Familie und sein Umfeld eine  besondere Herausforderung
dar.
·  Sehbehinderte und blinde Kinder sind in erster Linie Kinder und haben das Recht, dass ihre Bedürfnisse
geachtet, respektiert und erfüllt werden.
·  Die Familie entscheidet, ob sie Sehfrühförderung in Anspruch nehmen will.
·  Die Betreuung erfolgt möglichst kontinuierlich durch ein und dieselbe Person in möglichst
regelmäßigen Abständen.
·  Sehfrühförderung folgt einem entwicklungsspezifischen Ansatz in allen Sinnesbereichen mit dem
Schwerpunkt der Sehbeeinträchtigung.
·  Die Arbeit wird in Bezug auf die Entwicklungsförderung und Begleitung situationsorientiert, flexibel
und selbstständig im Familiensystem mit dem beeinträchtigten Kind durchgeführt. Gleichzeitig ist die
Zusammenarbeit im Team und die Kooperation mit anderen Fachdisziplinen selbstverständlich.
·  Die Information der Eltern über die Tätigkeit der Sehfrühförderung, sowie  zu rechtlichen und
finanziellen Fragen.
·  Die Beratung bei der Wahl des Kindergartens und der Schule.
·  Die Organisation von Elternveranstaltungen, um den Erfahrungsaustausch der Eltern zu ermöglichen.
2.3. LEISTUNGSUMFANG
Die Leistung ist wie folgt zu erbringen:
Art  Inhalt/Tätigkeit
Durchgängige
Anwesenheit/
Erreichbarkeit
Mobil:
An allen Werktagen im Jahr
Die Betreuung erfolgt grundsätzlich 1 bis 2 Mal pro Woche
gemäß Förderplan und bewilligtem Leistungsumfang
248 Tage/Jahr
Montag-Freitag
3. Qualitätssicherung
Unter Qualität versteht man die Gesamtheit von Eigenschaften und Merkmalen einer Dienstleistung, die sich auf
deren Eignung zur Erfüllung festgelegter oder vorausgesetzter Erfordernisse beziehen. Um den Bezug zwischen
den Merkmalen einer Leistung und den Anforderungen, die an sie gestellt werden, herstellen zu können, müssen
Ausgangspunkt (Was soll geändert werden?), Zieldefinition (Was soll erreicht werden und womit soll es erreicht
werden?) und Zielerreichung (Welche Maßnahmen wurden gesetzt und wie wurdendie Ziele erreicht?)
weitestgehend übereinstimmen.
3.1. STRUKTUR-STANDARDS
Standort und Umgebung:
Betreuungsort ist vorrangig der Wohnbereich des Kindes bzw. die Sehfrühförderstelle.
Raumbedarf:
Ambulante Sehfrühförderung und Familienbegleitung:
Entsprechende Räumlichkeiten mit zeitgemäßer technischer Ausstattung (Dunkel-Licht-Raum, Beratungsraum
mit vergrößerten Sehhilfen, unterstützende Kommunikationsmittel, Arbeits- und Spielmaterialien).
Die konkreten Ausstattungsmerkmale der Einrichtung sind im Rahmen des Betriebsbewilligungsverfahrens
individuell festzulegen.
3.1.2 Fachpersonal
(Pädagogische) Leitung:
Das Leitungspersonal richtet sich nach der Anzahl des Betreuungspersonals.
Maximalwert: 6,7 % Dienstposten je 100 % BetreuerInnendienstposten
57
Anlage 1
44
Personalbedarf:
Die für bzw. mit dem KlientInnen zu erbringende Leistungszeit wird als unmittelbare Betreuungszeit geführt und
ist leistungsbeschreibungskonform herzustellen. Zur unmittelbaren Betreuungszeit kann als maximaler Wert ein
Zeitaufwand von 50 Prozent als mittelbare Betreuungszeit (Vor- und Nachbereitung und dergleichen)
aufgewendet werden. Die allfällig erforderlichen Fahrzeiten zur Herstellung der unmittelbaren Betreuungszeit
und somit die Zeit zur Erreichung des Wohnortes des Menschen mit Behinderung (Hin- und Rückfahrt) ist
effizient und zweckmäßig zu gewährleisten.
Personalausstattung/Qualifikation:
Die MitarbeiterInnen haben eine abgeschlossene Grundausbildung im psychosozialen Bereich und den
Abschluss zum/zur
·  AkademischeR FrühförderIn und FamilienbegleiterIn
·  DiplomierteR FrühförderIn und FamilienbegleiterIn
·  SonderkindergartenpädagogIn
sowie eine Zusatzqualifikation zum/zur SehfrühförderIn und FamilienbegleiterIn mit Sehfrühförderdiplom.
Ausbildungen müssen in Ausbildungseinrichtungen, welche vom Bund bzw. den Ländern anerkannt sind,
abgeschlossen werden (Universität, Fachhochschule, Akademien, Einrichtungennach StSBBG).
Für sämtliche Berufe einschließlich der Aus- und Fortbildung gelten die entsprechenden gesetzlichen
Bestimmungen (wie StSBBG, etc.).
3.2. PROZESS-STANDARDS
Die Prozess-Standards stellen sich in der Planung, Strukturierung und im Ablauf der Leistungserbringung dar.
Art und Inhalt der Leistungserbringung ergeben sich aus den Zielen der Leistungsart.
3.2.1 Organisation
·  Aufbau und Ablauforganisation müssen in einem Organisationshandbuchdargestellt werden
(Funktionsbeschreibungen, Stellenbeschreibungen)
·  im Betreuungskonzept hat eine Darstellung und Beschreibung der Ziele und Methoden zu erfolgen
3.2.2 Dokumentation
Anhand der Dokumentation muss der Betreuungsverlauf nachvollziehbar sein.
Die  klientInnenspezifische  Dokumentation hat, soweit wie möglich, in Kooperation mit dem/der Betreuten
während der Betreuungszeit zu erfolgen und insbesondere Folgendes zu enthalten (in diesem Zusammenhang
sind die jeweiligen berufsrechtlichen Vorgaben zu beachten):
Vorgeschichte/Erstkontakt:
·  KlientInnenanfrage (mit Zuweisungsdiagnose) und Interessensabklärung
·  Ersterhebung mit Erstanamnese
Stammdaten:
·  Anamnesebogen
·  ganzheitliche Beschreibung des/der KlientIn und der Familiensituation
·  Erfassung der Sehschwäche –sehspezifische Diagnose
·  Notfallblatt
Betreuungsdokumentation:
·  individuelle Betreuungs-Assistenzvereinbarung (mit den Eltern)
·  Prozessverlaufsdokumentation der Interventionen
·  Betreuungs- und Entwicklungsbericht bzw. Entwicklungsplan
·  Fahrtenbuch
58
Anlage 1
45
Entwicklungsdokumentation:
·  IST-Standerhebung (Stärken/Schwächen-Profil)
·  Bedürfnisprofil (lfd. zu aktualisieren)
·  Entwicklungsgespräch mit dem Kind und den Eltern, ÄrztIn u.a.
·  Förderpläne
·  Zielpläne
·  Abschlussbericht inklusive Maßnahmenerfolg
Die einrichtungsspezifischeDokumentation hat insbesondere Folgendes zu enthalten:
·  Leistungsdokumentation
·  Jahresentwicklungsbericht
·  Fahrtenbuch
·  Nachweis –Häufigkeit und Dauer der Betreuungsleistung
·  Dokumentation von Teambesprechungen und Fortbildungen bzw. Supervisionen des Fachpersonals
Arbeit mit dem Herkunftssystem des Kindes:
·  Elterngespräch insbesondere bei Neuaufnahme, Beendigung und bei besonderem Bedarf.
Außenkontakte mit Bezug zum Kind:
·  Helferkonferenz bei Aufnahme, Beendigung und bei besonderem Bedarf (z.B. ÄrztInnen,
TherapeutInnen, SozialarbeiterInnen).
3.2.3 Fachpersonal/Personalentwicklung
·  Fortbildungen sind wahrzunehmen
·  Teambesprechungen und Supervisionen sind je nach Erfordernis abzuhalten und in Anspruch zu
nehmen
·  die Einschulung neuer MitarbeiterInnen ist sicherzustellen
3.3. ERGEBNIS-STANDARDS
Die Ergebnis-Standards stellen sich im Zielerreichungsgrad der Leistungserbringung dar. Es ist dabei das
erreichte Ergebnis regelmäßig mit den konkretisierten Zielen im Förderplan zu vergleichen und zu evaluieren.
·  Jahresentwicklungsberichte sind zu erstellen
·  die Prüfung des individuellen Maßnahmenerfolgs erfolgt über die leistungszuerkennenden Behörden je
nach Bedarf und Erfordernis durch Einholung eines Sachverständigengutachtens
59
Anlage 1
46
Interdisziplinäre audiologische Frühförderung und Familienbegleitung III. C.
(IFF-Hör)
1. Funktion und Ziele
1.1. DEFINITION
Kurzbeschreibung:
Die interdisziplinäre audiologische Frühförderung und Familienbegleitung muss im Rahmen der
Betreuung/Förderung des Kindes die Familienmitglieder einbeziehen und in ganzheitlicher Weise die
Entwicklungspotenziale des hörbeeinträchtigten Kindes unter besonderer Berücksichtigung der Hör-, Sprach-
und Kommunikationsfähigkeit fördern.
Ziel:
·  bestmögliche Unterstützung bei der audiologischen Versorgung
·  bestmögliche Entwicklung der Hör-, Sprach- und Kommunikationskompetenz
·  Inklusion des Kindes in die Gesellschaft
1.2. ZIELGRUPPE
Kinder mit Hörbeeinträchtigung bis maximal 3 Monate nach Schuleintritt.
1.2.1 Zuweisungskriterien, die einzeln oder kumulativ vorliegen
Eine Hörbeeinträchtigung des Kindes muss vorliegen.
Kinder, wenn
·  eine entsprechende medizinische Diagnose vorliegt,
·  ein Verdacht auf Hörschädigung vorliegt,
·  ein Unterstützungsbedarf für Eltern aus der Gehörlosenkultur besteht und/oder
·  zusätzlich zu einer Behinderung bzw. Entwicklungsverzögerung eine Hörbeeinträchtigung vorliegt.
Interdisziplinäre Hörfrühforderung und Familienbegleitung kann parallel zum Kinder- oder Sonderkindergarten
gewährt werden.
1.2.2 Ausschließungsgründe
·  Schuleintritt
Bei Übertritt eines Kindes in die Schule ist es jedoch möglich, über einen begrenzten Zeitraum die
Hörfrühförderung parallel zu beanspruchen. Dieser Zeitraum ist auf die jeweilige Notwendigkeit
abzustimmen, soll jedoch nicht mehr als 3 Monate betragen.
·  wenn keine medizinische Diagnose auf Hör-Sprachbeeinträchtigung (Verdacht) vorliegt
·  wenn die Sprachbeeinträchtigung psychosoziale Ursachen hat, die psychotherapeutische Maßnahmen
bzw. Maßnahmen nach dem StKJHG erforderlich machen
·  wenn die Schwere der Mehrfachbehinderung eine gezielte Förderung der Hör-Sprachentwicklung nicht
ermöglicht und medizinische Diagnosen und andere Fördermaßnahmen im Vordergrund stehen
1.3. AUSWAHL DES DIENSTES
Die interdisziplinäre audiologische Frühförderung und Familienbegleitung hat  möglichst früh einzusetzen.
60
Anlage 1
47
Kombinationsmöglichkeit mit LEVO-Leistungen:
Vollzeit-betreutes
Wohnen
Trainings-Wohnung
Teilzeit-betreutes
Wohnen
Tagesbegleitu
ng und
Förderung
Teilhabe an
Beschäftigung
Frühförderung
Frühförderung
(IFF-Hör)
Nein Nein Nein  Nein Nein Ja
Frühförderung
(IFF-Seh)
Frühförderung
(IFF-Hör)
Wohn-assistenz
Familien-entlastung
Freizeitassistenz
Persönliches
Budget
Frühförderung
(IFF-Hör)
Ja  Nein  Ja Nein Nein
2. Leistungsangebot
Die Leistungserbringung hat sich an der Zielvorgabe im Individualbescheid auszurichten. Das
Leistungsspektrum richtet sich an den Lebensvorstellungen und Ressourcen des Menschen mit Behinderung aus
und umfasst neben den Umsetzungsmöglichkeiten auch persönliche undlebenspraktische Aspekte.
2.1. GRUNDSÄTZE UND METHODISCHE GRUNDLAGEN
Grundsätze bezeichnen fundamentale Prinzipien der Inklusion und alltags- bzw.lebensweltorientierte Ansätze
behindertenpädagogischen bzw. sozialpsychiatrischen Handelns.
Prinzipien und Grundsätze der Inklusion und Teilhabe:
·  Frühzeitigkeit:Die Frühförderung beginnt so früh wie möglich.
·  Normalisierung:Gleichberechtigte Teilhabe und Teilnahme am Leben der nicht behinderten
Menschen. Die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderung entsprechen weitgehend denen von
Menschen ohne Behinderung.
·  Inklusion und Partizipation:Inklusion ist die untrennbare Einheit von sozialer Gemeinschaft und
einer am einzelnen Menschen orientierten Erziehung, Bildung und Lebensgestaltung aller ihrer
Mitglieder. Menschen mit Behinderung erhalten das notwendige Maß an Unterstützung für eine aktive
Partizipation am gesellschaftlichen Leben.
·  Unteilbarkeit:Grundsätzlich kann jeder Mensch mit Behinderung, unabhängig von Art, Ausmaß und
Schweregrad der Behinderung, inklusiv an der Gesellschaft teilhaben.  Alle an konkreten
Hilfeplanungen und Maßnahmen beteiligten Personen arbeiten freiwillig mit.
·  Ganzheitlichkeit:Die jeweilige Lebenswirklichkeit ist angemessen zu berücksichtigen und in alle
Maßnahmen von Förderung und Lebensbewältigung einzubeziehen.
·  Individualisierung:Alle Unternehmungen, die Lebensqualität erhalten und verbessern sowie
Handlungskompetenzen zur Lebensbewältigung betreffen, müssen aufden einzelnen Menschen
ausgerichtet sein und Wünsche, Bedürfnisse und Besonderheiten einbeziehen.
·  Wahlrecht und Selbstbestimmung:An der Inklusion ausgerichete Prozesse sollen in adäquater Form
miteinander geplant, durchgeführt und reflektiert werden.
·  Empowerment:Menschen mit Behinderung treffen Entscheidungen, die ihre Person  betreffen selbst
bzw. sie sind zumindest maßgeblich an den Entscheidungsprozessen beteiligt. Die Selbstständigkeit
dient der Förderung und Stärkung des persönlichen Handlungsspielraums und der Eigenverantwortung
und somit der Gleichstellung mit Menschen ohne Behinderung.
·  Kommunikation/Zugang zu Informationen:  Bei Bedarf wird Unterstützte Kommunikation als
Methode angewandt. Vereinbarungen sind mit den Menschen mit Behinderungzu erarbeiten und in
einer leicht verständlichen Version zu gestalten (Leichter-Lesen-Version).
·  Mitgestaltung der Dienstleistung:Die Leistungserbringung wird durch/von NutzerInnen mitgestaltet
und in ihrer Erbringungsqualität bewertet.
2.2. GRUNDSÄTZE DER PÄDAGOGISCHEN BETREUUNGSARBEIT
Die pädagogische Betreuungsarbeit soll insbesondere Folgendes fördern:
Werthaltung, Menschenbild und Prinzipien
61
Anlage 1
48
Arbeit mit dem Kind:
·  Schaffen der pädagogischen Voraussetzungen für die frühestmögliche standardisierte Hörabklärung
·  Hinführen zur Höraufmerksamkeit durch Vermittlung grundlegender undaltersadäquater
Hörerfahrungen durch Verwendung spezifischer Fördermaterialien
·  Vorbereitung auf die Abklärung des Hörstatus (Audiometrie)
·  Anbahnung der sprachlichen und kommunikativen Beziehungsfähigkeit als Voraussetzung für die
Sprachentwicklung (Zweitsprachentwicklung)
·  Aufbau und Erweiterung des Wortschatzes
Familienbegleitung:
·  Unterstützung und Begleitung der Familie bei Abklärungsbedarf (schwerpunktmäßig HNO-medizinische und audiologische Abklärung –Fachinformation)
·  Unterstützung und Begleitung bei der audiologischen Versorgung (CI-Zentren, Akustiker)
·  Heranführen der Eltern zu kompetenter Erziehungs- und Förderarbeit (Beratung und Aufklärung über
verschiedene Sprachsysteme bspw. auch Gebärdensprache und ihre Entwicklungsbedingungen)
Interdisziplinäre Arbeit und Vernetzung:
·  Einbeziehung spezifischer Fachgruppen für die Eingangs- und Verlaufsdiagnostik als Basis für den
Förderplan
·  Zusammenarbeit mit medizinischen Zentren (CI-Zentren), Hörgerätefirmenund pädagogischen
Einrichtungen
2.3. LEISTUNGSUMFANG
Die Leistung ist wie folgt zu erbringen:
Art  Inhalt/Tätigkeit
Durchgängige
Anwesenheit/
Erreichbarkeit
Mobil:
An allen Werktagen im Jahr
Die Betreuung erfolgt grundsätzlich 1 bis 2 Mal pro Woche
gemäß Förderplan und bewilligtem Leistungsumfang
248 Tage/Jahr
Montag-Freitag
3. Qualitätssicherung
Unter Qualität versteht man die Gesamtheit von Eigenschaften und Merkmalen einer Dienstleistung, die sich auf
deren Eignung zur Erfüllung festgelegter oder vorausgesetzter Erfordernisse beziehen. Um den Bezug zwischen
den Merkmalen einer Leistung und den Anforderungen, die an sie gestellt werden, herstellen zu können, müssen
Ausgangspunkt (Was soll geändert werden?), Zieldefinition (Was soll erreicht werden und womit soll es erreicht
werden?) und Zielerreichung (Welche Maßnahmen wurden gesetzt und wie wurden die Ziele erreicht?)
weitestgehend übereinstimmen.
3.1. STRUKTUR-STANDARDS
Standort und Umgebung:
Betreuungsort ist vorrangig der Wohnbereich des Kindes bzw. die audiologische Frühförderstelle.
Raumbedarf:
Büro der Einsatzleitung, Förderraum mit zeitgemäßer technischer Ausstattungsowie Arbeits- und
Spielmaterialien u.a.
Die konkreten Ausstattungsmerkmale der Einrichtung sind im Rahmen des Betriebsbewilligungsverfahrens
individuell festzulegen.
62
Anlage 1
49
3.1.2 Fachpersonal
(Pädagogische) Leitung:
Das Leitungspersonal richtet sich nach der Anzahl des Betreuungspersonals.
Maximalwert: 6,7 % Dienstposten je 100 % BetreuerInnendienstposten
Personalbedarf:
Die für bzw. mit dem KlientInnen zu erbringende Leistungszeit wird als unmittelbare Betreuungszeit geführt und
ist leistungsbeschreibungskonform herzustellen. Zur unmittelbaren Betreuungszeit kann als maximaler Wert ein
Zeitaufwand von 50 Prozent als mittelbare Betreuungszeit (Vor- und Nachbereitung und dergleichen)
aufgewendet werden. Die allfällig erforderlichen Fahrzeiten zur Herstellung der unmittelbaren Betreuungszeit
und somit die Zeit zur Erreichung des Wohnortes des Menschen mit Behinderung (Hin- und Rückfahrt) ist
effizient und zweckmäßig zu gewährleisten.
Personalausstattung/Qualifikation:
Die MitarbeiterInnen haben eine abgeschlossene Grundausbildung im psychosozialen Bereich und die
abgeschlossene Ausbildung zum/zur
·  AkademischeR FrühförderIn und FamilienbegleiterIn
·  DiplomierteR FrühförderIn und FamilienbegleiterIn
·  SonderkindergartenpädagogIn
sowie fachspezifische Kenntnisse im HNO-medizinischen und hörgeräteakustischen Bereich und
Gebärdensprachkenntnisse.
Ausbildungen müssen in Ausbildungseinrichtungen, welche vom Bund bzw. den Ländern anerkannt sind,
abgeschlossen werden (Universität, Fachhochschule, Akademien, Einrichtungennach StSBBG).
Für sämtliche Berufe einschließlich der Aus- und Fortbildung gelten die entsprechenden gesetzlichen
Bestimmungen (wie StSBBG, etc.).
3.2. PROZESS-STANDARDS
3.2.1 Organisation
·  Aufbau und Ablauforganisation müssen in einem Organisationshandbuchdargestellt werden
(Funktionsbeschreibungen, Stellenbeschreibungen)
·  im Betreuungskonzept hat eine Darstellung und Beschreibung der Ziele und M ethoden zu erfolgen
3.2.2 Dokumentation
Anhand der Dokumentation muss der Betreuungsverlauf nachvollziehbar sein.
Die  klientInnenspezifischeDokumentation hat, soweit wie möglich, in Kooperation mit der Familie/dem/der
Betreuten während der Betreuungszeit zu erfolgen und insbesondere Folgendes zu enthalten (in diesem
Zusammenhang sind die jeweiligen berufsrechtlichen Vorgaben zu beachten):
Vorgeschichte/Erstkontakt:
·  KlientInnenanfrage (mit Zuweisungsdiagnose) und Interessensabklärung
·  Ersterhebung mit Erstanamnese
Stammdaten:
·  Anamnesebogen
·  ganzheitliche Beschreibung des/der KlientIn und der Familiensituation
·  Erfassung der Hörschwäche –hörspezifische Diagnose
·  Notfallblatt
63
Anlage 1
50
Betreuungsdokumentation:
·  individuelle Betreuungs-Assistenzvereinbarung (mit den Eltern)
·  Prozessverlaufsdokumentation der Interventionen
·  Betreuungs- und Entwicklungsbericht bzw. Entwicklungsplan
·  Fahrtenbuch
Entwicklungsdokumentation:
·  IST-Standerhebung (Stärken/Schwächen-Profil)
·  Bedürfnisprofil (lfd. zu aktualisieren)
·  Entwicklungsgespräch mit dem Kind und den Eltern, ÄrztIn u.a.
·  Förderpläne
·  Zielpläne
·  Abschlussbericht inklusive Maßnahmenerfolg
Die einrichtungsspezifischeDokumentation hat insbesondere Folgendes zu enthalten:
·  Leistungsdokumentation
·  Jahresentwicklungsbericht
·  Fahrtenbuch
·  Nachweis –Häufigkeit und Dauer der Betreuungsleistung
·  Dokumentation von Teambesprechungen und Fortbildungen bzw. Supervisionen des Fachpersonals
Arbeit mit dem Herkunftssystem des Kindes:
·  Elterngespräch insbesondere bei Neuaufnahme, Beendigung und bei Bedarf
Außenkontakte mit Bezug zum Kind:
·  Helferkonferenz bei Aufnahme, Beendigung und bei Bedarf (z.B. ÄrztInnen, TherapeutInnen)
3.2.3 Fachpersonal
·  Fortbildungen sind wahrzunehmen
·  Teambesprechungen und Supervisionen sind je nach Erfordernis abzuhalten und in Anspruch zu
nehmen
·  die Einschulung neuer MitarbeiterInnen ist sicherzustellen
3.3. ERGEBNIS-STANDARDS
Die Ergebnis-Standards stellen sich im Zielerreichungsgrad der Leistungserbringung dar. Es ist dabei das
erreichte Ergebnis regelmäßig mit den konkretisierten Zielen des Förderplans zu vergleichen und zu evaluieren.
·  Jahresentwicklungsberichte sind zu erstellen
·  die Prüfung des individuellen Maßnahmenerfolgs erfolgt über die leistungszuerkennenden Behörden je
nach Bedarf und Erfordernis durch Einholung eines Sachverständigengutachtens
64
Anlage 1
51
Wohnassistenz (ASS-W)  III. D.
1. Funktion und Ziele
1.1. DEFINITION
Kurzbeschreibung:
Wohnassistenz ist eine Dienstleistung für Menschen mit Behinderung, die eine eigene Wohnung suchen bzw. in
einer eigenen Wohnung leben. Mobiles Personal hat sie dabei in allen Belangen der Herausbildung bzw. der
Erhaltung der Wohnfähigkeit zu betreuen und zu unterstützen.
Ziel:
·  Unterstützung auf dem Weg zur Selbstständigkeit
·  Unterstützung bei der Persönlichkeitsentwicklung
·  Minimierung der Abhängigkeit von Fremdunterstützung
·  Entscheidungskompetenz, aus einem Angebot auszuwählen und die Konsequenzen dafür zu tragen
·  Hilfe zur Selbsthilfe
·  die eigenen Fähigkeiten entwickeln, fördern und auch gezielt einsetzen
·  Fähigkeit erlangen bzw. erhalten und fördern, notwendige Unterstützungen zu organisieren
·  Übernehmen von Eigenverantwortung
·  Kenntnisse über Rechte und Pflichten und diese ausüben
·  Personen mit Behinderung können ohne Unterstützung in einer eigenen Wohnung leben
1.2. ZIELGRUPPE
Wohnassistenz hat sich an erwachsene Personen mit intellektueller/kognitiver,  körperlicher, Sinnes- bzw.
mehrfacher Behinderung, die in ihrer eigenen Wohnung leben bzw. nachder Übersiedlung dort wohnen, zu
richten.
1.2.1 Zuweisungskriterien, die einzeln oder kumulativ vorliegen
·  Freiwillige Entscheidung für assistiertes Wohnen
·  Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den WohnassistentInnen
·  ausreichende Kenntnisse im lebenspraktischen Bereich
·  Fähigkeit, im Bedarfsfall selbst Hilfe zu organisieren
1.2.2 Ausschließungsgründe
KlientInnen,
·  die unter schweren psychischen Beeinträchtigungen leiden,
·  die eine Suchterkrankung haben,
·  die eine vollzeitbetreute Wohnbetreuung benötigen,
·  die einen ständigen Hilfebedarf in der Nacht haben und/oder
·  die einen überwiegend altersbedingten oder ausschließlichen Pflegebedarf zu Beginn der
Inanspruchnahme der Leistung haben.
1.3. AUSWAHL DES DIENSTES
Die Zuerkennung der Leistung hat sich an der Subsidiarität und dem Prinzip des „Lebens mit Unterstützung“ zu
orientieren. Es ist jede Fallkonstellation so zu lösen, dass die Bedürfnisse/Interessen des Menschen mit
Behinderung bestmöglich berücksichtigt werden und dass mobile bzw. ambulante Leistungen vor stationären
Leistungen anzubieten sind.
65
Anlage 1
52
Kombinationsmöglichkeit mit LEVO-Leistungen:
Vollzeitbetreutes
Wohnen
Trainings-Wohnung
Teilzeit-betreutes
Wohnen
Tagesbegleitung
und Förderung
Teilhabe an
Beschäftigung
Wohnassistenz  Nein  Nein  Nein  Ja  Ja
Frühförderung  Wohnassistenz
Familien-entlastung
Freizeit-assistenz
Persönliches
Budget
Wohnassistenz  Nein    Nein  Ja  Nein
2. Leistungsangebot
Die Leistungserbringung hat sich an der Zielvorgabe im Individualbescheid auszurichten. Das
Leistungsspektrum richtet sich an den Lebensvorstellungen und Ressourcen des Menschen mit Behinderung aus
und umfasst neben den Umsetzungsmöglichkeiten auch persönliche undlebenspraktische Aspekte.
2.1. GRUNDSÄTZE UND METHODISCHE GRUNDLAGEN
Grundsätze bezeichnen fundamentale Prinzipien der Inklusion und alltags- bzw.lebensweltorientierte Ansätze
behindertenpädagogischen bzw. sozialpsychiatrischen Handelns.
Prinzipien und Grundsätze der Inklusion und Teilhabe:
·  Normalisierung:Gleichberechtigte Teilhabe und Teilnahme am Leben der nicht behinderten
Menschen. Die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderung entsprechen weitgehend denen von
Menschen ohne Behinderung.
·  Inklusion und Partizipation:Inklusion ist die untrennbare Einheit von sozialer Gemeinschaft und
einer am einzelnen Menschen orientierten Erziehung, Bildung und Lebensgestaltung aller ihrer
Mitglieder. Menschen mit Behinderung erhalten das notwendige Maß an Unterstützung für eine aktive
Partizipation am gesellschaftlichen Leben.
·  Unteilbarkeit:Grundsätzlich kann jeder Mensch mit Behinderung, unabhängig von Art, Ausmaß und
Schweregrad der Behinderung, inklusiv an der Gesellschaft teilhaben. Alle an konkreten
Hilfeplanungen und Maßnahmen beteiligten Personen arbeiten freiwillig mit.
·  Ganzheitlichkeit:Die jeweilige Lebenswirklichkeit ist angemessen zu berücksichtigen und in alle
Maßnahmen von Förderung und Lebensbewältigung einzubeziehen.
·  Individualisierung:Alle Unternehmungen, die Lebensqualität erhalten und verbessern sowie
Handlungskompetenzen zur Lebensbewältigung betreffen, müssen aufden einzelnen Menschen
ausgerichtet sein und Wünsche, Bedürfnisse und Besonderheiten einbeziehen.
·  Wahlrecht und Selbstbestimmung:An der Inklusion ausgerichtete Prozesse sollen in adäquater Form
miteinander geplant, durchgeführt und reflektiert werden.
·  Empowerment:Menschen mit Behinderung treffen Entscheidungen, die ihre Person  betreffen selbst
bzw. sie sind zumindest maßgeblich an den Entscheidungsprozessen beteiligt. Die Selbstständigkeit
dient der Förderung und Stärkung des persönlichen Handlungsspielraums und der Eigenverantwortung
und somit der Gleichstellung mit Menschen ohne Behinderung.
·  Kommunikation/Zugang zu Informationen:  Bei Bedarf wird Unterstützte Kommunikation als
Methode angewandt. Vereinbarungen sind mit den Menschen mit Behinderung zu erarbeiten und in
einer leicht verständlichen Version zu gestalten (Leichter-Lesen-Version).
·  Mitgestaltung der Dienstleistung:Die Leistungserbringung wird durch/von NutzerInnen mitgestaltet
und in ihrer Erbringungsqualität bewertet.
2.2. GRUNDSÄTZE DER PÄDAGOGISCHEN BETREUUNGSARBEIT
Die pädagogischeBetreuungsarbeit soll insbesondere Folgendes fördern:
·  Hilfe bei der Wohnungssuche und Wohnungseinrichtung
·  Begleitung bzw. Informationen bei Amts- oder Behördenwegen
·  Terminvereinbarungen, Begleitung und Planung von Arztbesuchen
·  Hilfestellung bei der Haushaltsführung
·  Hilfe in finanziellen Belangen, wie Unterstützen bei Bankgeschäften, Erstellen von Haushaltsplänen,
Einteilung des Wirtschaftsgeldes
66
Anlage 1
53
·  Umgang mit Bank, Finanzamt, Behörden, Gerichten und dergleichen
·  Beratung und Hilfestellung bei der Wahrnehmung persönlicher Probleme bzw. Organisation dafür
geeigneter Stellen
·  Hilfestellung bei der Nutzung von Beratungsmöglichkeiten im finanziellen,  rechtlichen und
persönlichen Bereich
·  Umgang mit neuen Medien in lebenspraktischen Belangen (Bankomat, Handy,SMS und dergleichen)
·  Krisenmanagement
·  Initiieren und Planen von Freizeit, Weiterbildung
·  Hilfe bei der Planung und Strukturierung der Zeit (Tages-, Wochen- und Jahresrhythmus)
2.3. LEISTUNGSUMFANG
Die Grundlage der Leistungserbringung ist ein individueller Hilfe- und Betreuungsplan und hat sich am IHB-Gutachten zu orientieren.
Die Leistung ist wie folgt zu erbringen:
Art  Inhalt/Tätigkeit
Durchgängige
Anwesenheit/
Erreichbarkeit
Mobil:
Die Betreuungs-/Assistenzzeiten werden ausgehend von
den Bedürfnissen des Menschen mit Behinderung und
unter Berücksichtigung des zugesprochenen
Jahreskontingents (maximal 480 Stunden) angeboten:
365 Tage/Jahr
·  Montag bis Freitag
·  bei Bedarf auch an Sams-/Sonn- und Feiertagen
·  bedarfsbezogen
·  nach einvernehmlicher Vereinbarung und bei
Krisenintervention
3. Qualitätssicherung
Unter Qualität versteht man die Gesamtheit von Eigenschaften und Merkmalen einer Dienstleistung, die sich auf
deren Eignung zur Erfüllung festgelegter oder vorausgesetzter Erfordernisse beziehen. Um den Bezug zwischen
den Merkmalen einer Leistung und den Anforderungen, die an sie gestellt werden, herstellen zu können, müssen
Ausgangspunkt (Was soll geändert werden?), Zieldefinition (Was soll erreicht werden und womit soll es erreicht
werden?) und Zielerreichung (Welche Maßnahmen wurden gesetzt und wie wurdendie Ziele erreicht?)
weitestgehend übereinstimmen.
3.1. STRUKTUR-STANDARDS
3.1.1 Einrichtung
Die Wohnungen werden von den KlientInnen selbst angemietet. Sie wählen die Lage und Größe der Wohnung
selbst aus.
3.1.2 Fachpersonal
(Pädagogische) Leitung:
Das Leitungspersonal richtet sich nach der Anzahl des Betreuungspersonal:
Maximalwert: 6,7 % Dienstposten je 100 % BetreuerInnendienstposten
Personalbedarf:
Die für bzw. mit dem/der KlientIn zu erbringende Leistungszeit wird als unmittelbare Betreuungszeit geführt
und ist leistungsbeschreibungskonform herzustellen. Zur unmittelbarenBetreuungszeit kann als maximaler Wert
ein Zeitaufwand von 18 % als mittelbare Betreuungszeit (Vor- und Nachbereitung und dergleichen) aufgewendet
werden. Die allfällig erforderlichen Fahrzeiten zur Herstellung der unmittelbaren Betreuungszeit und somit die
Zeit zur Erreichung des Wohnortes des Menschen mit Behinderung (Hin-  und Rückfahrt) ist effizient und
zweckmäßig zu gewährleisten.
67
Anlage 1
54
Personalausstattung/Qualifikation:
Das multiprofessionelle Team setzt sich aus folgenden Berufsgruppen zusammen, die Ausbildungen müssen zur
Gänze abgeschlossen sein:
Diplom- und FachsozialbetreuerInnen mit Spezialisierung BB, BA und F (MitarbeiterInnen von Trägern der
Behindertenhilfe, die am 1. Juni 2011 als BehindertenpädagogIn oder Behinderten(fach)betreuerIn tätig waren,
gelten bis 31. Dezember 2014 als qualifiziert), Studienabschluss Pädagogik mit  Schwerpunkt Heil- und
Sonderpädagogik, Sozialpädagogik, Integrationspädagogik und heilpädagogische Psychologie,
PflichtschullehrerInnen mit Lehramt (Volks-, Haupt-, Sonder-, Polytechnische Schule und Religionspädagogik),
SonderschullehrerInnen, SozialarbeiterInnen, AbgängerInnen der Akademie undder FH Studien Soziale Arbeit,
Bundeslehranstalt und Kolleg für Sozialpädagogik, PsychologInnen, PflegehelferInnen, Dipl. Gesundheits- und
Krankenschwestern/-pfleger.
Ausbildungen müssen in Ausbildungseinrichtungen, welche vom Bund bzw. den Ländern anerkannt sind,
abgeschlossen werden (Universität, Fachhochschule, Akademien, Einrichtungennach StSBBG).
Für sämtliche Berufe, einschließlich der Aus- und Fortbildung, gelten die  entsprechenden gesetzlichen
Bestimmungen (wie StSBBG, GuKG etc.).
3.2. PROZESS-STANDARDS
3.2.1. Organisation
·  Aufbau und Ablauforganisation müssen in einem Organisationshandbuchdargestellt werden
(Funktionsbeschreibungen, Stellenbeschreibungen)
·  im Betreuungskonzept hat eine Darstellung und Beschreibung der Ziele und Methoden zu erfolgen
3.2.2 Dokumentation
Anhand der Dokumentation muss der Betreuungsverlauf nachvollziehbar sein.
Die  klientInnenspezifischeDokumentation hat, soweit wie möglich, in Kooperation mit dem/der Betreuten
während der Betreuungszeit zu erfolgen und insbesondere Folgendes zu enthalten (in diesem Zusammenhang
sind die jeweiligen berufsrechtlichen Vorgaben zu beachten):
Vorgeschichte/Erstkontakt:
·  KlientInnenanfrage (mit Zuweisungsdiagnose) und Interessensabklärung
·  Ersterhebung mit Erstanamnese
Stammdaten:
·  Anamnesebogen
·  ganzheitliche Beschreibung des/der KlientIn
·  Notfallblatt
Betreuungsdokumentation:
·  Individuelle Betreuungs-Assistenzvereinbarung
·  Prozessverlaufsdokumentation der Interventionen
·  Betreuungs- und Entwicklungsbericht bzw. Entwicklungsplan
·  Fahrtenbuch
Entwicklungsdokumentation:
·  IST-Standerhebung (Stärken/Schwächen-Profil)
·  Bedürfnisprofil (lfd. zu aktualisieren)
·  Förderpläne
·  Zielpläne
·  Abschlussbericht inkl. Assistenzerfolg
68
Anlage 1
55
Die einrichtungsspezifischeDokumentation hat insbesondere Folgendes zu enthalten:
·  Leistungsdokumentation
·  Jahresentwicklungsbericht
·  Fahrtenbuch
·  Nachweis, Häufigkeit und Dauer der Betreuungsleistung
·  Dokumentation von Teambesprechungen und Fortbildungen bzw. Supervisionen des Fachpersonals
3.2.3 Fachpersonal/Personalentwicklung
·  Fortbildungen sind wahrzunehmen
·  Teambesprechungen und Supervisionen sind je nach Erfordernis abzuhalten und in Anspruch zu
nehmen
·  die Einschulung neuer MitarbeiterInnen ist sicherzustellen
3.3. ERGEBNIS-STANDARDS
Die Ergebnis-Standards stellen sich im Zielerreichungsgrad der Leistungserbringung dar. Es ist dabei das
erreichte Ergebnis regelmäßig mit den konkretisierten Zielen im individuellen Hilfeplan zu vergleichen und zu
evaluieren.
·  Jahresentwicklungsberichte sind zu erstellen
·  die Prüfung des individuellen Maßnahmenerfolgs erfolgt über die leistungszuerkennenden Behörden je
nach Bedarf und Erfordernis durch Einholung eines Sachverständigengutachtens
69
Anlage 1
56
Familienentlastungsdienst (FED BHG)  III. E.
1. Funktion und Ziele
1.1. DEFINITION
Kurzbeschreibung:
Der Familienentlastungsdienst hat die Unterstützung der Menschen mit Behinderung und Entlastung der
pflegenden Familienangehörigen im Pflege- und Betreuungsalltag sicherzustellen. Die Betreuungspersonen
sollen die Möglichkeit haben, aus der Belastungssituation stundenweise auszusteigen.
Ziel:
Die mobile Betreuung muss der Entlastung der hauptbetreuenden Person dienen  und damit dem Menschen mit
Behinderung ein möglichst selbstbestimmtes Leben in gewohnter Umgebung und den Verzicht auf stationäre
Versorgung ermöglichen.
Aktivitätsziele:
·  verlässliche und familiennahe Betreuung der KlientInnen
·  Unterstützung der Hauptbetreuungspersonen
Wirkungsziele:
·  Sicherung der Möglichkeit, längerfristig im familiären Umfeld zu wohnen (wenn der/die KlientIn das
möchte)
·  Prävention von Schädigungen des familiären Systems durch Überbelastung
1.2. ZIELGRUPPE
Menschen, die diese Leistung in Anspruch nehmen, müssen Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit
intellektueller/kognitiver, körperlicher, Sinnes- bzw. mehrfacher Behinderung sein, die in der Familie leben.
1.2.1 Zuweisungskriterien, die einzeln oder kumulativ vorliegen
KlientInnen, die diese Leistung in Anspruch nehmen, müssen
·  Menschen mit Behinderung sein, die durch ihre Angehörigen betreut werden, im Besonderen durch die
Hauptbetreuungsperson, die für die Pflege, Hilfe und Begleitung zuständigist.
1.2.2 Ausschließungsgründe
Die Leistung darf von KlientInnen nicht in Anspruch genommen werden, wenn sie
·  primär psychisch beeinträchtigt sind,
·  suchtkrank sind,
·  altersbedingte körperlich/geistige Beeinträchtigungen haben und/oder
·  einen überwiegend altersbedingten oder ausschließlichen Pflegebedarf haben bzw.
·  wenn Maßnahmen nach dem StKJHG angezeigt sind.
1.3. AUSWAHL DES DIENSTES
Die mobile Betreuung wird der stationären Betreuung vorgezogen. Eine andere geeignete Betreuungsform
schließt die Zuerkennung von Familienentlastung aus bzw. ist auf das  Familienentlastungs-Stundenkontingent
adäquat anzurechnen (siehe unten).
70
Anlage 1
57
Kombinationsmöglichkeiten mit LEVO-Leistungen
Vollzeit-betreutes
Wohnen
Trainings-Wohnung
Teilzeit-betreutes
Wohnen
Tagesbegleitung
und Förderung
Teilhabe an
Beschäftigung
Familienentlastung  Nein  Nein  Nein  Ja  Ja
Frühförderung
Wohn-assistenz
Familien-entlastung
Freizeit-assistenz
Persönliches
Budget
Familienentlastung  Ja  Nein    Ja  Nein
2. Leistungsangebot
Die Leistungserbringung hat sich an der Zielvorgabe im Individualbescheid auszurichten. Das
Leistungsspektrum richtet sich an den Lebensvorstellungen und Ressourcen des Menschen mit Behinderung aus
und umfasst neben den Umsetzungsmöglichkeiten auch persönliche undlebenspraktische Aspekte.
2.1. GRUNDSÄTZE UND METHODISCHE GRUNDLAGEN
Grundsätze bezeichnen fundamentale Prinzipien der Inklusion und alltags- bzw.lebensweltorientierte Ansätze
behindertenpädagogischen bzw. sozialpsychiatrischen Handelns.
·  Normalisierung:Gleichberechtigte Teilhabe und Teilnahme am Leben der nicht behinderten
Menschen. Die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderung entsprechen weitgehend denen von
Menschen ohne Behinderung.
·  Inklusion und Partizipation:Inklusion ist die untrennbare Einheit von sozialer Gemeinschaft und
einer am einzelnen Menschen orientierten Erziehung, Bildung und Lebensgestaltung aller ihrer
Mitglieder. Menschen mit Behinderung erhalten das notwendige Maß an Unterstützung für eine aktive
Partizipation am gesellschaftlichen Leben.
·  Unteilbarkeit:Grundsätzlich kann jeder Mensch mit Behinderung, unabhängig von Art, Ausmaß und
Schweregrad der Behinderung, inklusiv an der Gesellschaft teilhaben. Alle an konkreten
Hilfeplanungen und Maßnahmen beteiligten Personen arbeiten freiwillig mit.
·  Ganzheitlichkeit:Die jeweilige Lebenswirklichkeit ist angemessen zu berücksichtigen und in alle
Maßnahmen von Förderung und Lebensbewältigung einzubeziehen.
·  Individualisierung:Alle Unternehmungen, die Lebensqualität erhalten und verbessern sowie
Handlungskompetenzen zur Lebensbewältigung betreffen, müssen aufden einzelnen Menschen
ausgerichtet sein und Wünsche, Bedürfnisse und Besonderheiten einbeziehen.
·  Wahlrecht und Selbstbestimmung:An der Inklusion ausgerichtete Prozesse sollen in adäquater Form
miteinander geplant, durchgeführt und reflektiert werden.
·  Empowerment:Menschen mit Behinderung treffen Entscheidungen, die ihre Person  betreffen selbst
bzw. sie sind zumindest maßgeblich an den Entscheidungsprozessen beteiligt. Die Selbstständigkeit
dient der Förderung und Stärkung des persönlichen Handlungsspielraums und der Eigenverantwortung
und somit der Gleichstellung mit Menschen ohne Behinderung.
·  Kommunikation/Zugang zu Informationen:  Bei Bedarf wird Unterstützte Kommunikation als
Methode angewandt. Vereinbarungen sind mit den Menschen mit Behinderungzu erarbeiten und in
einer leicht verständlichen Version zu gestalten (Leichter-Lesen-Version).
·  Mitgestaltung der Dienstleistung:Die Leistungserbringung wird durch/von NutzerInnen mitgestaltet
und in ihrer Erbringungsqualität bewertet.
2.2. GRUNDSÄTZE DER PÄDAGOGISCHEN BETREUUNGSARBEIT
Unterstützung im Bereich der Körperpflege:
·  An- und Auskleiden
·  Duschen und Baden
·  Waschen und Zahnpflege
·  Toilette bzw. Wickeln
71
Anlage 1
58
Medizinische/therapeutische Unterstützung:
·  Hilfestellung bei der Einnahme von Medikamenten nach ärztlicher Verordnung
·  Massagen/basalstimulierende Pflege/Körperwahrnehmungsübungen
·  musikalische/rhythmische Unterstützung
Unterstützung bei der Ernährung:
·  Hilfe beim Essen und Trinken
·  Essenszubereitung
Unterstützung und Förderung der Bewegungsfähigkeit:
Diese Tätigkeiten sind über Anordnung des diplomierten Krankenpflegepersonals (intra- oder extramural)
durchzuführen. Die Vorgaben des GuKG sind zu beachten.
Sonstige Betreuungstätigkeiten unter Anwendung pädagogischer Methoden und Grundsätze, wie:
·  Kommunizieren
·  Lesen/Vorlesen
·  Singen/Musizieren
·  kreatives Gestalten (Basteln, Malen)
·  Spielen
·  Aktivitäten im unmittelbaren Lebensumfeld
2.3. LEISTUNGSUMFANG
Die Leistung ist wie folgt zu erbringen:
Art  Inhalt/Tätigkeit
Durchgängige
Anwesenheit/
Erreichbarkeit
Mobil:
Der Familienentlastungsdienst muss in Vereinbarung mit
der Familie stundenweise angeboten werden.
Die Betreuungszeiten haben sich nach dem Bedarf der
Menschen mit Behinderung und ihrer Familie zu richten.
Die stundenweise Entlastung hat von Montag bis Sonntag
in der Zeit zwischen 00:00-24:00 Uhr nach Bedarf  und
zuerkanntem Stundenkontingent zu erfolgen.
365 Tage/Jahr
Montag – Sonntag
00:00-24:00 Uhr
Zur Auszahlung gelangt der in der Anlage 2 der LEVO-StBHG festgesetzte Stundensatz.
Die Höchstgrenze für die bescheidmäßige Zuerkennung von Familienentlastungsdienst beträgt 600
Jahresstunden. Das Stundenkontingent ist abhängig von den Betreuungsstunden außer Haus.
Die Leistungsart TaB BHG ist so ausgelegt, dass sie von einem Menschen mit Behinderung 5 Tage pro Woche
in Anspruch genommen werden kann. Eine Kombination dieser Leistung mit FED BHG ist möglich. Wenn der
Mensch mit Behinderung nicht in der Lage ist, ganztägig an der Beschäftigungsmaßnahme teilzunehmen, beträgt
das Jahresstundenausmaß für Familienentlastungsdienst maximal 200 Jahresstunden.
Nimmt der Mensch mit Behinderung die Leistungsart B&F BHG in Anspruch oder besucht er eine
Kinderbildungs- und Kinderbetreuungseinrichtung oder eine Schule, so sind  aufgrund der nicht ganzjährigen
Betriebsdauer dieser Einrichtungen die folgenden Tabelle zur Entscheidung heranzuziehen:
72
Anlage 1
59
Beschäftigung in teilstationären Einrichtungen mit 248 Betriebstagen (B&F BHG):
Betreuung außer
Haus
in Stunden pro
Betriebstag
Maximal
zuerkennbares
Stundenkontingent
jährlich
8  173
7  218
6  265
5  310
4  356
3  401
2  447
1  492
0  600
Besuch von Kinderbildungs- und Kinderbetreuungseinrichtungen bzw. Schulen mit 187 Betriebstagen:
Betreuung außer
Haus
in Stunden pro
Betriebstag
Maximal
zuerkennbares
Stundenkontingent
jährlich
8  263
7  297
6  332
5  366
4  401
3  435
2  470
1  504
0  600
Kann das Stundenkontingent der Betreuung außer Haus nicht in ganzen Stunden pro Betriebstag angegeben
werden, ist die Zahl des nach der jeweiligen Tabelle maximal zuerkennbaren  Stundenkontingents anteilsmäßig
zu berechnen.
In besonders begründeten Fällen kann ein über die oben angeführten Werte hinausgehender Bedarf an
Stundenkontingent gegeben sein. Ein besonders begründeter Fall liegt insbesondere bei Personen mit höchstem
Grad der Beeinträchtigung, bei berufstätigen AlleinerzieherInnen, bei Berufstätigen mit atypischen Arbeitszeiten
oder wenn der/die betreuende(n) Angehörige(n) selbst im SeniorInnenalter ist (sind) oder aufgrund eingetretener
Krankheit der Betreuungsperson(en) vor. Bei Vorliegen entsprechender Gründe können die errechneten Stunden
um bis zu maximal 1/3 dieses Wertes erhöht werden, wobei die allgemeine Höchstgrenze von 600 Jahresstunden
nicht überschritten werden kann.
Häufige Indikationen für einen erhöhten Bedarfan Familienentlastung:
·  gesundheitliche Belastungen der Eltern, z.B.: körperliche Beschwerden, drohende Vollzeit-unterbringung des Kindes, wenn bspw. nicht mehr gehoben werden kann oder das Kind ist bspw. häufig
auch in der Nacht wach, gestörter Tag-Nacht-Rhythmus (Gesundheitsgefährdung für die
Betreuungsperson durch zu wenig Schlaf –psychische Belastung Burn-out-Gefahr)
·  keine Freizeit der Eltern
·  Geschwisterkinder sind benachteiligt
·  familiäres System und/oder die Partnerschaft ist gefährdet
·  berufstätige AlleinerzieherInnen, atypische Arbeitszeit –keine Erholungsphase
·  drohender Jobverlust der AlleinerzieherIn, da das Kind oft krank ist und die Betreuung und Pflege
daheim benötigt
·  Hyperaktivität des Kindes, Pubertät des Kindes oder der Geschwister erfordert erhöhte Aufmerksamkeit
·  andere Pflegeverpflichtungen in der Familie
3. Qualitätssicherung
73
Anlage 1
60
Unter Qualität versteht man die Gesamtheit von Eigenschaften und Merkmalen einer Dienstleistung, die sich auf
deren Eignung zur Erfüllung festgelegter oder vorausgesetzter Erfordernisse beziehen. Um den Bezug zwischen
den Merkmalen einer Leistung und den Anforderungen, die an sie gestellt werden, herstellen zu können, müssen
Ausgangspunkt (Was soll geändert werden?), Zieldefinition (Was soll erreicht werden und womit soll es erreicht
werden?) und Zielerreichung (Welche Maßnahmen wurden gesetzt und wie wurdendie Ziele erreicht?)
weitestgehend übereinstimmen.
3.1. STRUKTUR-STANDARDS
3.1.1 Einrichtung
Einsatzstelle:
Büro der Einsatzleitung
Räumliche Lage:
Familienentlastung muss im unmittelbaren örtlichen Lebensbereich der KlientInnen erfolgen.
3.1.2 Fachpersonal
Leitung:
Das Leitungspersonal richtet sich nach der Anzahl des Fachpersonals.
Maximalwert: 6,7 % Dienstposten je 100 % BetreuerInnendienstposten
Personalbedarf:
Die für bzw. mit dem/der KlientIn zu erbringende Leistungszeit wird als unmittelbare Betreuungszeit geführt
und ist leistungsbeschreibungskonform herzustellen. Zur unmittelbarenBetreuungszeit kann als maximaler Wert
ein Zeitaufwand von 18 % als mittelbare Betreuungszeit (Vor- und Nachbereitung und dergleichen) aufgewendet
werden. Die Fahrtzeit (Hin- und Rückfahrt) zur unmittelbaren Betreuung des/der KlientIn ist effizient und
zweckmäßig zu gewährleisten.
Personalausstattung:
Diplom- und FachsozialbetreuerInnen mit Spezialisierung BB, BA und F (MitarbeiterInnen von Trägern der
Behindertenhilfe, die am 1. Juni 2011 als BehindertenpädagogIn oder Behinderten(fach)betreuerIn tätig waren,
gelten bis 31. Dezember 2014 als qualifiziert), PflegehelferInnen, Dipl. Gesundheits- und Krankenschwestern/-pfleger, Dipl. Kinderkrankenschwestern/-pfleger. Höher qualifiziertes Personal  kann eingesetzt werden (z.B.
Studienabschluss Pädagogik mit Schwerpunkt Heil- und Sonderpädagogik,Sozialpädagogik,
Integrationspädagogik und heilpädagogische Psychologie, SozialarbeiterInnen,  AbgängerInnen der Akademie
und der FH Studien Soziale Arbeit, Bundeslehranstalt und Kolleg für Sozialpädagogik, PsychologInnen).
Ausbildungen müssen in Ausbildungseinrichtungen, welche vom Bund bzw. den Ländern anerkannt sind,
abgeschlossen werden (Universität, Fachhochschule, Akademien, Einrichtungen nach StSBBG).
Für die Betreuung und Begleitung von Menschen mit Behinderung bis zur Vollendung des 15. Lebensjahres
können Akademische FrühförderInnen und FamilienbegleiterInnen sowie SonderkindergartenpädagogInnen
eingesetzt werden.
Für sämtliche Berufe, einschließlich der Aus- und Fortbildung, gelten die  entsprechenden gesetzlichen
Bestimmungen (wie StSBBG, GuKG etc.).
3.2. PROZESS-STANDARDS
3.2.1. Organisation
·  Aufbau und Ablauforganisation müssen in einem Organisationshandbuchdargestellt werden
(Funktionsbeschreibungen, Stellenbeschreibungen)
·  am Betreuungskonzept hat eine Darstellung und Beschreibung der Ziele und Methoden zu erfolgen
74
Anlage 1
61
3.2.2 Dokumentation
Anhand der Dokumentation muss der Betreuungsverlauf nachvollziehbar sein.
Die klientInnenspezifischeDokumentation hat, soweit wie möglich, in Kooperation mit den Betreuten während
der Betreuungszeit zu erfolgen und soll insbesondere Folgendes enthalten:
Betreuungsdokumentation:
·  Anamnese/Stammblatt
·  Betreuungsvereinbarung mit den Betreuungspersonen
·  Gesundheitsblatt
·  Hilfestellung bei der Einnahme von Medikamenten
·  Durchführungsnachweise über erfolgte Pflege bzw. Betreuung
3.2.3 Fachpersonal/Personalentwicklung
·  Fortbildungen sind wahrzunehmen
·  Teambesprechungen und Supervisionen sind je nach Erfordernis abzuhalten und in Anspruch zu
nehmen
·  die Einschulung neuer MitarbeiterInnen ist sicherzustellen
3.3. ERGEBNIS-STANDARDS
Grundlage für die Ergebnis-Standards ist die Evaluierung der im Betreuungsvertrag vereinbarten Tätigkeiten.
75
Anlage 1
62
Freizeitassistenz (ASS-F)  III. F.
1. Funktion und Ziele
1.1. DEFINITION
Kurzbeschreibung:
Der/die FreizeitassistentIn hat die Aufgabe, an der Gestaltung der Freizeit des Menschen mit  Behinderung
mitzuwirken.
Ziel:
·  Kennenlernen verschiedener Freizeitangebote
·  Ausloten der eigenen Interessen
·  Förderung der Eigenständigkeit im Bereich der aktiven Freizeitgestaltung
1.2. ZIELGRUPPE
Menschen, die diese Leistung in Anspruch nehmen, müssen Jugendliche und Erwachsene mit Körper- und/oder
Sinnes- und/oder intellektueller- und/oder Mehrfachbehinderung sein,  die in der Familie, einer mobil betreuten
Wohnform oder alleine leben.
1.2.1 Zuweisungskriterien, die einzeln oder kumulativ vorliegen
KlientInnen, die diese Leistung in Anspruch nehmen, müssen
·  Menschen mit Behinderung ab dem vollendeten 15. Lebensjahr sein
·  KlientInnen sein, die mit anderen die eigenen Fähigkeiten entdecken können
·  KlientInnen sein, die in Gemeinschaft die Freizeit verbringen möchten
·  Menschen mit Behinderung sein, die eigenständig etwas unternehmen wollen, aber Unterstützung
benötigen
1.2.2 Ausschließungsgründe
Die Leistung darf von KlientInnen nicht in Anspruch genommen werden, wenn
·  sie suchtkrank sind,
·  sich die Beeinträchtigung vorwiegend aus dem Psychosozialen ableiten lässt,
·  sie eine vorwiegend altersbedingte Beeinträchtigungen haben,
·  sie einen ausschließlichen oder überwiegend altersbedingten Pflegebedarf haben und/oder
·  sie in einer stationären Wohnform leben.
1.3. AUSWAHL DES DIENSTES
Die Freizeitassistenz ist eine ergänzende Dienstleistung, die neben jeder Arbeits- und Beschäftigungssituation in
Anspruch genommen werden kann.
Kombinationsmöglichkeiten stundenweise mit LEVO-Leistungen
Vollzeit-betreutes
Wohnen
Trainings-Wohnung
Teilzeit-betreutes
Wohnen
Tagesbegleitung
und Förderung
Teilhabe an
Beschäftigung
Freizeitassistenz  Nein  Nein  Ja  Ja  Ja
Frühförderung
Wohn-assistenz
Familien-entlastung
Freizeit-assistenz
Persönliches
Budget
Freizeitassistenz  Nein  Ja  Ja    Nein
76
Anlage 1
63
2. Leistungsangebot
Die Leistungserbringung hat sich an der Zielvorgabe im Individualbescheid auszurichten. Das
Leistungsspektrum richtet sich an den Lebensvorstellungen und Ressourcen des Menschen mit Behinderung aus
und umfasst neben den Umsetzungsmöglichkeiten auch persönliche und lebenspraktische Aspekte.
2.1. GRUNDSÄTZE UND METHODISCHE GRUNDLAGEN
Grundsätze bezeichnen fundamentale Prinzipien der Inklusion und alltags- bzw. lebensweltorientierte Ansätze
behindertenpädagogischen bzw. sozialpsychiatrischen Handelns.
·  Normalisierung:Gleichberechtigte Teilhabe und Teilnahme am Leben der nicht behinderten
Menschen. Die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderung entsprechen weitgehend denen von
Menschen ohne Behinderung.
·  Inklusion und Partizipation:  Inklusion ist die untrennbare Einheit von sozialer Gemeinschaft und
einer am einzelnen Menschen orientierten Erziehung, Bildung und Lebensgestaltung aller ihrer
Mitglieder. Menschen mit Behinderung erhalten das notwendige Maß an Unterstützung für eine aktive
Partizipation am gesellschaftlichen Leben.
·  Unteilbarkeit:Grundsätzlich kann jeder Mensch mit Behinderung, unabhängig von Art, Ausmaß und
Schweregrad der Behinderung, inklusiv an der Gesellschaft teilhaben. Alle an konkreten
Hilfeplanungen und Maßnahmen beteiligten Personen arbeiten freiwillig mit.
·  Ganzheitlichkeit:Die jeweilige Lebenswirklichkeit ist angemessen zu berücksichtigen undin alle
Maßnahmen von Förderung und Lebensbewältigung einzubeziehen.
·  Individualisierung:Alle Unternehmungen, die Lebensqualität erhalten und verbessern sowie
Handlungskompetenzen zur Lebensbewältigung betreffen, müssen auf den einzelnen Menschen
ausgerichtet sein und Wünsche, Bedürfnisse und Besonderheiten einbeziehen.
·  Wahlrecht und Selbstbestimmung: An der Inklusion ausgerichtete Prozesse sollen in adäquater Form
miteinander geplant, durchgeführt und reflektiert werden.
·  Empowerment:Menschen mit Behinderung treffen Entscheidungen, die ihre Person betreffen selbst
bzw. sie sind zumindest maßgeblich an den Entscheidungsprozessen  beteiligt. Die Selbstständigkeit
dient der Förderung und Stärkung des persönlichen Handlungsspielraumsund der Eigenverantwortung
und somit der Gleichstellung mit Menschen ohne Behinderung.
·  Kommunikation/Zugang zu Informationen:  Bei Bedarf wird Unterstützte Kommunikation als
Methode angewandt. Vereinbarungen sind mit den Menschen mit Behinderung  zu erarbeiten und in
einer leicht verständlichen Version zu gestalten (Leichter-Lesen-Version).
·  Mitgestaltung der Dienstleistung:Die Leistungserbringung wird durch/von NutzerInnen mitgestaltet
und in ihrer Erbringungsqualität bewertet.
2.2. GRUNDSÄTZE DER PÄDAGOGISCHEN BETREUUNGSARBEIT
Die Betreuungsarbeit soll insbesondere Folgendes fördern:
·  individuelle Freizeitgestaltung (Einzelbetreuung)
·  Gruppenaktivitäten
·  eigenen Fähigkeiten entwickeln und das Selbstbewusstsein stärken
·  integratives Gemeinschaftserlebnis
·  Erkundung des eigenen Lebensumfeldes
2.3. LEISTUNGSUMFANG
Die Leistung ist wie folgt zu erbringen:
Art  Inhalt/Tätigkeit
Durchgängige
Anwesenheit/
Erreichbarkeit
Mobil:
Die Freizeitassistenz wird stundenweise, tageweise,
tagsüber, nachts und an den Wochenenden flexibel  –  also
bedarfsbezogen –angeboten:
365 Tage/Jahr
·  Hilfe bei der Auswahl entsprechender Aktivitäten
·  Hilfe bei der Organisation
·  Assistenz bei der Mobilität
·  Begleitung der Aktivitäten
Montag – Sonntag
00:00-24:00 Uhr
Zur Auszahlung gelangt der in der Anlage 2 der LEVO-StBHG festgesetzte Stundensatz.
Die Höchstgrenze für die bescheidmäßige Zuerkennung von Freizeitassistenz beträgt 200 Jahresstunden.
77
Anlage 1
64
3. Qualitätssicherung
Unter Qualität versteht man die Gesamtheit von Eigenschaften und Merkmalen einer Dienstleistung, die sich auf
deren Eignung zur Erfüllung festgelegter oder vorausgesetzter Erfordernisse beziehen. Um den Bezug zwischen
den Merkmalen einer Leistung und den Anforderungen, die an sie gestellt werden, herstellen zu können, müssen
Ausgangspunkt (Was soll geändert werden?), Zieldefinition (Was soll erreicht werden und womit soll es erreicht
werden?) und Zielerreichung (Welche Maßnahmen wurden gesetzt und wie wurden die Ziele erreicht?)
weitestgehend übereinstimmen.
3.1. STRUKTUR-STANDARD
3.1.1 Einrichtung
Einsatzstelle:
Büro der Einsatzleitung
3.1.2 Fachpersonal
Personalbedarf:
Der Personalbedarf richtet sich nach der Vereinbarung mit den KlientInnen imRahmen der genehmigten
Stunden.
Personalausstattung/Qualifikation:
Schlüsselqualifikationen des Personals in der Freizeitassistenz müssen soziale Kompetenz,Kontinuität,
Belastbarkeit, Fähigkeit zur Selbstreflexion und Flexibilität sein.
Folgende Grundvoraussetzungen sind zu erfüllen: Unbescholtenheit, Volljährigkeit, abgeschlossene
Pflichtschulausbildung.
3.2. PROZESS-STANDARDS
Die Prozess-Standards stellen sich in der Planung, Strukturierung und im Ablauf der Leistungserbringung dar.
Art und Inhalt der Leistungserbringung ergeben sich aus den Zielen der Leistungsart.
3.2.1 Organisation
·  Aufbau und Ablauforganisation müssen in einem Organisationshandbuch  dargestellt werden
(Funktionsbeschreibungen, Stellenbeschreibungen).
3.2.2 Dokumentation
Anhand der Dokumentation muss der Betreuungsverlauf nachvollziehbar sein.
Die  klientInnenspezifischeDokumentation hat in Kooperation mit dem/der Betreuten während der
Betreuungszeit zu erfolgen und insbesondere Folgendes zu enthalten:
·  Assistenzvertrag
·  Assistenzprotokolle
·  Betreuungsvereinbarung
·  Teilnehmerliste bei Gruppenaktivitäten
·  Anwesenheitsliste von KlientInnen (Häufigkeit der Assistenzeinheiten)
Die einrichtungsspezifischeDokumentation hat insbesondere Folgendes zu enthalten:
·  Fahrtenbuch
·  Dienstpläne (Einsatzpläne des Personals)
3.3. ERGEBNIS-STANDARDS
Grundlage für die Ergebnis-Standards ist die Evaluierung der im Betreuungsvertrag vereinbarten Tätigkeiten.
78
Anlage 1
65
Vollzeitbetreutes Wohnen für psychisch beeinträchtigte Menschen (WH PSY) IV. A.
1. Funktion und Ziele
1.1. DEFINITION
Kurzbeschreibung:
Durch das Angebot einer vollzeitbetreuten und gemeindenahen Gemeinschaftswohnform muss es Menschen mit
schweren bzw. chronischen psychischen Erkrankungen, die dieser Betreuungsform bedürfen, ermöglicht werden,
ein Betreuungsangebot vorzufinden, das ein möglichst hohes Ausmaß an Lebensqualität gewährleistet. Das
Leben in der Gemeinschaft hat Beziehungsfähigkeit zu fördern und einersozialen Isolation entgegenzuwirken.
Durch gezielte Interventionen von fachlich qualifiziertem Personal sowie durch die strukturelle Ausrichtung des
Betreuungsangebotes an eine möglichst normalisierte Lebensform (Normalisierungsprinzip) wird die soziale
Rehabilitation und Reintegration gefördert. Zentrales Element dieser Betreuungsform ist die Beziehungsarbeit,
wobei Beziehungs- und Betreuungskontinuität durch ein BezugsbetreuerInnensystem gewährleistet werden
muss. Die Schaffung eines positiven sozialen Wohnklimas, welches der Möglichkeit von
Gemeinschaftsaktivitäten wie auch dem Bedürfnis nach Rückzug und privater Intimität Rechnung trägt, soll den
Rahmen für die Unterstützungsleistungen darstellen. Die Betreuungsdauer richtet  sich nach dem
Betreuungsbedarf der einzelnen Personen. Die zu betreuenden Personen kommen  für ihren Lebensunterhalt
selbst auf.
Ziel:
Psychisch erkrankten Menschen soll durch sozialpsychiatrische Betreuungein möglichst eigenständiges und
integriertes Leben ermöglicht werden. Durch Hilfsangebote im lebenspraktischen und psychosozialen Bereich
wird eine Stabilisierung und Verbesserung von psychischem und sozialem  Wohlbefinden angestrebt. Die
Förderung gesunder Persönlichkeitsanteile soll das Fortschreiten von Chronifizierung verhindern. Dadurch
sollen stationäre Aufenthalte in psychiatrischen Kliniken verringert, Heimaufenthalte vermieden und
gegebenenfalls ein Übergang in eigenständigere Wohnformen ermöglicht werden.
1.2. ZIELGRUPPE
Menschen mit schwerer bzw. chronischer psychischer Erkrankung(Mindestalter 18 Jahre), die einer dauerhaften
oder zeitlich begrenzten sozialpsychiatrischen Betreuung in einer „vollzeitbetreuten“ Einrichtung (Anwesenheit
von BetreuerInnen „Rund-um-die-Uhr“) bedürfen.
1.2.1 Indikationen
·  Personen, bei denen teilzeitbetreute oder ambulante (Wohn-) Betreuungsformen (noch) nicht ausreichen
würden, bzw. sich als nicht ausreichend herausgestellt haben
·  Bereitschaft seitens der Personen sowie Vorhandensein grundlegender sozialerFertigkeiten als
Voraussetzung für ein Zusammenleben mit anderen Personen
1.2.2 Kontraindikationen
·  Suchterkrankung, wenn die Abhängigkeit im Vordergrund steht
·  Menschen mit schwerer intellektueller und körperlicher Beeinträchtigung bzw.
Mehrfachbeeinträchtigungen
1.3. STELLUNG DES DIENSTES IN DER ANGEBOTSKETTE
Der Dienst ist in ein gemeindepsychiatrisches Betreuungsverbundsystem einzubinden. Die Kooperation mit
psychiatrischen Kliniken und extramuralen Einrichtungen (psychosoziale  Zentren, tagesstrukturierende
Einrichtungen, arbeitsrehabilitativen Einrichtungen und ähnliche) wie auch mit niedergelassenen FachärztInnen
für Psychiatrie und PsychotherapeutInnen hat die Grundlage des Betreuungskonzeptes darzustellen. Um den
Übergang aus der Wohneinrichtung in eine selbstständige Wohnformzu fördern, kann mobile
sozialpsychiatrische Betreuung schon während der Auszugsvorbereitung  für einen Zeitraum von maximal 3
Monaten in der Wohneinrichtung bewilligt werden.
79
Anlage 1
66
Bei Fähigkeit zu einer selbstständigeren Lebensführung sind alternative  Leistungsangebote bei der
Leistungszuerkennung zu berücksichtigen, diese sind:
·  Teilzeitbetreutes Wohnen
·  Betreute Wohngemeinschaften
·  Mobile sozialpsychiatrische Betreuung
Anwendung des gelindesten Mittels zur Erreichung des Zieles:
Dieses Betreuungsangebot hat zur Vermeidung bzw. Verringerung von stationären Langzeitaufenthalten und
Heimunterbringungen beizutragen. Durch die bedarfs- und personenzentrierte Ausrichtung des
Betreuungsangebotes muss nach Maßgabe persönlicher Voraussetzungen auf  Seiten der Betroffenen ein
Übergang in eine eigenständigere Lebensform angestrebt werden.
2. Leistungsangebot
2.1. GRUNDSÄTZE UND METHODISCHE GRUNDLAGEN
Das Leistungsangebot hat sich insbesondere an folgenden Grundsätzen zu orientieren:
·  Integration (physisch, funktional und sozial)
·  Kontinuität
·  Prinzip der Normalisierung
·  Prinzip der Wahrung der Intimsphäre
·  Eigenverantwortung und Selbstständigkeit (Empowerment)
·  Individualität
·  Freiwilligkeit
·  Verpflichtung zur Verschwiegenheit
·  Arbeit in einem multiprofessionellen Team
·  Beziehungsarbeit als tragendes Element
·  Orientierung an der Salutogenese
2.2. GRUNDSÄTZE DER SOZIALPSYCHIATRISCHEN BETREUUNGSARBEIT:
Die sozialpsychiatrische Betreuungsarbeit soll insbesondere durch Betreuung, Begleitung und Assistenz
Folgendes fördern:
·  Stärkung der Autonomie und Annäherung an das Ziel einer möglichst selbstständigen Lebensform
·  Hilfestellung nach individueller Problemstellung und Krankheitsverlauf
·  Erarbeitung eines individuellen Betreuungsplanes
·  Erlernen eines angemessenen Umgangs mit der psychosozialen und/oder  psychiatrischen
Beeinträchtigung
·  BezugsbetreuerInnensystem
·  diagnostische und therapeutische Kompetenz im Team
·  Hilfestellung bei der Strukturierung des Tagesablaufes und Alltagsbewältigung
·  Fördern von lebenspraktischen Kompetenzen
·  zielorientiertes Fördern von Ressourcen, deren Erhaltung und (nach Möglichkeit) Erweiterung
·  Förderung der Beziehung zu sich selbst und anderen und der sozialen und gesellschaftlichen Integration
·  Begleiten bei Befindlichkeitsschwankungen und Krisen
2.3. LEISTUNGSUMFANG
Die Leistung ist wie folgt zu erbringen:
Art  Inhalt/Tätigkeit
Durchgängige
Anwesenheit/
Erreichbarkeit
Tagdienst:  16 Stunden täglich   365 Tage/Jahr
Nachtbereitschaft  1 MitarbeiterIn 8 Stunden pro Nacht an 365 Tagen365 Tage/Jahr
80
Anlage 1
67
Doppel- oder Mehrfachbesetzungen zu bestimmten Zeiten sind erforderlich (Fixblöcke und bedarfsbezogen  –je
Personenzusammensetzung bzw. aktueller Befindlichkeit der Personen).
3. Qualitätssicherung
3.1. STRUKTUR-STANDARDS
3.1.1 Wohneinrichtung
Einrichtungsgröße:Richtwert: 12 KlientInnen
Standort und Umgebung:
Folgende infrastrukturelle Mindestanforderungen sollen erfüllt werden:
·  es ist sicherzustellen, dass den KlientInnen die Teilnahme am gesellschaftlichenund kulturellen Leben
ermöglicht wird
·  es ist sicherzustellen, dass eine entsprechende Infrastruktur (Geschäfte, ÄrztInnen, Institutionen und
dergleichen) vorhanden ist
·  eine Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz muss vorhanden sein
Raumbedarf:
Die Einrichtung soll nach folgenden Grundsätzen errichtet sein (Richtwert: maximal 35 m² Gesamtraumbedarf je
zu betreuender/m KlientIn):
·  12 KlientInnen unterteilt in baulich getrennte Wohngruppen (für 4 KlientInnen)
·  Einbettzimmer 14 m²
·  Wohngruppengröße rund 105 m² (Einzelzimmer, Küche und Essbereich, zwei geschlechtergetrennte
WCs , zwei Bäder oder Duschen)
·  Gemeinschaftsräume (Gemeinschaftsküche, Aufenthaltsbereich und dergleichen)
·  Büro, Besprechungszimmer, BetreuerInnenzimmer, (inklusive Bad undWC für Nachtdienste)
·  Allgemeinräume (Lagerräume, Gänge, Waschküche und dergleichen)
Die Einrichtung ist jeweils nach den aktuellen bautechnischen Normen und dem aktuellen Stand der Technik zu
errichten, insbesondere bzgl. der Vorgaben zu barrierefreiem Bauen und Einrichten.
3.1.2 Fachpersonal
Sozialpsychiatrische Leitung:
Das Leitungspersonal richtet sich nach der Anzahl des Betreuungspersonals.
Maximalwert: 6,7 % Dienstposten je 100 % BetreuerInnendienstposten
Personalbedarf:
Multiprofessionelles Team mit verschiedenen sozialpsychiatrischen Fachausbildungen.
Zielwerte:
670 % Dienstposten davon 150 % Dienstposten, die Tätigkeiten, zu deren  Ausübung ein akademischer
Abschluss oder eine vergleichbare Ausbildung notwendig sind, ausüben.
Mindestpersonalbedarf:
Zielwerte können im Einzelfall seitens der Leistungserbringer nach tatsächlichen Betreuungserfordernissen
kurzfristig unterschritten werden, sofern eine ordnungsgemäße Betreuung mit einem Mindestpersonal noch
gewährleistet ist (Mindestwert:pro Einrichtung für 12 KlientInnen: 600 % Dienstposten).
81
Anlage 1
68
Qualifikation:
Die Qualifikation des Personals hat den Anforderungen der Leistungsart bzw. der Funktion und der Ziele der
Einrichtung und der dafür formulierten Stellenbeschreibung zu entsprechen.Je nach Anforderung des konkreten
Arbeitsfeldes können (komplementäre) Zusatzqualifikationen erforderlich sein.
Die MitarbeiterInnen müssen eine abgeschlossene Ausbildung (Grundqualifikation) in
Ausbildungseinrichtungen, welche von Bund oder Ländern anerkannt sind (bspw. Universität, Fachhochschule,
Akademie, Bildungsanstalt), vorweisen. Diese Ausbildung muss zumindest 3600 Stunden entsprechen.
MitarbeiterInnen haben, um in dieser Leistungsart als qualifiziert zu gelten, eine der unten angeführten
Ausbildungen nachzuweisen:
·  PsychologInnen (mindestens Bakkalaureat), (Dipl.-) SozialarbeiterInnen (der Akademie für
Sozialarbeit oder Fachhochschule für Soziale Arbeit, mindestens Bakkalaureat), Diplomiertes
Psychiatrisches Gesundheits- und Krankenpflegepersonal.
Als Zusatzqualifikation wird eine sozialpsychiatrische Grundausbildung imAusmaß von
mindestens 100 Stunden Theorie (berufsbegleitend, Abschluss binnen24 Monaten ab
Beschäftigungsbeginn) empfohlen.
·  PädagogInnen (mindestens Bakkalaureat).
PädagogInnen, die nicht im Zuge der Ausbildung die FächerkombinationPsychiatrie absolviert
haben, gelten als qualifiziert, wenn sie als Zusatzqualifikation eine sozialpsychiatrische
Grundausbildung im Ausmaß von mindestens 100 Stunden Theorie (berufsbegleitend, Abschluss
binnen 24 Monaten ab Beschäftigungsbeginn) absolviert haben.
·  Diplom-SozialbetreuerInnen mit Spezialisierung BB und BA und F.
Als Zusatzqualifikation ist eine sozialpsychiatrische Grundausbildung imAusmaß von mindestens
100 Stunden Theorie (muss bereits bei Beschäftigungsbeginn absolviert sein) und die Ausbildung
zur Akademischen Fachkraft für Sozialpsychiatrie oder eine gleichwertige Ausbildung (60 ECTS,
berufsbegleitend) erforderlich, welche bis spätestens 4 Jahre nach Beschäftigungsbeginn
abgeschlossen sein muss. Für die Zeit der Aufschulung gelten diese MitarbeiterInnen als
„Fachpersonal in Ausbildung“ und dürfen  nur unter Anleitung des ausgebildeten Fachpersonals
tätig werden.
·  Diplomiertes Gesundheits- und Krankenpflegepersonal.
Die Sonderausbildung zur/zum Dipl. Psychiatrischen Gesundheits- und Krankenschwester/-pfleger
(gemäß § 65 GuKG) ist innerhalb von 48 Monaten ab Beschäftigungsbeginn abzuschließen. Für die
Zeit der Sonderausbildung (Aufschulung)  gelten diese MitarbeiterInnen als „Fachpersonal in
Ausbildung“ und dürfennur unter Anleitung des ausgebildeten Fachpersonals tätig werden.
Diplom-SozialbetreuerInnen mit Spezialisierung BB und BA und F sowie PsychotherapeutInnen können im
Ausmaß von bis zu maximal 25 % der erforderlichen Dienstposten nach den oben angeführten Voraussetzungen
eingesetzt werden. Auch Fachpersonal in Ausbildung ist diesem Maximalwert  von 25 % der einzusetzenden
Dienstposten zuzuordnen. Zum Fachpersonal in Ausbildung zählen (für die Dauer der Aufschulung/Ausbildung)
die oben angeführten Berufsgruppen, die innerhalb der vorgesehenen Frist eine Aufschulung zu absolvieren
haben, um in dieser Leistungsart als qualifiziert anerkannt zu werden. Der  Wert von 25 % darf insgesamt nicht
überschritten werden.
Für sämtliche Berufe einschließlich der Aus- und Fortbildung gelten die entsprechenden gesetzlichen
Bestimmungen (bspw. GuKG, Psychologengesetz).
Honorarkräfte:
1,5 Stunden pro Woche FachärztIn für Psychiatrie sofern dessen/deren Kosten durch den Tagsatz abgedeckt
werden können.
3.2. PROZESS-STANDARDS
3.2.1 Organisation
·  Aufbau- und Ablauforganisation müssen in einem Organisationshandbuch dargestellt werden
(Funktionsbeschreibungen, Stellenbeschreibungen)
·  im Betreuungskonzept hat eine Darstellung und Beschreibung der Ziele und Methoden zu erfolgen
82
Anlage 1
69
3.2.2 Dokumentation
Anamnesebogen:
·  pro Person sozialpsychiatrische Anamnese
Betreuungsdokumentation:
·  analog der Basisdokumentation
·  Stammdatenblatt
·  Gesundheitsblatt (Medikamente und Befunde)
·  Betreuungs- und Entwicklungsbericht bzw. Entwicklungsplan
Entwicklungsdokumentation:
analog der Basisdokumentation
Die einrichtungsspezifischeDokumentation hat insbesondere Folgendes zu enthalten:
·  Leistungsdokumentation anhand der Basisdokumentation
·  Dienstpläne
·  Fortbildungspläne des Fachpersonals
·  Anwesenheitslisten der KlientInnen
·  Dokumentation von Teambesprechungen, Teamsupervisionen und Fortbildungen des Fachpersonals
·  sonstige trägerspezifische Dokumente (Dienstjournal, Protokolle und dergleichen)
·  Verlaufs- und Entwicklungsdokumentation (Jahresentwicklungsberichte) in Form von organisatorischen
Ablaufdokumentationen
3.2.3 Fachpersonal
Regelmäßige Teambesprechungen sind abzuhalten. Teamsupervisionen  sind verpflichtend und regelmäßig
abzuhalten. Fortbildungen sind verpflichtend und regelmäßig auf allen Ebenen durchzuführen.
Personalentwicklung ist insbesondere sicherzustellen durch:
·  Personalentwicklungskonzept
·  Einschulung neuer MitarbeiterInnen
·  jährliches MitarbeiterInnengespräch
3.3. ERGEBNIS-STANDARDS
·  Jahresentwicklungsberichte sind zu erstellen
·  die Prüfung des individuellen Maßnahmenerfolgs erfolgt über die leistungszuerkennenden Behörden
nach Einholung eines Sachverständigengutachtens je nach Erfordernis
83
Anlage 1
70
Teilzeitbetreutes Wohnen für psychisch beeinträchtigte Menschen (TZW PSY) IV. B.
1. Funktion und Ziele
1.1. DEFINITION
Kurzbeschreibung:
Durch das Angebot einer teilzeitbetreuten und gemeindenahen Gemeinschaftswohnform muss es Menschen mit
schweren, bzw. chronischen psychischen Erkrankungen, die dieserBetreuungsform bedürfen, ermöglicht
werden, ein Betreuungsangebot vorzufinden, das ein möglichst hohesAusmaß an Lebensqualität gewährleistet.
Das Leben in der Gemeinschaft hat Beziehungsfähigkeit zu fördern und einer sozialen Isolation
entgegenzuwirken. Durch gezielte Interventionen von fachlich qualifiziertem Personal sowie durch die
strukturelle Ausrichtung des Betreuungsangebotes an eine möglichst normalisierte Lebensform
(Normalisierungsprinzip) muss die soziale Rehabilitation und Reintegration gefördert werden. Zentrales Element
dieser Betreuungsform ist die Beziehungsarbeit, wobei Beziehungs- und Betreuungskontinuität durch ein
BezugsbetreuerInnensystem gewährleistet werden muss. Die Schaffungeines positiven sozialen Wohnklimas,
welches der Möglichkeit von Gemeinschaftsaktivitäten wie auch dem Bedürfnis nach Rückzug und privater
Intimität Rechnung trägt, soll den Rahmen für die Unterstützungsleistungen darstellen. Die Betreuungsdauer
richtet sich nach dem Betreuungsbedarf der einzelnen Personen. Die zu betreuenden Personen kommen für ihren
Lebensunterhalt selbst auf.
Ziel:
Psychisch erkrankten Menschen muss durch sozialpsychiatrische Betreuung ein möglichst eigenständiges und
integriertes Leben ermöglicht werden. Durch Hilfsangebote im lebenspraktischen und psychosozialen Bereich
muss eine Stabilisierung und Verbesserung von psychischem und sozialem Wohlbefinden angestrebt werden.
Die Förderung gesunder Persönlichkeitsanteile soll das Fortschreiten von Chronifizierungen verhindern.
Dadurch haben stationäre Aufenthalte in psychiatrischen Kliniken verringert zuwerden, Heimaufenthalte
vermieden und gegebenenfalls ein Übergang in eigenständigere Wohnformen ermöglicht zu werden.
1.2. ZIELGRUPPE
Menschen mit psychischer Erkrankung (Mindestalter 18 Jahre), die eine stationäre Behandlung und Versorgung
dauerhaft nicht brauchen, die aber noch nicht fähig sind, sich selbstständig zu versorgen und ohne regelmäßige
Betreuung zu leben.
1.2.1 Indikationen
·  Menschen, bei denen vollzeitbetreute Wohnbetreuungsformen nicht (mehr) erforderlich sind und
ambulante (Wohn-) Betreuungsformen (noch) nicht ausreichen würden bzw. sich als nicht ausreichend
herausgestellt haben
·  Bereitschaft seitens der Betroffenen sowie Vorhandensein grundlegender sozialer Fertigkeiten als
Voraussetzung für ein Zusammenleben mit anderen Personen
1.2.2 Kontraindikationen
·  Suchterkrankung, wenn die Abhängigkeit im Vordergrund steht
·  Menschen mit schwerer intellektueller und körperlicher Beeinträchtigung bzw.
Mehrfachbeeinträchtigungen
1.3. STELLUNG DES DIENSTES IN DER ANGEBOTSKETTE
Der Dienst ist in ein gemeindepsychiatrisches Betreuungsverbundsystem einzubinden. Die Kooperation mit
psychiatrischen Kliniken und extramuralen Einrichtungen (psychosoziale  Zentren, tagesstrukturierende
Einrichtungen, arbeitsrehabilitativen Einrichtungen und dergleichen) wie  auch mit niedergelassenen
FachärztInnen für Psychiatrie und PsychotherapeutInnen hat die Grundlagedes Betreuungskonzeptes
darzustellen.
84
Anlage 1
71
Bei Fähigkeit zu einer selbstständigeren Lebensführung sind alternative Leistungsangebote bei der
Leistungszuerkennung zu berücksichtigen, diese sind:
·  Betreute Wohngemeinschaften
·  Mobile sozialpsychiatrische Betreuung
Dieses Betreuungsangebot hat zur Vermeidung bzw. Verringerung von stationären Langzeitaufenthalten und
Heimunterbringungen beizutragen. Durch die bedarfs- und personenzentrierte Ausrichtung des
Betreuungsangebotes muss nach Maßgabe persönlicher Voraussetzungen auf  Seiten der Betroffenen ein
Übergang in eine eigenständigere Lebensform angestrebt werden.
Um den Übergang aus der Wohneinrichtung in eine selbstständigeWohnform zu fördern, kann mobile
sozialpsychiatrische Betreuung schon während der Auszugsvorbereitung  für einen Zeitraum von maximal 3
Monaten in der Wohneinrichtung bewilligt werden.
2. Leistungsangebot
2.1. GRUNDSÄTZE UND METHODISCHE GRUNDLAGEN
Die sozialpsychiatrische Betreuung hat sich insbesondere an folgenden Grundsätzen zu orientieren:
·  Integration (physisch, funktional und sozial)
·  Kontinuität
·  Prinzip der Normalisierung
·  Prinzip der Wahrung der Intimsphäre
·  Eigenverantwortung und Selbstständigkeit (Empowerment)
·  Individualität
·  Freiwilligkeit
·  Verpflichtung zur Verschwiegenheit
·  Arbeit in einem multiprofessionellen Team
·  Beziehungsarbeit als tragendes Element
·  Orientierung an der Salutogenese
2.2. GRUNDSÄTZE DER SOZIALPSYCHIATRISCHEN BETREUUNGSARBEIT
Die sozialpsychiatrische Betreuungsarbeit soll insbesondere durch Betreuung, Begleitung und Assistenz
Folgendes fördern:
·  Stärkung der Autonomie und Annäherung an das Ziel einer möglichst selbstständigen Lebensform
·  Hilfestellung nach individueller Problemstellung und Krankheitsverlauf
·  Erarbeitung eines individuellen Betreuungsplanes
·  Erlernen eines angemessenen Umgangs mit der psychosozialen und/oder  psychiatrischen
Beeinträchtigung
·  BezugsbetreuerInnensystem
·  Hilfestellung bei der Strukturierung des Tagesablaufes und Alltagsbewältigung
·  Fördern von lebenspraktischen Kompetenzen
·  zielorientiertes Fördern von Ressourcen, deren Erhaltung und (nach Möglichkeit) Erweiterung
·  Förderung der Beziehung zu sich selbst und anderen sowie der sozialen  und gesellschaftlichen
Integration
·  Begleiten bei Befindlichkeitsschwankungen und Krisen
2.3. LEISTUNGSUMFANG
Die Leistung ist wie folgt zu erbringen:
Art  Inhalt/Tätigkeit
Teilzeitbetreuung
Montag bis Freitag nach Bedarf zwischen 07:00 und 21:00
Uhr (Betreuungszeit 7 Stunden,  Sams-, Sonn-  und
Feiertagen  je 4 Stunden). Die Zeiten außerhalb der
Betreuungszeit sind durch einen Rufbereitschaftsdienst
abzudecken, der im Krisenfall auch die Wohneinrichtung
aufzusuchen hat.
85
Anlage 1
72
3. Qualitätssicherung
3.1. STRUKTUR-STANDARDS
3.1.1 Wohneinrichtung
Einrichtungsgröße:Richtwert: 8 KlientInnen
Standort und Umgebung:
Folgende infrastrukturelle Mindestanforderungen sollen erfüllt werden:
·  es ist sicherzustellen, dass den KlientInnen die Teilnahme am gesellschaftlichen und kulturellen Leben
ermöglicht wird
·  es ist sicherzustellen, dass eine entsprechende Infrastruktur (Geschäfte, ÄrztInnen, Institutionen und
dergleichen) vorhanden ist
·  eine Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz muss vorhanden sein
Raumbedarf:
Die Einrichtung soll nach folgenden Grundsätzen errichtet sein (Richtwert: maximal 41 m² Gesamtraumbedarf je
zu betreuender/m KlientIn):
·  8 KlientInnen unterteilt in baulich getrennte Wohngruppen (für 4 KlientInnen)
·  Einbettzimmer 14 m²
·  Wohngruppengröße rund 105 m² (Einzelzimmer, Küche und Essbereich, zwei geschlechtergetrennte
WCs, zwei Bäder oder Duschen)
·  Gemeinschaftsräume (Gemeinschaftsküche, Aufenthaltsbereich und dergleichen)
·  Büro, Besprechungszimmer, BetreuerInnenzimmer, (inklusive Bad undWC für Nachtdienste)
·  Allgemeinräume (Lagerräume, Gänge, Waschküche und dergleichen)
Die Einrichtung ist jeweils nach den aktuellen bautechnischen Normen und dem aktuellen Stand der Technik zu
errichten, insbesondere bzgl. der Vorgaben zu barrierefreiem Bauen und Einrichten.
3.1.2 Fachpersonal
Sozialpsychiatrische Leitung:
Das Leitungspersonal richtet sich nach der Anzahl des Betreuungspersonals.
Maximalwert: 6,7 % Dienstposten je 100 % BetreuerInnendienstposten
Gesamtpersonalbedarf:
Multiprofessionelles Team mit verschiedenen sozialpsychiatrischen Fachausbildungen.
Die Anzahl des einzusetzenden qualifizierten Personals richtet sich nach der Anzahl der betreuten KlientInnen.
Zielwerte:
310 % Dienstposten davon 100 % Dienstposten, die Tätigkeiten, zu deren  Ausübung ein akademischer
Abschluss oder eine vergleichbare Ausbildung notwendig sind, ausüben.
Mindestpersonalbedarf:
Die Zielwerte können im Einzelfall seitens der Leistungserbringer nach tatsächlichen Betreuungserfordernissen
im Rahmen eigener pädagogischer Verantwortung kurzfristig unterschritten werden, sofern eine
ordnungsgemäße Betreuung mit dem Mindestpersonal noch gewährleistet ist ( Mindestwert: pro Einrichtung für
8 KlientInnen: 300 % Dienstposten davon 50 % Dienstposten, die Tätigkeiten, zu deren Ausübung ein
akademischer Abschluss oder eine vergleichbare Ausbildung notwendig sind, ausüben. für 8 KlientInnen).
86
Anlage 1
73
Qualifikation:
Die Qualifikation des Personals hat den Anforderungen der Leistungsart bzw. der Funktion und der Ziele der
Einrichtung und der dafür formulierten Stellenbeschreibung zu entsprechen.Je nach Anforderung des konkreten
Arbeitsfeldes können (komplementäre) Zusatzqualifikationen erforderlich sein.
·
Die MitarbeiterInnen müssen eine abgeschlossene Ausbildung (Grundqualifikation) in
Ausbildungseinrichtungen, welche von Bund oder Ländern anerkannt sind (bspw. Universität, Fachhochschule,
Akademie, Bildungsanstalt), vorweisen. Diese Ausbildung muss zumindest 3600 Stunden entsprechen.
MitarbeiterInnen haben, um in dieser Leistungsart als qualifiziert zu gelten, eine der unten angeführten
Ausbildungen nachzuweisen:
·  PsychologInnen (mindestens Bakkalaureat), (Dipl.-) SozialarbeiterInnen (der Akademie für
Sozialarbeit oder Fachhochschule für Soziale Arbeit, mindestens Bakkalaureat), Diplomiertes
Psychiatrisches Gesundheits- und Krankenpflegepersonal.
Als Zusatzqualifikation wird eine sozialpsychiatrische Grundausbildung im  Ausmaß von
mindestens 100 Stunden Theorie (berufsbegleitend, Abschluss binnen24 Monaten ab
Beschäftigungsbeginn) empfohlen.
·  PädagogInnen (mindestens Bakkalaureat).
PädagogInnen, die nicht im Zuge der Ausbildung die FächerkombinationPsychiatrie absolviert
haben, gelten als qualifiziert, wenn sie als Zusatzqualifikation eine sozialpsychiatrische
Grundausbildung im Ausmaß von mindestens 100 Stunden Theorie (berufsbegleitend, Abschluss
binnen 24 Monaten ab Beschäftigungsbeginn) absolviert haben.
·  Diplom-SozialbetreuerInnen mit Spezialisierung BB und BA und F.
Als Zusatzqualifikation ist eine sozialpsychiatrische Grundausbildung imAusmaß von mindestens
100 Stunden Theorie (muss bereits bei Beschäftigungsbeginn absolviert sein) und die Ausbildung
zur Akademischen Fachkraft für Sozialpsychiatrie oder eine gleichwertige Ausbildung (60 ECTS,
berufsbegleitend) erforderlich, welche bis spätestens 4 Jahre nach Beschäftigungsbeginn
abgeschlossen sein muss. Für die Zeit der Aufschulung gelten diese MitarbeiterInnen als
„Fachpersonal in Ausbildung“ und dürfen nur unter Anleitung des ausgebildeten Fachpersonals
tätig werden.
·  Diplomiertes Gesundheits- und Krankenpflegepersonal.
Die Sonderausbildung zur/zum Dipl. Psychiatrischen Gesundheits- und Krankenschwester/-pfleger
(gemäß § 65 GuKG) ist innerhalb von 48 Monaten ab Beschäftigungsbeginn abzuschließen. Für die
Zeit der Sonderausbildung (Aufschulung)  gelten diese MitarbeiterInnen als „Fachpersonal in
Ausbildung“ und dürfennur unter Anleitung des ausgebildeten Fachpersonals tätig werden.
Diplom-SozialbetreuerInnen mit Spezialisierung BB und BA und F sowie PsychotherapeutInnen können im
Ausmaß von bis zu maximal 25 % der erforderlichen Dienstposten nach den oben angeführten Voraussetzungen
eingesetzt werden. Auch Fachpersonal in Ausbildung ist diesem Maximalwert  von 25 % der einzusetzenden
Dienstposten zuzuordnen. Zum Fachpersonal in Ausbildung zählen (für die Dauer der Aufschulung/Ausbildung)
die oben angeführten Berufsgruppen, die innerhalb der vorgesehenen Frist  eine Aufschulung zu absolvieren
haben, um in dieser Leistungsart als qualifiziert anerkannt zu werden. Der Wert von 25 % darf insgesamt nicht
überschritten werden.
Für sämtliche Berufe einschließlich der Aus- und Fortbildung gelten die entsprechenden gesetzlichen
Bestimmungen (bspw. GuKG, Psychologengesetz).
Honorarkräfte:
1,5 Stunden pro Woche FachärztIn für Psychiatrie sofern dessen/deren Kosten durch den Tagsatz abgedeckt
werden können.
3.2. PROZESS-STANDARDS
3.2.1 Organisation
·  Aufbau und Ablauforganisation müssen in einem Organisationshandbuch dargestellt werden
(Funktionsbeschreibungen, Stellenbeschreibungen)
·  im Betreuungskonzept hat eine Darstellung und Beschreibung der Ziele und Methoden anhand dieser
Verordnung zu erfolgen
87
Anlage 1
74
3.2.2 Dokumentation
Anamnesebogen:
·  pro KlientInnen sozialpsychiatrische Anamnese
Betreuungsdokumentation:
·  analog der Basisdokumentation
·  Stammdatenblatt
·  Gesundheitsblatt (Medikamente und Befunde)
·  Betreuungs- und Entwicklungsbericht bzw. Entwicklungsplan
Entwicklungsdokumentation:
analog der Basisdokumentation
Die einrichtungsspezifischeDokumentation hat insbesondere Folgendes zu enthalten:
·  Leistungsdokumentation analog der Basisdokumentation
·  Dienstpläne
·  Fortbildungspläne des Fachpersonals
·  Anwesenheitslisten der KlientInnen
·  Dokumentation von Teambesprechungen, Teamsupervisionen und Fortbildungen des Fachpersonals
·  sonstige trägerspezifische Dokumente (Dienstjournal, Protokolle und dergleichen)
·  Verlaufs- und Entwicklungsdokumentation (Jahresentwicklungsberichte) in Form von organisatorischen
Ablaufdokumentationen
3.2.3 Fachpersonal
Regelmäßige Teambesprechungen sind abzuhalten. Teamsupervisionen  sind verpflichtend und regelmäßig
abzuhalten. Fortbildungen sind verpflichtend und regelmäßig auf allen Ebenen durchzuführen.
Personalentwicklung ist insbesondere sicherzustellen durch:
·  Personalentwicklungskonzept
·  Einschulung neuer MitarbeiterInnen
·  jährliches MitarbeiterInnengespräch
3.3. ERGEBNIS-STANDARDS
·  Jahresentwicklungsberichte sind zu erstellen
·  die Prüfung des individuellen Maßnahmenerfolgs erfolgt über die leistungszuerkennenden Behörden
nach Einholung eines Sachverständigengutachtens je nach Erfordernis
88
Anlage 1
75
Betreute Wohngemeinschaft für psychisch beeinträchtigte Menschen (SPWG PSY) IV. C.
1. Funktion und Ziele
1.1. DEFINITION
Kurzbeschreibung:
Maßnahme zur Förderung und Stabilisierung der Ressourcen bis zur Wiedererlangung der selbstständigen
Lebenshaltung und Sicherung der angemessenen bzw. bestmöglichen Lebensqualität. Die Betreuung hat durch
externe WohngemeinschaftsbetreuerInnen zu erfolgen, das heißt die Wohngemeinschaftsmitglieder leben alleine
und werden von den BetreuerInnen zu vereinbarten Gruppen und Einzelterminen aufgesucht. Die Intensität der
Betreuung ist flexibel und richtet sich nach der Selbstständigkeit und dem aktuellen Befinden der zu betreuenden
Menschen. Das Leben in der Gemeinschaft muss die Beziehungsfähigkeit fördern und einer sozialen Isolation
entgegenwirken. Durch gezielte Interventionen von fachlich qualifiziertem Personal sowie durch die strukturelle
Ausrichtung des Betreuungsangebotes an eine möglichst normalisierte Lebensform (Normalisierungsprinzip)
muss die soziale Rehabilitation und Reintegration gefördert werden. Die Schaffung eines positiven sozialen
Wohnklimas, welches der Möglichkeit von Gemeinschaftsaktivitäten, wie auchdem Bedürfnis nach Rückzug
und privater Intimität Rechnung trägt, soll den Rahmen für die Unterstützungsleistungen darstellen. Die
Betreuungsdauer richtet sich nach dem Betreuungsbedarf der einzelnen zu betreuenden Menschen. Die zu
betreuenden Menschen kommen für ihren Lebensunterhalt selbst auf.
Ziel:
·  gesellschaftliche Reintegration
·  Wiedererlangung von persönlichen und wirtschaftlichen Kompetenzen
·  soziales Lernen in der Kleingruppe
·  psychosoziale Stabilisierung
·  Verbesserung der lebenspraktischen Fertigkeiten
·  Förderung der Ressourcen und Vorbereitung zur selbstständigen Wohnfähigkeit
·  Verbesserung des psychosozialen Ist-Zustandes
·  Isolationsprophylaxe
·  Anregung zur Freizeitgestaltung
Psychisch erkrankten Menschensoll durch sozialpsychiatrische Betreuung ein möglichst eigenständiges und
integriertes Leben ermöglicht werden. Durch Hilfsangebote im lebenspraktischen und psychosozialen Bereich
wird eine Stabilisierung und Verbesserung von psychischem und sozialemWohlbefinden angestrebt. Die
Förderung gesunder Persönlichkeitsanteile soll das Fortschreiten von Chronifizierungen verhindern. Dadurch
sollen stationäre Aufenthalte in psychiatrischen Kliniken verringert, Heimaufenthalte vermieden und
gegebenenfalls ein Übergang in eigenständigere Wohnformen ermöglicht werden.
1.2. ZIELGRUPPE
Menschen mit akuten und/oder chronischen psychischen und psychiatrischen Beeinträchtigungen und/oder mit
psychosozialen Problemen, die eines geeigneten wohnstrukturierenden Angebotes zur Zielerreichung bedürfen
(Mindestalter 18 Jahre).
1.2.1 Indikationen
·  Menschen mit psychiatrischer Beeinträchtigung und/oder psychosozialer Problematik
·  Menschen in und nach psychischen Krisen
·  Menschen, bei denen ambulante (Wohn-) Betreuungsformen in Einzelwohnungen (noch) nicht möglich
sind bzw. sich als nicht geeignet herausgestellt haben
·  Bereitschaft seitens der zu betreuenden KlientInnen sowie Vorhandensein grundlegender sozialer
Fertigkeiten als Voraussetzung für ein Zusammenleben mit anderen Personen
1.2.2 Kontraindikationen
·  Suchterkrankung, wenn die Abhängigkeit im Vordergrund steht
·  Menschen mit schwerer intellektueller und körperlicher Beeinträchtigung bzw.
Mehrfachbeeinträchtigungen
·  Jugendliche, außer in begründeten Fällen
89
Anlage 1
76
1.3. STELLUNG DES DIENSTES IN DER ANGEBOTSKETTE
Der Dienst ist in ein gemeindepsychiatrisches Betreuungsverbundsystem einzubinden. Die Kooperation mit
psychiatrischen Kliniken und extramuralen Einrichtungen (psychosoziale  Zentren, tagesstrukturierende
Einrichtungen, arbeitsrehabilitativen Einrichtungen und dergleichen) wieauch mit niedergelassenen
FachärztInnen für Psychiatrie und PsychotherapeutInnen hat die Grundlagedes Betreuungskonzeptes
darzustellen.
Bei Fähigkeit zu einer selbstständigeren Lebensführung ist die mobile sozialpsychiatrische Betreuung als
alternatives Leistungsangebot bei der Leistungszuerkennung zu berücksichtigen.
Dieses Betreuungsangebot hat zur Vermeidung bzw. Verringerung von stationären Langzeitaufenthalten und
Heimunterbringungen beizutragen. Durch die bedarfs- und personenzentrierte Ausrichtung des
Betreuungsangebotes muss nach Maßgabe persönlicher Voraussetzungen auf Seiten der Betroffenen ein
Übergang in eine eigenständigere Lebensform angestrebt werden. Um denÜbergang aus der Wohneinrichtung in
eine selbstständige Wohnform zu fördern, kann mobile sozialpsychiatrische Betreuung schon während der
Auszugsvorbereitung für einen Zeitraum von maximal 3 Monaten in der Wohneinrichtung bewilligt werden.
2. Leistungsangebot
2.1. GRUNDSÄTZE UND METHODISCHE GRUNDLAGEN
Die sozialpsychiatrische Betreuung hat sich insbesondere an folgenden Grundsätzen zu orientieren:
·  Eingebundenheit in ein gemeindepsychiatrisches Betreuungsverbundsystem
·  Integration
·  Kontinuität
·  Empowerment (Eigenverantwortung, Selbstständigkeit, Individualität)
·  Wahrung der Intimsphäre
·  Normalisierung
·  Eigenverantwortung und Selbstständigkeit
·  Freiwilligkeit
·  notwendige Verschwiegenheit
·  Arbeit in einem multiprofessionellen Team
·  Beziehungsarbeit als tragendes Element
·  Orientierung an der Salutogenese
2.2. GRUNDSÄTZE DER SOZIALPSYCHIATRISCHEN BETREUUNGSARBEIT
Die sozialpsychiatrische Betreuungsarbeit soll insbesondere durch Betreuung, Begleitung und Assistenz
Folgendes fördern:
·  Erarbeitung eines individuellen Betreuungsziels und -plans
·  Strukturierung des Tagesablaufes und der Alltagsbewältigung
·  Fördern der lebenspraktischen Kompetenzen
·  zielorientiertes Fördern der Ressourcen, deren Stabilisierung und nach Möglichkeit deren Erweiterung
·  Förderung der Beziehung zu sich selbst und anderen
·  Impulssetzung zur sozialen und gesellschaftlichen Integration
·  Begleitung in instabilen Zustandsbildern mit dem Ziel der Bewältigung im  ambulanten bzw.
teilstationären Setting
·  Stärkung der Autonomie und Annäherung an das Ziel einer möglichst selbstständigen Lebensform
·  Unterstützung im Umgang mit den psychosozialen/psychiatrischen Beeinträchtigungen
90
Anlage 1
77
2.3. LEISTUNGSUMFANG
Die Leistung ist wie folgt zu erbringen:
Art  Inhalt/Tätigkeit
Durchgängige
Anwesenheit/
Erreichbarkeit
WG-Betreuung
Es müssen zwei WG-Versammlungen pro Woche
angeboten werden. Einzelbetreuung bei Bedarf und nach
individueller Vereinbarung.
365 Tage/Jahr
·  flexibel je nach individueller Vereinbarung und
Bedarf der zu betreuenden Personen
·  Hilfestellung bei der Strukturierung des Tagesablaufs
und der Alltagsbewältigung
·  Ressourcen fördernde Beschäftigung
·  Training/Unterstützung der lebenspraktischen
Fertigkeiten
·  sozialpsychiatrische Beratung, Begleitung und
Betreuung, auch in Krisensituationen
·  soziale und rechtliche Hilfestellung und Beratung
·  Aktivierung zu und Hilfestellung bei der Planung von
Freizeitaktivitäten
·  gemeinsame Ausflugs- und Urlaubsaktivitäten
·  Vermittlung von anderen Hilfen
·  Vernetzungsarbeit
·  Angehörigenarbeit
·  HelferInnenkonferenzen
·  Feiertags- und Wochenendrufbereitschaftsdienst,
der im Krisenfall auch die Wohngemeinschaft
aufzusuchen hat.
Eine Tafel mit den fixen Anwesenheitszeiten (WG-Versammlung) des Personals ist für alle BewohnerInnen
ersichtlich vorzusehen.
3. Qualitätssicherung
3.1. STRUKTUR-STANDARDS
3.1.1 Wohneinrichtung
Einrichtungsgröße:Richtwert: 4 KlientInnen
Standort und Umgebung:
Folgende infrastrukturelle Mindestanforderungen sollen erfüllt werden:
·  es ist sicherzustellen, dass den KlientInnen die Teilnahme am gesellschaftlichen  und kulturellen Leben
ermöglicht wird
·  es ist sicherzustellen, dass eine entsprechende Infrastruktur (Geschäfte, ÄrztInnen, Institutionen und
dergleichen) vorhanden ist
·  eine Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz muss vorhanden sein
Raumbedarf:
Die Einrichtung soll nach folgenden Grundsätzen errichtet sein (Richtwert: maximal 30 m² Gesamtraumbedarf je
zu betreuender Person):
·  Zimmer 14 m² pro KlientIn
·  Küche
·  Wohn-/Essbereich
91
Anlage 1
78
·  Vorraum, Abstellraum
·  Badezimmer, geschlechtergetrennte WCs
·  Büro ausgelagert
·  Nähe zu psychosozialen Zentren bzw. tagesstrukturierenden Angeboten
Die Einrichtung ist jeweils nach den aktuellen bautechnischen Normen und dem aktuellen Stand der Technik zu
errichten, insbesondere bzgl. der Vorgaben zu barrierefreiem Bauen und Einrichten.
3.1.2 Fachpersonal
Sozialpsychiatrische Leitung:
Das Leitungspersonal richtet sich nach der Anzahl des Betreuungspersonals.
Maximalwert: 6,7 % Dienstposten je 100 % BetreuerInnendienstposten
Gesamtpersonalbedarf:
Multiprofessionelles Team mit einschlägigen sozialpsychiatrischen Fachausbildungen.
Die Anzahl des einzusetzenden fachlich qualifizierten Personals richtet sich nach der Anzahl der zu betreuten
Personen.
Zielwerte:
66 % Dienstposten davon 25 % Dienstposten, die Tätigkeiten, zu deren Ausübung ein akademischer Abschluss
oder eine vergleichbare Ausbildung notwendig sind, ausüben.
Mindestpersonalbedarf:
Die Zielwerte können im Einzelfall seitens der Leistungserbringer nach tatsächlichen Betreuungserfordernissen
(im Rahmen eigener pädagogischen Verantwortung kurzfristig) unterschritten werden, sofern eine
ordnungsgemäße Betreuung mit dem Mindestpersonal noch gewährleistet ist ( Mindestwert: pro Einrichtung für
4 KlientInnen: 60 % Dienstposten davon 25 % Dienstposten, die Tätigkeiten,zu deren Ausübung ein
akademischer Abschluss oder eine vergleichbare Ausbildung notwendig sind, ausüben.).
Qualifikation:
Die Qualifikation des Personals hat den Anforderungen der Leistungsart bzw. der Funktion und der Ziele der
Einrichtung und der dafür formulierten Stellenbeschreibung zu entsprechen.Je nach Anforderung des konkreten
Arbeitsfeldes können (komplementäre) Zusatzqualifikationen erforderlich sein.
·
Die MitarbeiterInnen müssen eine abgeschlossene Ausbildung (Grundqualifikation) in
Ausbildungseinrichtungen, welche von Bund oder Ländern anerkannt sind (bspw. Universität, Fachhochschule,
Akademie, Bildungsanstalt), vorweisen. Diese Ausbildung muss zumindest 3600 Stunden entsprechen.
MitarbeiterInnen haben, um in dieser Leistungsart als qualifiziert zu gelten,  eine der unten angeführten
Ausbildungen nachzuweisen:
·  PsychologInnen (mindestens Bakkalaureat), (Dipl.-) SozialarbeiterInnen (der Akademie für
Sozialarbeit oder Fachhochschule für Soziale Arbeit, mindestens Bakkalaureat), Diplomiertes
Psychiatrisches Gesundheits- und Krankenpflegepersonal.
Als Zusatzqualifikation wird eine sozialpsychiatrische Grundausbildung im  Ausmaß von
mindestens 100 Stunden Theorie (berufsbegleitend, Abschluss binnen24 Monaten ab
Beschäftigungsbeginn) empfohlen.
·  PädagogInnen (mindestens Bakkalaureat).
PädagogInnen, die nicht im Zuge der Ausbildung die FächerkombinationPsychiatrie absolviert
haben, gelten als qualifiziert, wenn sie als Zusatzqualifikation eine sozialpsychiatrische
Grundausbildung im Ausmaß von mindestens 100 Stunden Theorie (berufsbegleitend, Abschluss
binnen 24 Monaten ab Beschäftigungsbeginn) absolviert haben.
·  Diplom-SozialbetreuerInnen mit Spezialisierung BB und BA und F.
Als Zusatzqualifikation ist eine sozialpsychiatrische Grundausbildung imAusmaß von mindestens
100 Stunden Theorie (muss bereits bei Beschäftigungsbeginn absolviert sein) und die Ausbildung
zur Akademischen Fachkraft für Sozialpsychiatrie oder eine gleichwertige Ausbildung (60 ECTS,
92
Anlage 1
79
berufsbegleitend) erforderlich, welche bis spätestens 4 Jahre nach Beschäftigungsbeginn
abgeschlossen sein muss. Für die Zeit der Aufschulung gelten diese MitarbeiterInnen als
„Fachpersonal in Ausbildung“ und dürfen  nur unter Anleitung des ausgebildeten Fachpersonals
tätig werden.
·  Diplomiertes Gesundheits- und Krankenpflegepersonal.
Die Sonderausbildung zur/zum Dipl. Psychiatrischen Gesundheits- und Krankenschwester/-pfleger
(gemäß § 65 GuKG) ist innerhalb von 48 Monaten ab Beschäftigungsbeginn abzuschließen. Für die
Zeit der Sonderausbildung (Aufschulung)  gelten diese MitarbeiterInnen als „Fachpersonal in
Ausbildung“ und dürfennur unter Anleitung des ausgebildeten Fachpersonals tätig werden.
Diplom-SozialbetreuerInnen mit Spezialisierung BB und BA und F sowie PsychotherapeutInnen können im
Ausmaß von bis zu maximal 25 % der erforderlichen Dienstposten nach den oben angeführten Voraussetzungen
eingesetzt werden. Auch Fachpersonal in Ausbildung ist diesem Maximalwert  von 25 % der einzusetzenden
Dienstposten zuzuordnen. Zum Fachpersonal in Ausbildung zählen (für die Dauer der Aufschulung/Ausbildung)
die oben angeführten Berufsgruppen, die innerhalb der vorgesehenen Frist  eine Aufschulung zu absolvieren
haben, um in dieser Leistungsart als qualifiziert anerkannt zu werden. Der Wert von 25 % darf insgesamt nicht
überschritten werden.
Für sämtliche Berufe einschließlich der Aus- und Fortbildung gelten die entsprechenden gesetzlichen
Bestimmungen (bspw. GuKG, Psychologengesetz).
Honorarkräfte:
KonsiliarfachärztInnen: 1,5 Stunden pro Woche, sofern deren Kosten durch den Tagsatz abgedeckt werden
können.
3.2. PROZESS-STANDARDS
3.2.1 Organisation
·  Aufbau- und Ablauforganisation müssen in einem Organisationshandbuch dargestellt werden
(Funktionsbeschreibungen, Stellenbeschreibungen)
·  im Betreuungskonzept hat eine Darstellung und Beschreibung der Ziele und  Methoden anhand dieser
Verordnung zu erfolgen
3.2.2 Dokumentation
Betreuungsdokumentation:
·  schriftliche Betreuungsvereinbarung
·  sozialpsychiatrische Anamnese
·  Stammdatenblatt
·  Gesundheitsblatt (Medikamente und Befunde)
·  Betreuungsprotokoll, Dokumentation der Wohngemeinschaftsgespräche und-aktivitäten
·  Betreuungs- und Entwicklungsbericht bzw. Entwicklungsplan
Entwicklungsdokumentation:
·  Ist-Stand-Erhebung
·  Bedürfnisprofil
·  Entwicklungsgespräch mit der zu betreuenden KlientIn und dessen Familie
·  Zielplan
·  Förderplan
Herkunftssystem:
Arbeit mit dem Herkunftssystem der zu betreuenden Personen:
·  HelferInnenkonferenz bei Aufnahme, Beendigung und bei besonderem Bedarf Außenkontakte mit
Bezug zu den zu betreuenden Personen
93
Anlage 1
80
·  Eltern-/Familiengespräch insbesondere bei Neuaufnahme, Beendigung und bei besonderem Bedarf im
Gesprächsprotokoll ist zu dokumentieren:
-Mit wem wurde gesprochen (und seine Beziehung zu den betreuenden Personen)
-Inhalt und Häufigkeit der Gespräche
Die einrichtungsspezifischeDokumentation hat insbesondere Folgendes zu enthalten:
·  Leistungsdokumentation analog der Basisdokumentation
·  Dienstpläne
·  Fortbildungspläne des Fachpersonals
·  Anwesenheitslisten der Personen
·  Dokumentation von Teambesprechungen, Teamsupervisionen und Fortbildungen des Fachpersonals
·  sonstige trägerspezifische Dokumente (Dienstjournal, Protokolle und dergleichen)
·  Verlaufs- und Entwicklungsdokumentation (Jahresentwicklungsberichte) in Form von organisatorischen
Ablaufdokumentationen
3.2.3 Fachpersonal
Regelmäßige Teambesprechungen sind abzuhalten. Teamsupervisionen  sind verpflichtend und regelmäßig
abzuhalten. FachärztIn für Psychiatrie sofern dessen/deren Kosten durch denTagsatz abgedeckt werden können.
Fortbildungen sind verpflichtend und regelmäßig auf allen Ebenen durchzuführen.
Personalentwicklung ist insbesondere sicherzustellen durch:
·  Personalentwicklungskonzept
·  Einschulung neuer MitarbeiterInnen
·  jährliches MitarbeiterInnengespräch
3.3. ERGEBNIS-STANDARDS
·  Jahresentwicklungsberichte sind zu erstellen
·  die Prüfung des individuellen Maßnahmenerfolgs erfolgt über die leistungszuerkennenden Behörden
nach Einholung eines Sachverständigengutachtens je nach Erfordernis
94
Anlage 1
81
Beschäftigung in Einrichtungen für psychisch beeinträchtige Menschen (BT PSY) V. A.
1. Funktion und Ziele
1.1. DEFINITION
Kurzbeschreibung:
Tagesstrukturierung und unterstützende Maßnahmen zur Förderung und Stabilisierung der Ressourcen der zu
betreuenden Menschen bis zur Wiedererlangung der selbstbestimmten Lebensführung und Sicherung der
angemessenen, bzw. bestmöglichen Lebensqualität inklusive berufliche Förderung.
Ziel:
·  psychosoziale Stabilisierung
·  Verbesserung der lebenspraktischen Fertigkeiten
·  Verbesserung des psychosozialen Ist-Zustandes
·  Reintegration in das soziale Umfeld und wenn möglich
·  Vorbereitung der Integration in den Arbeitsbereich als Vorstufe zur Arbeitsrehabilitation
1.2. ZIELGRUPPE
Menschen mit akuten und/oder chronischen psychischen/psychiatrischen Beeinträchtigungen und mit
psychosozialen Problemen, die einer geeigneten tagesstrukturierenden Maßnahme zur Zielerreichung bedürfen.
1.2.1 Indikationen
·  Menschen in und nach psychischen Krisen
·  Menschen mit psychiatrischen Beeinträchtigungen und
·  Menschen mit psychosozialer Problematik
1.2.2 Kontraindikationen
·  Suchterkrankung, wenn die Abhängigkeit im Vordergrund steht
·  Menschen mit schwerer intellektueller und körperlicher Beeinträchtigung bzw.
Mehrfachbeeinträchtigungen
·  Menschen, die keine Bereitschaft oder Fähigkeit für diese Form der Betreuung aufbringen
·  Jugendliche, außer in begründeten Ausnahmen
1.3. STELLUNG DES DIENSTES IN DER ANGEBOTSKETTE
Diese Leistungsart ist zuzuerkennen, wenn eine stationäre oder tagesklinische Betreuung nicht mehr notwendig
ist. Unter Umständen begleitet durch ein psychosoziales Zentrum, niedergelassene ÄrztInnen, und/oder
Wohnbetreuung zur Stabilisierung der Lebenssituation und Verbesserungder lebenspraktischen Fertigkeiten bis
zum selbstständigen Halten des Niveaus oder Weiterentwicklung in Richtung Eingliederungshilfe-Arbeitsmarkt.
Durch lebenspraktische Inhalte können Stabilisierungseffekte erreicht werden,die Vollzeitbetreuung verhindern
helfen.
2. Leistungsangebot
2.1. GRUNDSÄTZE UND METHODISCHE GRUNDLAGEN
Die sozialpsychiatrische Betreuung hat sich insbesondere an folgenden Grundsätzen zu orientieren:
·  Integration (physisch, funktional und sozial)
·  Kontinuität
·  Prinzip der Normalisierung
·  Prinzip der Wahrung der Intimsphäre
·  Eigenverantwortung und Selbstständigkeit (Empowerment)
·  Individualität
·  Freiwilligkeit
95
Anlage 1
82
·  Verpflichtung zur Verschwiegenheit
·  Arbeit in einem multiprofessionellen Team
·  Beziehungsarbeit als tragendes Element
·  Orientierung an der Salutogenese
2.2. GRUNDSÄTZE DER SOZIALPSYCHIATRISCHEN BETREUUNGSARBEIT
Die sozialpsychiatrische Betreuungsarbeit soll insbesondere durch Betreuung, Begleitung und Assistenz
Folgendes fördern:
·  Hilfestellung nach individueller Problemstellung und Krankheitsverlauf
·  BezugsbetreuerInnensystem
·  Erarbeitung eines individuellen Betreuungsplanes
·  Förderung des Problembewusstseins und die Zusammenarbeit in der Behandlung
·  Erlernen eines angemessenen Umgangs mit der psychosozialen und/oderpsychiatrischen
Beeinträchtigung
·  Hilfestellung bei der Strukturierung des Tagesablaufes und Alltagsbewältigung
·  Fördern von lebenspraktischen Kompetenzen
·  zielorientiertes Fördern von Ressourcen, deren Erhaltung und Erweiterung
·  Förderung der Beziehung zu sich selbst und anderen und der sozialen und gesellschaftlichen Integration
·  Begleiten bei Befindlichkeitsschwankungen und Krisen mit dem Ziel der Bewältigung im
teilstationären Setting
·  Stärkung der Arbeitsfähigkeit –Annäherung an die Arbeitsrealität
·  Ressourcen fördernde Beschäftigung
·  Training der lebenspraktischen Fertigkeiten
·  soziale und rechtliche Hilfestellung
·  fachspezifische inklusive fachärztliche Beratung und Behandlung
·  Gruppenangebote mit verschiedenen Schwerpunktsetzungen
·  sozialpsychiatrische Betreuung
·  Freizeitaktivitäten
·  Urlaub mindestens 2 Wochen im Jahr
·  Vernetzungsarbeit
·  Angehörigenarbeit
·  KlientInnen-Club
·  HelferInnenkonferenzen
·  Öffentlichkeitsarbeit
2.3. LEISTUNGSUMFANG
Die Leistung ist wie folgt zu erbringen:
Montag bis Freitag an allen Werktagen im Jahr
·  mindestens 7 Stunden täglich, ausgenommen bei medizinischer Indikation  –in diesem Fall ist kürzere
Anwesenheit möglich
·  Urlaubsaktionen und Freizeitaktivitäten außer Haus
3. Qualitätssicherung
3.1. STRUKTUR-STANDARDS
3.1.1 Einrichtung
Einrichtungsgröße: Richtwert: 15 KlientInnen
Standort und Umgebung:
Folgende infrastrukturelle Mindestanforderungen sollen erfüllt werden:
·  es ist sicherzustellen, dass den zu betreuenden Personen die Teilnahme am gesellschaftlichen und
kulturellen Leben ermöglicht wird
·  es ist sicherzustellen, dass eine entsprechende Infrastruktur (Geschäfte, ÄrztInnen, Institutionen und
dergleichen) vorhanden ist
·  eine Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz muss vorhanden sein
96
Anlage 1
83
Raumbedarf:
Die Einrichtung soll nach folgenden Grundsätzen errichtet sein (Richtwert: maximal 20 m² Gesamtraumbedarf je
zu betreuender/m KlientIn):
·  Garderobenraum
·  Arbeitsräume, hell, gut belüftbar
·  Gruppenraum (auch für körperliche Aktivitäten geeignet)
·  Ess- und Aufenthaltsraum
·  Küche und Lagerraum für Lebensmittel
·  Möglichkeit zur Ganzkörperpflege
·  3 WCs
·  Ruheraum
·  Raum für Einzelgespräche
·  Lagerraum (für Arbeitsmaterial)
·  RaucherInnenraum
·  Balkon/Terrasse/Garten
Die Einrichtung ist jeweils nach den aktuellen bautechnischen Normen und dem aktuellen Stand der Technik zu
errichten, insbesondere bzgl. der Vorgaben zu barrierefreiem Bauen und Einrichten.
3.1.2 Fachpersonal
Sozialpsychiatrische Leitung:
Das Leitungspersonal richtet sich nach der Anzahl des Betreuungspersonals.
Maximalwert: 6,7 % Dienstposten je 100 % BetreuerInnendienstposten
Gesamtpersonalbedarf:
Multiprofessionelles Team mit verschiedenen sozialpsychiatrischen Fachausbildungen.
Die Anzahl des einzusetzenden fachlich qualifizierten Personals richtet sich nachder Anzahl der betreuten
Personen.
Zielwerte:
375 % Dienstposten davon 100 % Dienstposten, die Tätigkeiten, zu deren  Ausübung ein akademischer
Abschluss oder eine vergleichbare Ausbildung notwendig sind, ausüben.
Mindestpersonalbedarf:
Die Zielwerte können im Einzelfall seitens der Leistungserbringer nach tatsächlichen Betreuungserfordernissen
im Rahmen eigener pädagogischer Verantwortung kurzfristig unterschritten werden, sofern eine
ordnungsgemäße Betreuung mit dem Mindestpersonal noch gewährleistet ist ( Mindestwert: pro Einrichtung für
15 KlientInnen: 300 % Dienstposten davon 50 % Dienstposten, die Tätigkeiten, zu deren Ausübung ein
akademischer Abschluss oder eine vergleichbare Ausbildung notwendig sind, ausüben.).
Qualifikation:
Die Qualifikation des Personals hat den Anforderungen der Leistungsart bzw. der Funktion und der Ziele der
Einrichtung und der dafür formulierten Stellenbeschreibung zu entsprechen.Je nach Anforderung des konkreten
Arbeitsfeldes können (komplementäre) Zusatzqualifikationen erforderlich sein.
Die MitarbeiterInnen müssen eine abgeschlossene Ausbildung (Grundqualifikation) in
Ausbildungseinrichtungen, welche von Bund oder Ländern anerkannt sind (bspw. Universität, Fachhochschule,
Akademie, Bildungsanstalt), vorweisen. Diese Ausbildung muss zumindest 3600 Stunden entsprechen.
MitarbeiterInnen haben, um in dieser Leistungsart als qualifiziert zu gelten,eine der unten angeführten
Ausbildungen nachzuweisen:
97
Anlage 1
84
·  PsychologInnen (mindestens Bakkalaureat), (Dipl.-) SozialarbeiterInnen (der Akademie für
Sozialarbeit oder Fachhochschule für Soziale Arbeit, mindestens Bakkalaureat), Diplomiertes
Psychiatrisches Gesundheits- und Krankenpflegepersonal.
Als Zusatzqualifikation wird eine sozialpsychiatrische Grundausbildung im  Ausmaß von
mindestens 100 Stunden Theorie (berufsbegleitend, Abschluss binnen24 Monaten ab
Beschäftigungsbeginn) empfohlen.
·  PädagogInnen (mindestens Bakkalaureat).
PädagogInnen, die nicht im Zuge der Ausbildung die FächerkombinationPsychiatrie absolviert
haben, gelten als qualifiziert, wenn sie als Zusatzqualifikation eine sozialpsychiatrische
Grundausbildung im Ausmaß von mindestens 100 Stunden Theorie (berufsbegleitend, Abschluss
binnen 24 Monaten ab Beschäftigungsbeginn) absolviert haben.
·  Diplom-SozialbetreuerInnen mit Spezialisierung BB und BA und F.
Als Zusatzqualifikation ist eine sozialpsychiatrische Grundausbildung im Ausmaß von mindestens
100 Stunden Theorie (muss bereits bei Beschäftigungsbeginn absolviert sein) und die Ausbildung
zur Akademischen Fachkraft für Sozialpsychiatrie oder eine gleichwertige Ausbildung (60 ECTS,
berufsbegleitend) erforderlich, welche bis spätestens 4 Jahre nach Beschäftigungsbeginn
abgeschlossen sein muss. Für die Zeit der Aufschulung gelten diese MitarbeiterInnen als
„Fachpersonal in Ausbildung“ und dürfen  nur unter Anleitung des ausgebildeten Fachpersonals
tätig werden.
·  Diplomiertes Gesundheits- und Krankenpflegepersonal.
Die Sonderausbildung zur/zum Psychiatrischen Gesundheits- und Krankenschwester/-pfleger
(gemäß § 65 GuKG) ist innerhalb von 48 Monaten ab Beschäftigungsbeginn abzuschließen. Für die
Zeit der Sonderausbildung (Aufschulung)  gelten diese MitarbeiterInnen als „Fachpersonal in
Ausbildung“ und dürfennur unter Anleitung des ausgebildeten Fachpersonals tätig werden.
·  ErgotherapeutInnen, BerufsschullehrerInnen (Lehramt für Berufsschulen).
Als Zusatzqualifikation ist eine sozialpsychiatrische Grundausbildung imAusmaß von mindestens
100 Stunden Theorie (berufsbegleitend, Abschluss binnen 24 Monaten ab Beschäftigungsbeginn)
erforderlich.
·  Fachkräfte mit Lehrabschlussprüfung in einem handwerklichen, gewerblichen oder
kaufmännischen Beruf, AbsolventInnen mittlerer und höherer berufsbildender oder
kunsthandwerklicher Schulen mit Lehrabschlussprüfung (müssen entsprechend ihrer Qualifikation
und Tätigkeitsfeld eingesetzt werden).
Als Zusatzqualifikationen sind eine sozialpsychiatrische Grundausbildung im Ausmaß von
mindestens 100 Stunden Theorie (berufsbegleitend, Abschluss binnen24 Monaten ab
Beschäftigungsbeginn) und ein Ausbilderkurs inkl. -prüfung (40 UE) erforderlich.
Diplom-SozialbetreuerInnen mit Spezialisierung BB und BA und F sowie PsychotherapeutInnen können im
Ausmaß von bis zu maximal 25 % der erforderlichen Dienstposten nach den oben angeführten Voraussetzungen
eingesetzt werden. Auch Fachpersonal in Ausbildung ist diesem Maximalwert von 25 % der einzusetzenden
Dienstposten zuzuordnen. Zum Fachpersonal in Ausbildung zählen (für die Dauer der Aufschulung/Ausbildung)
die oben angeführten Berufsgruppen, die innerhalb der vorgesehenen Frist  eine Aufschulung zu absolvieren
haben, um in dieser Leistungsart als qualifiziert anerkannt zu werden. Der Wert von 25 % darf insgesamt nicht
überschritten werden.
Für sämtliche Berufe einschließlich der Aus- und Fortbildung gelten die entsprechenden gesetzlichen
Bestimmungen (bspw. GuKG, Psychologengesetz).
Honorarkräfte:
KonsiliarfachärztInnen: 1,5 Stunden pro Woche
Therapeutisches Personal oder spezifisches Angebot für Gruppen: 6 Stunden pro Woche
sofern deren Kosten durch den Tagsatz abgedeckt werden können.
3.2. PROSZESS-STANDARDS
3.2.1 Organisation
·  Aufbau- und Ablauforganisation müssen in einem Organisationshandbuch dargestellt werden
(Funktionsbeschreibungen, Stellenbeschreibungen)
·  im Betreuungskonzept hat eine Darstellung und Beschreibung der Ziele und Methoden anhand dieser
Verordnung zu erfolgen
98
Anlage 1
85
3.2.2 Dokumentation
Anamnesebogen/Betreuungsdokumentation:
·  Stammdatenblatt
·  Gesundheitsblatt (Medikamente und Befunde)
·  Anwesenheitsliste
·  Betreuungsprotokoll
·  Betreuungs- und Entwicklungsbericht bzw. Entwicklungsplan
·  Dokumentation der regelmäßigen Gespräche der BezugsbetreuerInnen
Entwicklungsdokumentation:
·  Ist-Stand-Erhebung
·  Bedürfnisprofil
·  Entwicklungsgespräch mit den zu betreuten KlientInnen und deren Familien
·  Entwicklungsgespräch mit SekundärkundInnen
·  Zielplan
·  Förderplan
·  Abschluss (Abschlussbericht)
Die einrichtungsspezifischeDokumentation hat insbesondere Folgendes zu enthalten:
·  Leistungsdokumentation analog der Basisdokumentation
·  Dienstpläne
·  Fortbildungspläne des Fachpersonals
·  Anwesenheitslisten von KlientInnen
·  Dokumentation von Teambesprechungen, Teamsupervisionen und Fortbildungen des Fachpersonals
·  sonstige trägerspezifische Dokumente (Dienstjournal, Protokolle und dergleichen)
·  Verlaufs- und Entwicklungsdokumentation (Jahresentwicklungsberichte) in Form von organisatorischen
Ablaufdokumentationen
3.2.3 Fachpersonal
Regelmäßige Teambesprechungen sind abzuhalten. Teamsupervisionen  sind verpflichtend und regelmäßig
abzuhalten. Fortbildungen sind verpflichtend und regelmäßig auf allen Ebenen durchzuführen.
Personalentwicklungist insbesondere sicherzustellen durch:
·  Personalentwicklungskonzept
·  Einschulung neuer MitarbeiterInnen
·  jährliches MitarbeiterInnengespräch
3.3. ERGEBNIS-STANDARDS
·  Jahresentwicklungsberichte sind zu erstellen
·  die Prüfung des individuellen Maßnahmenerfolgs erfolgt über die leistungszuerkennenden Behörden
nach Einholung eines Sachverständigengutachtens je nach Bedarf und Erfordernis
·  Menschen mit einer psychischen, psychosozialen oder psychiatrischen Beeinträchtigung, deren
berufliche Integration zeitweiliger oder dauernder Begleitung bzw. Unterstützung bedarf
·  Menschen mit oben genannten Problemstellungen, die eine geregelte Wohn- und Einkommenssituation
haben oder eine geregelte Einkommenssituation für den Zeitraum der Maßnahme sichergestellt werden
kann
·  Menschen mit oben genannten Problemstellungen, die gewillt sind, verbindliche Vereinbarungen
bezüglich der arbeitsrehabilitativen Maßnahme zu treffen und diese auch einzuhalten
99
Anlage 1
86
Mobile sozialpsychiatrische Betreuung (MS-BET PSY) VI. A.
1. Funktion und Ziele
1.1. DEFINITION
Kurzbeschreibung:
Dienstleistungen der mobilen Betreuung als mobile Therapieform werden vorwiegend vor Ort, im sozialen
Umfeld der zu betreuenden Personen erbracht. Dabei ist der Besuch der zu betreuenden Person in seiner/ihrer
Wohnung (Hausbesuch) zentrales Element dieser Betreuungsform. Die Inhalte der mobilen Therapie, Intensität
und Dauer der Betreuung werden mit den zu betreuenden Personen gesondert  vereinbart (Bedarfsorientierung)
und in einer Betreuungsvereinbarung festgehalten. Diese wird in regelmäßigen Abständen mit den zu betreuen-den Personen reflektiert, überprüft und bei Bedarf verlängert. So wird eine Form der Unterstützung ermöglicht,
die sich in Inhalt, Intensität und Dauer immer wieder dynamisch den jeweiligen Umständen und dem
persönlichen Bedarf der zu betreuenden Menschen anpasst.
Ziel:
Psychisch erkrankten Menschen soll durch sozialpsychiatrische Betreuungin Form von mobiler
sozialpsychiatrischer therapeutischer Hilfe und Begleitung ein möglichst eigenständiges und integriertes Leben
in einer selbst gewählten und vertrauten Umgebung ermöglicht werden.  Durch Hilfsangebote im
lebenspraktischen und psychosozialen Bereich soll die Erhaltung bereits bestehenden Wohnraums und somit
bereits bestehender sozialer Kontakte und Beziehungen ermöglicht werden bzw. fürPersonen, die in Anstalten
oder Heimen untergebracht waren, diese Lebensform ermöglicht werden. Durch die (Re-)Integration in den
Lebensalltag, einer Verringerung von Fremdbestimmung zugunsten einerErhöhung der Autonomie der
Betroffenen, wird durch die Bereitstellung bedarfsorientierter Hilfsangebote im unmittelbaren Lebensumfeld der
Betroffenen, eine Stabilisierung und Verbesserung des psychischen und sozialen Wohlbefindens angestrebt.
Dadurch soll das Ziel einer Reduktion von stationären Aufenthalten bzw.  der „Unterbringung“ von psychisch
erkrankten Personen in vollzeitbetreuten Einrichtungen erreicht werden.
1.2. ZIELGRUPPE
Menschen mit psychischer Erkrankung, die in ihrer Wohnung dauerhafte oder zeitlich begrenzte
sozialpsychiatrische Betreuung/Therapie benötigen.
1.2.1 Indikationen
Personen, die diese Leistung in Anspruch nehmen, müssen
·  Menschen sein, welche über eine eigene Wohnung verfügen und die aufgrund ihres psychischen
Befindens besondere mobile sozialpsychiatrische Hilfestellung/therapeutische Hilfen benötigen und
denen es nicht oder nur schwer möglich ist, ambulante Angebote wie psychosoziale Beratungsstellen
und Kriseninterventionszentren in Anspruch zu nehmen bzw. bei denen sich diese Angebotsformen als
nicht ausreichend erweisen
·  Menschen sein, welchen nach familiären Wohnformen, stationären Aufenthalten in psychiatrischen
Kliniken, Heimen oder anderweitigen Betreuungsformen mittels Bereitstellung  dieses Hilfsangebotes
ein Leben und Wohnen in einer eigenen Wohnung ermöglicht werden kann
1.2.2 Kontraindikationen
·  Suchterkrankungen, wenn diese im Vordergrund stehen
·  Menschen mit schwerer intellektueller und körperlicher Beeinträchtigung bzw.
Mehrfachbeeinträchtigungen
·  Pflegebedürftigkeit in einem Ausmaß, wo eine gemeinsame Betreuung mit  mobilen Diensten der
Hauskrankenpflege vor Ort nicht mehr ausreicht
100
Anlage 1
87
1.3. STELLUNG DES DIENSTES IN DER ANGEBOTSKETTE
Eingebundenheit in ein gemeindepsychiatrisches Betreuungsverbundsystem. Die Kooperation mit
psychiatrischen Kliniken und extramuralen Einrichtungen (psychosozialen Zentren, tagesstrukturierenden
Einrichtungen, arbeitsrehabilitativen Einrichtungen und dergleichen) wie  auch mit niedergelassenen
FachärztInnen für Psychiatrie und PsychotherapeutInnen stellt eine Grundlage des Betreuungskonzeptes dar.
Das Spektrum dieser Dienstleistung erstreckt sich von einem Vorsorgeangebot (Vermeidung von
Wohnraumverlust) bis hin zu einem Nachsorgeangebot (Übergang von stationären bzw. teilstationären
Behandlungs- und Betreuungsformen in eine mobil betreute eigenständigere Wohnform). Ziel ist es, die
größtmögliche Eigenständigkeit der zu betreuenden Personen zu fördern,  wenn möglich von einer begleitenden
zu einer punktuellen bzw. zur Beendigung der Betreuung zu gelangen.
Bei fehlender Voraussetzung für mobile Betreuung/Therapieleistung in Einzelwohnung sind alternative
Leistungsangebote:
·  Betreute Wohngemeinschaften
·  Teilzeitbetreutes Wohnen
·  Vollzeitbetreutes Wohnen
Anwendung des gelindesten Mittels zur Erreichung des Zieles:
Durch die dynamische Anpassung des Hilfebedarfes an die jeweiligen Umstände und den persönlichen Bedarf
der zu betreuenden KlientInnen (bspw. vorübergehende Intensivierung der Betreuung in Krisenzeiten) soll ein
Wechsel des Betreuungsortes (bspw. in eine voll- bzw. teilzeitbetreute Wohneinrichtung) mangels
entsprechender Betreuungsressourcen nach Möglichkeit vermieden werden (Kontinuitätsprinzip).
Um den Übergang aus der Wohneinrichtung in eine selbstständigeWohnform zu fördern, kann mobile
sozialpsychiatrische Betreuung schon während der Auszugsvorbereitung  für einen Zeitraum von maximal 3
Monaten in der Wohneinrichtung bewilligt werden.
2. Leistungsangebot
2.1. GRUNDSÄTZE UND METHODISCHE GRUNDLAGEN
Die sozialpsychiatrische Betreuungsarbeit hat sich insbesondere an folgenden Grundsätzen zu orientieren:
·  Integration
·  Kontinuität
·  Prinzip der Normalisierung
·  Prinzip der Wahrung der Intimsphäre
·  Eigenverantwortung und Selbstständigkeit (Empowerment)
·  Individualität
·  Freiwilligkeit
·  Verpflichtung zur Verschwiegenheit
·  Arbeit in einem multiprofessionellen Team
·  Beziehungsarbeit als tragendes Element
·  Orientierung an der Salutogenese
2.2. GRUNDSÄTZE DER SOZIALPSYCHIATRISCHEN BETREUUNGSARBEIT
Die sozialpsychiatrische Betreuungsarbeit soll insbesondere durch mobile therapeutische Betreuung, Begleitung
und Assistenz Folgendes fördern:
·  Stärkung der Autonomie und Annäherung an das Ziel einer möglichst selbstständigen Lebensform
·  Hilfestellung nach individueller Problemstellung und individuellem Krankheitsverlauf
·  Erarbeitung eines individuellen Betreuungs-/Therapieplanes
·  Erlernen eines angemessenen Umgangs mit der psychosozialen und/oderpsychiatrischen
Beeinträchtigung
·  BezugsbetreuerInnensystem
101
Anlage 1
88
·  Hilfestellung bei der Strukturierung des Tagesablaufes und Alltagsbewältigung
·  Fördern von lebenspraktischen Kompetenzen
·  zielorientiertes Fördern von Ressourcen, deren Erhaltung und (nach Möglichkeit) Erweiterung
·  Förderung der Beziehung zu sich selbst und anderen und der sozialen und gesellschaftlichen Integration
·  Begleiten bei Befindlichkeitsschwankungen und Krisen mit dem Ziel der Bewältigung im ambulanten
oder teilstationären Setting
2.3. LEISTUNGSUMFANG
Die Leistung ist wie folgt zu erbringen:
Stundenweise Betreuung nach jeweiligem Bedarf und Vereinbarung
3. Qualitätssicherung
3.1. STRUKTUR-STANDARDS
3.1.1 Einrichtung
Einrichtungsgröße: Richtwert: Büro für 4 BetreuerInnen, Räumlichkeiten von rund 70-80 m², 2-3 Arbeitsräume
(inklusive Beratungszimmer), hell, gut belüftbar, WC und dergleichen.
Standort und Umgebung des Büros:
Folgende infrastrukturelle Mindestanforderungen sollen erfüllt werden:
·  es ist sicherzustellen, dass den betreuten KlientInnen die Teilnahme am gesellschaftlichen und
kulturellen Leben ermöglicht wird
·  es ist sicherzustellen, dass eine entsprechende Infrastruktur (Geschäfte, ÄrztInnen, Institutionen und
dergleichen) vorhanden ist
·  eine Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz muss vorhanden sein
3.1.2 Fachpersonal
Sozialpsychiatrische Leitung:
Das Leitungspersonal richtet sich nach der Anzahl des Betreuungspersonals.
Maximalwert: 6,7 % Dienstposten je 100 % BetreuerInnendienstposten.
Personalbedarf:
Die für bzw. mit den KlientInnen zu erbringende Leistungszeit wird als unmittelbare Betreuungszeit geführt und
ist leistungsbeschreibungskonform herzustellen.
Multiprofessionelles Team mit verschiedenen sozialpsychiatrischen Fachausbildungen.
Qualifikation:
·  Die Qualifikation des Personals hat den Anforderungen der Leistungsart bzw. der Funktion und der
Ziele der Einrichtung und der dafür formulierten Stellenbeschreibung zuentsprechen. Je nach
Anforderung des konkreten Arbeitsfeldes können (komplementäre) Zusatzqualifikationen erforderlich
sein.
·
Die MitarbeiterInnen müssen eine abgeschlossene Ausbildung (Grundqualifikation) in
Ausbildungseinrichtungen, welche von Bund oder Ländern anerkannt sind (bspw. Universität, Fachhochschule,
Akademie, Bildungsanstalt), vorweisen. Diese Ausbildung muss zumindest 3600 Stunden entsprechen.
MitarbeiterInnen haben, um in dieser Leistungsart als qualifiziert zu gelten, eine der unten angeführten
Ausbildungen nachzuweisen:
102
Anlage 1
89
·  PsychologInnen (mindestens Bakkalaureat), (Dipl.-) SozialarbeiterInnen (der Akademie für
Sozialarbeit oder Fachhochschule für Soziale Arbeit, mindestens Bakkalaureat), Diplomiertes
Psychiatrisches Gesundheits- und Krankenpflegepersonal.
Als Zusatzqualifikation wird eine sozialpsychiatrische Grundausbildung im  Ausmaß von
mindestens 100 Stunden Theorie (berufsbegleitend, Abschluss binnen24 Monaten ab
Beschäftigungsbeginn) empfohlen.
·  PädagogInnen (mindestens Bakkalaureat).
PädagogInnen, die nicht im Zuge der Ausbildung die FächerkombinationPsychiatrie absolviert
haben, gelten als qualifiziert, wenn sie als Zusatzqualifikation eine sozialpsychiatrische
Grundausbildung im Ausmaß von mindestens 100 Stunden Theorie (berufsbegleitend, Abschluss
binnen 24 Monaten ab Beschäftigungsbeginn) absolviert haben.
·  Diplom-SozialbetreuerInnen mit Spezialisierung BB und BA und F.
Ergänzend muss die Ausbildung zur Akademischen Fachkraft für Sozialpsychiatrie oder eine
gleichwertige Ausbildung (60 ECTS, berufsbegleitend) bei Beschäftigungsbeginn abgeschlossen
sein, um in dieser Leistungsart als qualifiziert zu gelten.
Diplom-SozialbetreuerInnen mit Spezialisierung BB und BA und F können im Ausmaß von bis zu maximal 25
% der erforderlichen Dienstposten nach den oben angeführten Voraussetzungen eingesetzt werden. Fachpersonal
in Ausbildung kann in dieser Leistungsart nicht eingesetzt werden.
Für sämtliche Berufe einschließlich der Aus- und Fortbildung gelten die entsprechenden gesetzlichen
Bestimmungen (bspw. GuKG, Psychologengesetz).
Honorarkräfte:
KonsiliarfachärztInnen (zur Unterstützung des Teams): 1,5 Stunden pro  Monat (fallweise Kriseninterventionen
bei den zu betreuenden Personen), sofern deren Kosten durch die Stundensatzfinanzierung abgedeckt werden
können.
3.2. PROZESS-STANDARDS
3.2.1 Organisation
·  Aufbau- und Ablauforganisation müssen in einem Organisationshandbuch dargestellt werden
(Funktionsbeschreibungen, Stellenbeschreibungen).
·  Im Betreuungskonzept hat eine Darstellung und Beschreibung der Ziele und Methoden zu erfolgen.
3.2.2 Dokumentation
Anamnesebogen:
·  pro Person sozialpsychiatrische Anamnese
Betreuungsdokumentation:
·  analog der Basisdokumentation
·  Stammdatenblatt
·  Gesundheitsblatt (Medikamente und Befunde)
·  Betreuungs- und Entwicklungsbericht bzw. Entwicklungsplan
Entwicklungsdokumentation:
analog der Basisdokumentation
Die einrichtungsspezifischeDokumentation hat insbesondere Folgendes zu enthalten:
·  Leistungsdokumentation anhand der Basisdokumentation
·  Dienstpläne
·  Fortbildungspläne des Fachpersonals
·  Anwesenheitslisten der KlientInnen
·  Dokumentation von Teambesprechungen, Teamsupervisionen und Fortbildungen des Fachpersonals
·  sonstige trägerspezifische Dokumente (Dienstjournal, Protokolle und dergleichen)
103
Anlage 1
90
·  Verlaufs- und Entwicklungsdokumentation (Jahresentwicklungsberichte) in Form von organisatorischen
Ablaufdokumentationen
3.2.3 Fachpersonal
Regelmäßige Teambesprechungen sind abzuhalten. Teamsupervisionen  sind verpflichtend und regelmäßig
abzuhalten. Fortbildungen sind verpflichtend und regelmäßig auf allen Ebenen durchzuführen.
Personalentwicklung ist insbesondere sicherzustellen durch:
·  Personalentwicklungskonzept
·  Einschulung neuer MitarbeiterInnen
·  jährliches MitarbeiterInnengespräch
3.3. ERGEBNIS-STANDARDS
·  Jahresentwicklungsberichte sind zu erstellen
·  die Prüfung des individuellen Maßnahmenerfolgs erfolgt über die leistungszuerkennenden Behörden
nach Einholung eines Sachverständigengutachtens je nach Erfordernis .
104
Anlage 1
91
Persönliches Budget (PERS BUD)  VII. A.
1. Funktion und Ziele
1.1. DEFINITION
Kurzbeschreibung:
Persönliches Budget ist eine Geldleistung, mit welcher persönliche AssistentInnen finanziert werden können, um
den Menschen mit Behinderung in die Lage zu versetzen, selbstständigaußerhalb von stationären Einrichtungen
zu leben.
Ziel:
Persönliches Budget soll den Betroffenen die Möglichkeit geben, selbstständig die benötigten AssistentInnen
einzusetzen und zu finanzieren, damit sie selbstbestimmt leben können.
1.2. ZIELGRUPPE
Geschäftsfähige Menschen mit Sinnesbeeinträchtigungen und/oder erheblichen Bewegungsbehinderungen ab
dem vollendeten 18. Lebensjahr, welche die Kompetenz haben, selbst zu entscheiden, wer, wann, wo und wie
die benötigte persönliche Assistenz leistet bzw. geleistet wird sowie darüber entscheiden  können, wer, wofür,
wie viel vergütet bekommt.
1.2.1 Zuweisungskriterien
Menschen mit Sinnesbeeinträchtigungen und/oder erheblichen Bewegungsbehinderungen, welche bei einzelnen
oder allen Tätigkeiten ihres Alltages Hilfe benötigen und keine mobilen Leistungen der Behindertenhilfe in
Anspruch nehmen und nicht in einer stationären Wohneinrichtung untergebracht sind.
1.2.2 Ausschließungsgründe
Die gleichzeitige Inanspruchnahme von Persönlichem Budget mit mobilen Dienstender Behindertenhilfe oder
stationären Wohneinrichtungen ist nicht möglich.
1.3. AUSWAHL DES DIENSTES
Kombinationsmöglichkeiten stundenweise mit LEVO-Leistungen
Vollzeit-betreutes
Wohnen
Trainings-Wohnung
Teilzeit-betreutes
Wohnen
Tagesbegleitung
und Förderung
Teilhabe an
Beschäftigung
Persönliches
Budget
Nein Nein Nein  Ja Ja
Frühförderung
Wohn-assistenz
Familien-entlastung
Freizeit-assistenz
Persönliches
Budget
Persönliches
Budget
Nein Nein Nein  Nein
2. Leistungsangebot
2.1. GRUNDSÄTZE UND METHODISCHE GRUNDLAGEN
Persönliches Budget ermöglicht ein hohes Maß an Wahrung der Privatsphäre und versetzt Menschen mit
Behinderung in die Lage, ihr Leben nach eigenem Lebensstil zu gestalten. Der Mensch mit Behinderung verfügt
über folgende Kompetenzen als Grundlage für den Einsatz des Persönlichen Budgets:
·  Personalkompetenz: Entscheidung darüber, welche Person die Assistenz durchführt
·  Organisationskompetenz: Entscheidung darüber, wann und wie lange bzw. an welchem Ort die
Assistenz erbracht wird
105
Anlage 1
92
·  Anleitungskompetenz: Entscheidung darüber, was gemacht wird bzw. inwelcher Art und Weise die
Assistenz erbracht werden soll
·  Finanzkompetenz: Befähigung über die finanziellen Mittel verfügen zu können
2.2. LEISTUNGSUMFANG
Der Mensch mit Behinderung bestimmt selbst über den Leistungszukauf.
Die Verrechnung erfolgt gemäß den Verrechnungsbestimmungen in Pkt. 2 „Persönliches Budget“ der Anlage 3
der LEVO-StBHG. Zur Auszahlung gelangt der in der Anlage 2 der LEVO-StBHG festgesetzte Stundensatz.
Die Höchstgrenze des zuerkennbaren Stundenkontingentes für Persönliches Budget beträgt 1.600 Jahresstunden.
In begründeten Einzelfällen kann die festgelegte Höchstgrenze überschritten werden.
Der Leistungsumfang ist entsprechend dem Unterstützungsbedarf des Menschen mit Behinderung von der
Bezirksverwaltungsbehörde festzulegen.
Bei der Ermittlung des Stundenkontingentes für Persönliches Budget ist die gesamte Lebenssituation des
Menschen mit Behinderung zu berücksichtigen. Der Mensch mit Behinderung hat in einem
Selbsteinschätzungsbogen unter Berücksichtigung derjenigen Leistungen,die durch das zuerkannte Pflegegeld
bereits abgedeckt sind und einer gegebenenfalls vorhandenen Hilfemöglichkeit durch Angehörige bzw.
PartnerInnen seinen Bedarf an, durch Persönliches Budget abzudeckenden, Assistenzstunden anzugeben.
Persönliches Budget kann für jede Form der persönlichen Hilfen in  den Bereichen Haushalt,
Körperpflege/Grundbedürfnisse, Erhaltung der Gesundheit, Mobilität, Kommunikation und Freizeit eingesetzt
werden, die Menschen mit Behinderung in die Lage versetzt, im eigenen  Privathaushalt ihr Leben
selbstbestimmt und eigenverantwortlich zu führen.
Insbesondere kann Persönliches Budget für Hilfen in folgenden Lebenssphären eingesetzt werden:
Haushalt:
·  Hilfe beim Aufstehen, bei der Morgentoilette, Unterstützen beim Essen, Handreichungen zu Hause
(Kleidung Vorbereiten bzw. Anziehen, Herrichten der Gebrauchsdinge für den Tag, Weggehhilfe bis
zum Beginn des Arbeitsweges
·  nach Hause Kommen, Kochen, Abendtoilette, Vorbereiten für die Nachtruhe; Pflege der Garderobe:
Wäsche
·  Waschen, Bügeln, Einräumen, „kleinere“ und „größere“ Reinigungsarbeiten, Ordnung halten
·  Hilfe bei der Kommunikation, andere Hilfs- und Unterstützungsleistungen (auch bei
unvorhergesehenem Bedarf)
·  (Um-)Gestalten des Wohnraumes, Einkaufen  von „kleineren“/„größeren“ Dingen,  Kochen,
Reparaturarbeiten
·  Wege zu Post, Bank, Behörden, Versicherungen, Organisieren der Hausarbeit, Unterstützen bei
finanziellen Belangen
·  Wartung und Pflege des Autos bzw. anderer Fortbewegungs-(hilfs-)mittelund dergleichen
Freizeit:
·  Begleiten zu Veranstaltungen (Kino, Theater, Konzerte), sportliche Aktivitäten, Hilfe bei Freizeitwegen
zu FreundInnen
·  Erledigen von freizeitbedingten Besorgungen und Erledigungen, Begleiten bei Urlaubsreisen
·  Handreichungen zu Hause in der Freizeit, Kommunikationsunterstützung, Vorlesen und dergleichen
Erhalten der Gesundheit:
·  Hilfe und Unterstützung bei medizinisch notwendigen Versorgungen,Begleiten zu Arzt- bzw.
Therapiebehandlungen, Erledigen von Wegen im Zusammenhang mit Gesundheit (Apotheke, Rezepte
holen)
·  Pflege und Hilfe im Falle von Krankheit, Kommunikationshilfe mit medizinisch/therapeutischem
Personal
·  Besorgen, Reinigen, Instandhalten von med. Geräten/Hilfsmitteln und dergleichen
106
Anlage 1
93
Bürgerschaftlichkeit:
·  Hilfe bei Tätigkeiten im Rahmen von Interessensvertretungen, Wahlen und dergleichen
Sind vorrangig andere Hilfen in Anspruch zu nehmen, wie bspw. im Bereich der Lebenssphäre „Arbeit“, so kann
Persönliches Budget für diese nicht eingesetzt werden (z.B. Arbeitsassistenz des BASB).
3. Qualitätssicherung
3.1. STRUKTUR-STANDARDS
Es handelt sich um eine Geldleistung.
3.1.1 Personal
Der Mensch mit Behinderung bestimmt selbst, wen er zur persönlichen Assistenzheranzieht.
Unterhaltspflichtige Angehörige und andere Angehörige, die mit dem Menschen mit Behinderung in einem
gemeinsamen Haushalt leben, können nicht als AssistentInnen herangezogen werden.
3.2. ERGEBNIS-STANDARDS
Der Mensch mit Behinderung hat die Nachweise der zweckentsprechenden Verwendung des Persönlichen
Budgets sieben Jahre lang aufzubewahren und der Bezirksverwaltungsbehörde gegen Aufforderung vorzulegen.
Diese Nachweise sind in folgender Form zu erbringen:
·  bei Laiendiensten durch Auflistung der erbrachten Assistenzleistungen bzw. geleisteten Stunden. Dieser
Nachweis hat in Form eines von der Bezirksverwaltungsbehörde zur Verfügung gestellten Formulars zu
erfolgen (Formular: „Verwendungsnachweis Persönliches Budget“). Die entsprechenden
Zahlungsbestätigungen sind dem Formular beizulegen
·  in allen anderen Fällen durch im Geschäftsverkehr übliche Belege und Quittungen
107
Anlage 2
1
ENTGELTKATALOG
Kurz-bezeichnung:
Grad der Beeinträchtigung:  Art:  Euro:
I. Stationäre LA:      
A. Vollzeitbetreutes Wohnen für Menschen mit Behinderung  WH BHG  2.) mittel  TS  110,28
3.) hoch  TS  133,19
4.) höchst  TS  147,78
B. Trainingswohnung für Menschen mit Behinderung  TW BHG  1.) leicht  TS  107,66
2.) mittel  TS  120,89
3.) hoch  TS  131,82
C. Teilzeitbetreutes Wohnen  TBEW BHG  1.) leicht  TS  58,82
2.) mittel  TS  75,63
3.) hoch
TS  84,77
II. Teilstationäre LA:      
A. Tagesbegleitung & Förderung  B&F BHG  1.) leicht  TS  75,19
1.) leicht (SeniorInnen-Status)  TS  71,98
2.) mittel  TS  75,19
2.) mittel (SeniorInnen-Status)  TS  71,98
3.) hoch  TS  147,63
3.) hoch (SeniorInnen-Status)  TS  140,64
4.) höchst  TS  200,16
4.) höchst (SeniorInnen-Status)  TS  189,50
B. Teilhabe an Beschäftigung in der Arbeitswelt  TaB BHG
1.) leicht  TS  68,40
2.) mittel  TS  68,40
3.) hoch  TS  106,61
4.) höchst  TS  106,61
III. Mobile LA:      
A. Interdisziplinäre Frühförderung und Familienbegleitung  IFF    SS  41,89
B. Interdisziplinäre Sehfrühförderung und Familienbegleitung  IFF-Seh    SS  43,15
C. Interdisziplinäre audiologische Frühförderung und
Familienbegleitung
IFF-Hör    SS  43,15
D. Wohnassistenz  ASS-W    SS  35,99
E. Familienentlastungsdienst  FED BHG    SS  34,20
F. Freizeitassistenz  ASS-F    SS  18,94
Pflege- und Betreuungszuschlag:
Maximum: 35% Betreuerdienstposten zu I. Stationäre LA:
Zuschlag auf
TS  43,67
1% Betreuerdienstposten zu I. Stationäre LA:
Zuschlag auf  TS  1,25
Maximum: 30% Betreuerdienstposten zu II. Teilstationäre LA:
Zuschlag auf  TS  55,76
1% Betreuerdienstposten zu II. Teilstationäre LA:
Zuschlag auf
TS  1,83
Sozialpsychiatrische Leistungsarten:
IV. Stationäre LA:      
A. Vollzeitbetreutes Wohnen für psychisch beeinträchtigte
Menschen
WH PSY    TS  130,10
B. Teilzeitbetreutes Wohnen für psychisch beeinträchtigte
Menschen
TZW PSY    TS  103,71
C. Betreute Wohngemeinschaft für psychisch beeinträchtigte
Menschen
SPWG PSY    TS  58,51
V. Teilstationäre LA:      
Beschäftigung in Tageseinrichtungen in Form von:      
A. Beschäftigung in Einrichtungen für psychisch beeinträchtigte
Menschen
BT PSY    TS  97,54
VI. Mobile LA:      
A. Mobile sozialpsychiatrische Betreuung  MS-BET PSY    SS  45,31
Geldleistung:
VII.    
A. Persönliches Budget  PERS BUD    SPS  24,20
TS=Tagsatz, SS=Stundensatz, SPS=Stundenpauschalsatz  
108
Anlage 2
2
Mobile und Ambulante Leistungen:
Minutensätze und Selbstkostenbeitragsberechnung:
Kurz-bezeich-nung:
Stunden-satz:
Minutensatz:
Minutensatz
bei MfB:
SK:
III.A. Interdisziplinäre Frühförderung und
Familienbegleitung
IFF  € 41,89  € 0,698  € 0,908  nein
III.B. Interdisziplinäre Sehfrühförderung und
Familienbegleitung
IFF-Seh  € 43,15  € 0,719  € 0,935  nein
III.C. Interdisziplinäre audiologische Frühförderung und
Familienbegleitung
IFF-Hör  € 43,15  € 0,719  € 0,935  nein
III.D. Wohnassistenz  ASS-W  € 35,99  € 0,600  € 0,780  ja
III.E. Familienentlastungsdienst  FED BHG  € 34,20  € 0,570  € 0,741  ja
III.F. Freizeitassistenz  ASS-F  € 18,94  € 0,316  € 0,410  ja
VI.A. Mobile sozialpsychiatrische Betreuung
MS-BET
PSY
€ 45,31  € 0,755  € 0,982  nein
MfB: Mehrfachbetreuung
SK: Selbstkostenbeitrag
Zeitenverrechnung -
Maximalzeitenberechnung
der MB:
UB in
Minuten:
MB - Maximal
verrechenbar bis zu x
Prozent von der
variablen Minutenzeit
der UB:
FZ in
Minuten:
FK in Kilo-meter:
III.A. IFF  variabel  50%  variabel  variabel
III.B. IFF-Seh  variabel  50%  variabel  variabel
III.C. IFF-Hör  variabel  50%  variabel  variabel
III.D. ASS-W  variabel  18%  variabel  variabel
III.E. FED  variabel  18%  variabel  variabel
III.F. ASS-F  variabel  0%  variabel  variabel
VI.A. MS-BET PSY  variabel
100% (1-150 BS)
75% (151-250 BS)
50% ( >250 BS)
variabel  variabel
(variabel: veränderliche Kosten)  UB: Unmittelbare Betreuung  
(BS: Für die Berechnung der mittelbaren
Zeiten ist das Jahresstundenkontingent des    MB: Mittelbare Betreuung  
Individualbescheides nach den jeweils
anwendbaren Prozentsätzen heranzuziehen.        FZ: Fahrtzeit zur UB
Nach Ablauf des Jahresstundenkontingentes
beginnt die Verrechnung der mittelbaren
Betreuungszeit von neuem mit 100% nach der
oben angeführten Abstufung.)
FK: Fahrtkosten zur UB
UB:  MB:  FZ:  FK:
Selbstkostenbeitrag:  10%  10%  Pausch:
FZ und FM Selbstkostenbeitrag –Pauschale je Einheit(Pauschalenberechnung ab 5 Kilometer):  € 0,87
Pausch: Pauschalbetrag.
Berechnungsgrundlage zur Pauschalierung der FZ-Selbstkostenbeitrags - Pauschale je Einheit:
Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 53 km/h, ergibteine Richtzeit von etwa 1,13 Minuten FZ je Kilometer; 5 Kilometer x 1,13
Minuten x 10%.
Kilometergeld:  Kilometersatz
1 Kilometer:  € 0,420
1 Kilometer - inklusive mitgenommener KlientIn:  € 0,470
109
Anlage 3
1
AB- UND VERRECHNUNGSBESTIMMUNGEN
1.  Rechnungslegungsbestimmungen:
1.1.  Rechnungslegung:
Die Rechnungslegung erfolgt nach Ablauf des Monats und nach  erbrachter Leistung.
Eine zusammengefasste Abrechnung von 2 Monaten ist zulässig (das Zahlungsziel beträgt 30
Tage).
1.2.  Rechnungslegung stationäre Leistungsarten –Teilzeit und Vollzeit:
1.2.1.  Die Verrechnung der Leistungsentgelte erfolgt tageweise (Tagsatz) je Mensch mit Behinderung
und  zuerkannter Leistungsart, wobei jeweils teilstationäre/vollstationäre  Leistungsarten
getrennt zu verrechnen sind.
1.2.2.  Je nach Leistungsinhalt ist bei vollstationären Einrichtungen  von 365 (ausgenommen das
Schaltjahr)  verrechenbaren Tagen, bei teilstationären Einrichtungen von 248
verrechenbaren Betriebstagen  (Arbeitstagen) je Mensch mit Behinderung auszugehen. So
genannte (Regel-)Schließzeiten sind  unzulässig.  Sonderbetriebsformen (z.B.: schulzeitlich
geführte Leistungsarten) sind vertraglich mit dem Land  festzulegen und dann entsprechend den
vertraglichen Regelungen abzurechnen.  Verrechenbar  sind  immerdie zum  Kalenderjahr
real  geleisteten  Betriebstage  (Jahrestage, Arbeitstage, Schultage).
1.2.3.  Der Ein- und Austrittstag der Menschen mit Behinderung bei
teilstationären/vollstationären Leistungsarten ist zur Verrechnung zu bringen.
1.2.4.  Die Leistungserbringer von voll- und teilstationären Leistungsarten sind verpflichtet, bei
der  Rechnungslegung für den entsprechenden Abrechnungszeitraum die Anwesenheitsliste
beizulegen.
1.2.5.  Je betreutem Menschen mit Behinderung sind alle Anwesenheitstage  und Abwesenheitstage
pro Monat in Anwesenheitslisten gesondert auszuweisen, wobeiAbwesenheitstage, wie
Urlaub,  Krankheit, Arbeitserprobung oder sonstige Abwesenheiten gesondertanzuführen sind.
Bei der Hilfeleistung  „Teilhabe an Beschäftigung in der Arbeitswelt“ist bei den Aufzeichnungen
die Anwesenheit der betreuten Menschen mit Behinderung in Räumlichkeiten anderer Firmen bzw.
Organisationen gesondert auszuweisen.
1.2.6.  Für die Genehmigung von verrechenbaren ganztägigen Abwesenheiten (Punkt 1.2.9.5. und
1.2.10.3.)von  Menschenmit  Behinderung  sind  die
leistungszuerkennenden Bezirksverwaltungsbehörden zuständig.
1.2.7.  Bei genehmigten ganztägigen Abwesenheiten (Punkte 1.2.9.5. und 1.2.10.3.) sind die
Tagsätze bei Tagesbetreuungsleistungen um 10% und bei Wohnversorgungsleistungen um 7%
zu reduzieren.  Bei Leistungsarten für psychisch beeinträchtigte Menschen (Anlage 2, Punkt IV
und V) sind nach Genehmigung von Abwesenheiten die Tagsätze in
Tagesbetreuungsleistungen um 14% und bei Wohnversorgungsleistungen um 5% zu reduzieren.
1.2.8.  Beitageweiser Wohnversorgung und/oder nicht ununterbrochener T agesbetreuung (je
nach Leistungsinhalt z.B. unterstützte Beschäftigung für psychischBeeinträchtigte/
teilzeitbetreutes  Einzelwohnen für psychisch beeinträchtigte Menschen und dergleichen) erfolgt
die Abrechnung nur in Form der festgelegten Tagsätzeje Leistungsart, welche auch tatsächlich
in Anspruch genommen wird. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass im konkreten
Leistungszuerkennungsbescheid das Ausmaß der Betreuungstage  pro Woche genau
festgelegt ist. Bei diesen Sonderformen der  Betreuung  können  sinngemäß  auchnur
für  die  bescheidmäßig  zuerkannten  Wohn-  und  Betreuungstage der genau berechnete
aliquote Anteil an Urlaubstagen sowie krankheitsbedingten  Abwesenheitstagen verrechnet
werden.  Nur an tatsächlich vorgesehenen Betreuungstagen kann auch  Urlaub konsumiert oder
Krankenstand in Anspruch genommen werden.
110
Anlage 3
2
1.2.9.  Abwesenheit durch Urlaub:
1.2.9.1.  Bei  Leistungsartenin  teilstationären  Betrieben  (248  Betriebstage)  kannein  Mensch
mit Behinderung maximal 30 Arbeitstage pro Jahr gegen Verrechnung beurlaubt werden.
1.2.9.2.  Tritt ein Mensch mit Behinderung während des Jahres in eine teilstationär geführte Einrichtung
ein, so gebühren aliquot je vollem Monat 2,5 Urlaubstage, die sich ergebende Anzahl von
Urlaubstagen ist immer auf volle Tage aufzurunden.
1.2.9.3.  Bei Leistungsarten in vollstationären Einrichtungen (365 Betriebstage) kann eine
urlaubsbedingte Abwesenheit von Menschen mit Behinderung  von maximal 37 Tagen pro Jahr
verrechnet werden.
1.2.9.4.  Tritt ein Mensch mit Behinderung während des Jahres in  eine vollstationär geführte
Einrichtung  ein, so können aus urlaubsbedingter Abwesenheit aliquotje vollem Monat 3 Tage
verrechnet werden.
1.2.9.5.  Aufgrund wichtiger persönlicher und familiärer Gründe kann von der
leistungszuerkennenden Bezirksverwaltungsbehörde über einen entsprechend begründeten
Antrag des Menschen mit Behinderung oder des gesetzlichen Vertreters(Sachwalters)
ein zusätzlicher Sonderurlaub bei  vollstationärer bzw. teilstationärer Betreuung gegen
Verrechnung der Leistungsentgelte genehmigt werden.
1.2.10.  Krankheitsbedingte Abwesenheiten:
1.2.10.1.  Maximal 3 aufeinander folgende Arbeitstage als krankheitsbedingte Abwesenheit des
Menschen mit Behinderung bedürfen keiner ärztlichen Bestätigung; in diesem Falle können die
Leistungsentgelte in  voller Höhe verrechnet werden. Diese krankheitsbedingten
Abwesenheiten bedürfen nur der Dokumentation in der Anwesenheitsliste.
1.2.10.2.  Bei einer krankheitsbedingten Abwesenheit von 4 und höchsten 25 ununterbrochenen
Arbeitstagen/vollstationären Betreuungstagen können die Leistungsentgelte dann verrechnet
werden, sofern für die  Zeit ab dem vierten Arbeitstag eine ärztliche Bestätigung in der
Einrichtung aufliegt und in Kopie der  leistungszuerkennenden Bezirksverwaltungsbehörde
zugemittelt wird. Bei einer  weiteren  krankheitsbedingten Abwesenheit zwischen 26 und
50 ununterbrochenen Arbeitstagen ist eine neuerliche ärztliche Bestätigung einzuholen und
in der Einrichtung aufzulegen und in Ablichtung  der leistungszuerkennenden
Bezirksverwaltungsbehörde zuzumitteln. Wird bei einer Prüfung durch die
Bezirksverwaltungsbehörde festgestellt, dass die ärztlichen Bestätigungen fehlen, so kann der
Träger kein Leistungsentgelt verrechnen, bei bereits verrechneten Leistungsentgelten sind
diese zurückzuerstatten.
1.2.10.3.  Auf  das  Kalenderjahr  dürfen  nicht  mehr  als  insgesamt  50  Tage  als
krankheitsbedingte  Abwesenheitstage verrechnet werden. Bei Vorliegen besonderer
Umstände kann über einen rechtzeitig eingebrachten, dementsprechend begründeten Antrag
des Menschen mit Behinderung  (gesetzlichen   Vertreters,  Sachwalters)die
Bezirksverwaltungsbehörde   auch  mehr  als50  verrechenbare Arbeitstage genehmigen und
zur Verrechnung bringen.
1.2.11.  Verrechnung sonstiger Abwesenheitszeiten:
1.2.11.1.  Bei vollstationären Einrichtungen können sonstige Abwesenheitenam Wochenende
(Samstag, Sonntag) und an gesetzlichen Feiertagen zur Abrechnung gebracht werden.
1.2.11.2.  Bei Berufsschulaufenthalten bzw.  sonstigen Ausbildungsmaßnahmen mit einer
Wohnunterbringung außerhalb  der  Einrichtung  der  Behindertenhilfe  sind  dazu
anfallende  Kosten  vom Leistungserbringer über den reduzierten ( Punkt 1.2.7.) Tagsatz zu
übernehmen. Berufsschulaufenthalte bzw.  sonstige  Ausbildungsmaßnahmen   sindim
Rahmen  der  Rechnungslegung  der Bezirksverwaltungsbehörde mitzuteilen.
1.2.12.  Taschengeld:
1.2.12.1.  Anspruch auf Taschengeld: Die Zuerkennung einer Hilfeleistung gemäß § 8 und § 16 (StBHG)
für den Menschen mit Behinderung beinhaltet den Anspruch auf das monatliche Taschengeld.
Ein gesonderter Antrag des Menschen mit Behinderung um Zuerkennung  des Taschengeldes
ist nicht erforderlich, da der Anspruch gemäß § 8 Abs.3 und § 16 Abs. 2,  ableitbar ist.  Das
Taschengeld ist als Abgeltung für die Leistungen des Menschen mit Behinderung im Rahmen
der Beschäftigung im Sinne des Normalisierungsprinzips verrechenbar.
1.2.12.2.  Höhe des Taschengeldes: Die Höhe des Taschengeldes beträgt bei der Hilfeleistung gemäß
§ 8 StBHG 15% (bzw. 20%) und gemäß § 16 StBHG 10% des Richtsatzes eines alleinstehend
Unterstützten nach der Verordnung über die Höhe der Richtsätze für die Hilfe zum
Lebensunterhalt  nach  dem  Steiermärkischen  Behindertengesetzje  Monat  bei
voller Inanspruchnahme der Beschäftigung in der Einrichtung.
111
Anlage 3
3
1.2.12.3.  Aliquotierung des Taschengeldes: Der Anspruch auf Taschengeld ist für den Menschen
mit Behinderung von der Beschäftigung in der Einrichtung abhängig. Bei nachstehend
angeführten Gründen ist die Höhe des Taschengeldes verringert bzw. aliquotiert verrechenbar:
ß  Eintritt in eine Einrichtung während des Monats;
ß  Austritt aus einer Einrichtung während des Monats;
ß  Überschreitung der maximal verrechenbaren Tage bei langen Krankenständen
[25 (Arbeits-)Tage ununterbrochen bzw. 50 (Arbeits-)Tage p.a. überschritten];
ß  Überschreitung der maximal verrechenbaren Tage für Urlaube (30 Tage p.a.);
ß  bei einem auf bestimmte Wochentage durch Bescheidfestgelegten Betreuungsschema;
ß  bei einem auf ein bestimmtes Tagesstundenausmaß  durch Bescheidfestgelegtes
Betreuungsschema.
Berechnung bzw. die Aliquotierung des Taschengeldes: Monatliches Taschengeld dividiert
durch die Einrichtungsöffnungstage (Beschäftigungstage) des Monats multipliziert mit den
tagsatzverrechenbaren Tagen des Menschen mit Behinderungdes Monats, multipliziert
mit dem Tagesstundenäquivalent (8 Stunden = 100%, 4 Stunden = 50%, usf.)
1.2.12.4.  Die Einrichtung bzw.  der Träger der Einrichtung verrechnet das Taschengeldfür den Menschen
mit Behinderungim  Zuge  der  monatlichen  Tagsatzrechnungslegung   mit  der
zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde .  Das für den Menschen mit Behinderung verrechnete
Taschengeld ist in  gleicher Höhe (eine verteilte Übergabe  –bspw. wöchentlich  –ist
durchführbar) an diesen  weiterzugeben. Die  Taschengeldauszahlung  durchdie
Einrichtung  ist  vom  Menschenmit  Behinderung zu bestätigen. Die Dokumentation der
Taschengeldauszahlung ist in der Einrichtung aufzulegen undkann von der
leistungszuerkennenden Bezirksverwaltungsbehörde eingesehen werden.
1.3.  Rechnungslegung mobile und ambulante Leistungsarten:
1.3.1.  Die Verrechnung der Leistungsentgelte erfolgt nach Leistungszeit
(Stundensatz/Minutensatz) je Mensch mit Behinderung und zuerkannter Leistungsart, wobei
jeweils zwischen mobilen und ambulanten Leistungsarten getrennt zu verrechnen ist.
1.3.2.  Die Rechnungslegung bei mobilen und ambulanten Leistungsarten hat je Mensch mit
Behinderung und zuerkannter Leistungsart getrennt nach unmittelbarer Betreuungszeit, der
allfälligen mittelbaren Betreuungszeit, der allfälligen Fahrtzeitund der Bekanntgabe der
allfällig gefahrenen Kilometer zu erfolgen.  Fahrtkosten sind ausschließlich im Rahmen der
unmittelbaren mobilen Betreuungsleistung beim Menschen mitBehinderung verrechenbar
(innerbetriebliche Fahrtkosten, wie Behördenwege, Kosten aus Fortbildung und Supervision,
Kosten aus der interdisziplinären Zusammenarbeit, sind im Stundensatz inkludiert).
1.3.3.  Der  Rechnungslegung  sind  Betreuungsnachweise  beizuschließen,  welchedie
unmittelbare Betreuungszeit durch den betreuten Menschen mit Behinderung oder seinem
gesetzlichen Vertreter nachweisen.  Die  Dokumentation  von  allfälligen  mittelbaren
Betreuungszeiten,  allfälligen  Fahrtzeiten und allfällig gefahrenen Kilometern (Fahrtenbuch)
ist aufzulegen und kann von der  leistungszuerkennenden Bezirksverwaltungsbehörde
eingesehen werden.
1.3.4.  Die Verrechnung von Betreuungsentfallzeiten aus Krankheit bzw. sonstige Abwesenheiten
der KlientInnen ist unzulässig.
1.3.5.  Die Verrechnung der Leistungszeiten eines Betreuers/der Betreuer hat je betreutem Menschen
mit Behinderung entsprechend der BetreuerInnendokumentation(en) wie folgt zu erfolgen:
112
Anlage 3
4
1.3.5.1.  Das Rechnungsformular:
Leistungsart
Abrechnungszeitraum:  Datum von bis
BetreuerIn:  Nachname (+)
Betreute/r KlientIn:
mitbetreute KlientInnen:
Fahrt/   Anzahl –
Kilometer:  Einheiten
gemäß Zuerkennungsbescheid –Gesamt:  Min
nach bereits erfolgten Verrechnungen verbleibend (Brutto):  Min
UB Gesamt:  Anzahl  Min
davon vor Ort bzw. ambulant:  Min
davon im Rahmen einer Fahrt:  Min
Stundenkontingent unmittelbare Betreuung verbleibend (Netto):  Min
MB Gesamt:  Min
FM Gesamt:
Fahrtmittel öffentliches
Verkehrsmittel:
Fahrtmittel Sonstige:
Fahrtmittel PKW:
Kilometer zur Leistungserbringung vor-
Ort:
Kilometer im Rahmen der UB mit der
Klientin/dem Klienten:
FZ zur unmittelbaren Betreuung:
Selbstkostenbeitrag Gesamt:
abzüglich Selbstkostenbeitrag 10% von Summe UB und Kosten MB:
abzüglich Selbstkostenbeitrag –Fahrtpauschale (Fahrtmittel und Fahrtzeit):
Summe:
10% USt.:
Gesamt:
Das Rechnungsformular kann entsprechend der zu verrechnenden Leistungsart adaptiert werden als
nicht an-/abrechenbare Zeilen/Inhalte (bspw. Selbstkostenbeitrag) weggelassen werden können. Zeilen, die
im vorangeführten Rechnungsformular mit grauer Farbe dargestellt werden, sind grundsätzlich über die
Rechnungslegung auszuweisen (Ausnahme: Verrechnung vonambulanten  Leistungen betreffend
Fahrtkosten). Die zeilenweise Reihung der Verrechnungsinhalte sowie die  spaltenweise Reihung der
verrechnungsrelevanten Faktoren sind beizubehalten. Sonstige trägerspezifische Merkmale wie  bspw.
Briefpapier,  eigene  Formatierungen,  verrechnungsrelevante   Inhalte  (Bankverbindung,
Rechnungsnummer, usf.) können selbst gestaltet werden.
Nachname, Vorname
Ja/Nein
Kosten:
Summe UB
Kosten
Kosten
KostenMB
Summe FM
Kosten
Kosten
Summe PKW
Kosten
Kosten
Kosten FZ
- Summe SK
- Kosten
- Kosten
Summe
Kosten
Summe
Grundpreis à
Minute/KM:
0,420
0,470
Kontingent/
Zeit in
Minuten:
KM  Anzahl
KM
KM
AnzahlMin
113
Anlage 3
5
1.3.5.2.  Die Zeitenverrechnung:
Die Angabe der Leistungszeiten der Betreuerin/des Betreuers hat in Minuten zu erfolgen. Die Anlage 2
der LEVO weist die verrechenbaren Minutensätze je mobiler/ambulanter Leistungsartaus.
Im Rahmen der  unmittelbaren Betreuungist die Zeitenverrechnung entsprechend der
BetreuerInnendokumentationen undder  beizulegenden  Zeitenbestätigungen  durchzuführen.
Abzurechnen  sind  die  real  erbrachten  Leistungszeiten der Betreuerin/des Betreuers. Gemäß Punkt
1.3.4. sind die Verrechnung von Betreuungsentfallzeiten aus  Krankheit bzw.  sonstige Abwesenheiten
der KlientInnen unzulässig.  Durch BetreuerInnen unbeeinflussbare bzw.  eine aus Krisen  hervorgehende
Betreuungsverweigerung  durch  den  Menschen  mit  Behinderung  (z.B.:im  sozialpsychiatrischen
Bereich) und somit bei gleichzeitigem nicht Zustandekommender unmittelbaren Betreuung sind die
aufgewendeten Fahrtzeiten und die aufgewendeten Fahrtmittelkosten über entsprechende Begründung
durch den Träger/Leistungserbringer verrechenbar.
Beispiel:Interdisziplinäre Frühförderung und Familienbegleitung (III. A.)entsprechend Verrechnungsformular,
Leistung  –2 Einheiten à 90 Minuten, Minutensatz 0,698.
Kontingent/
Anzahl - EinheitenZeit in
Minuten:
gemäß Zuerkennungsbescheid –Gesamt:  900
nach bereits erfolgten Verrechnungen verbleibend (Brutto):  900
UB Gesamt:  180
davon vor Ort bzw. ambulant:  180
davon im Rahmen einer Fahrt:  0
Stundenkontingent unmittelbare Betreuung verbleibend (Netto):  720
Die Leistungszeiten der  mittelbaren Betreuungsind bis zur Höhe der in der Anlage 2 der LEVO
„Mittelbare  Betreuung  –Maximalverrechnung“angeführten prozentuellen Faktoren verrechenbar. Diese
sind in Bezug zur Leistungszeit der unmittelbaren Betreuung zu setzen.  Somit ist eine pauschale Bewertung
der Leistungszeiten der mittelbaren Betreuung gewährleistet. Im Rahmen der Rechnungslegung durch die
Träger/Leistungserbringer  könnendie  prozentuellen  Faktoren  angewendet  werden  (ohne  Bezug
auf  direkten  KlientInnen-  und Rechnungslegungszeitraum) .  Jedenfalls sind die prozentuellen Faktoren
trägerspezifisch im Konnex zum realen durchschnittlichen Zeitaufwand zu bewerten und entsprechend zur
Verrechnung zu bringen.
Familienentlastungsdienst entsprechend Verrechnungsformular, Leistung  –1 Einheit à 240
Minuten, Minutensatz 0,570;
Berechnung mittelbare Betreuungszeit: 240 Minuten UB Gesamt x 18%= 43 Minuten.
Kontingent/
Zeit in
Minuten:
43
Beispiel 2:Mobile Frühförderung entsprechend Verrechnungsformular,  Leistung  –2 Einheiten à 90
Minuten, Minutensatz 0,698;
Berechnung mittelbare Betreuungszeit: 180 Minuten UB Gesamtx 50%= 90 Minuten.
Kontingent/
Zeit in
Minuten:
MB Gesamt:
Leistungszeiten im Rahmen der  Fahrtzeitsind entsprechend den Fahrtenbuchaufzeichnungen und der
BetreuerInnendokumentation verrechenbar.
Grundpreis à
Minute/KM:
0,698
0,698
0,698
Kosten:
125,82
125,82
0
2
Grundpreis à
Minute/KM:
0,570
Kosten:
24,51
Grundpreis à
Minute/KM:
0,698
Kosten:
62,82  90
MB Gesamt:
114
Anlage 3
6
1.3.5.3.  Die Fahrtmittelverrechnung (Kilometerverrechnung):
Abzurechnen sind die tatsächlich zurückgelegten Kilometer für die Hin- und Rückfahrt zur bzw.
von der unmittelbaren Betreuung. Fahrtkosten im Rahmen der unmittelbaren Betreuung können nur mit
entsprechender Genehmigung über den Zuerkennungsbescheid verrechnet werden und sind im
Rechnungsformular gesondert auszuweisen.
Im Rahmen der Erbringung von ambulanten Leistungen können keine Kosten für Fahrtzeit bzw.
Fahrtmittelkosten verrechnet werden.
Die Übernahme der Fahrtkosten für den Menschen mit Behinderung erfolgt grundsätzlich für den
seiner Wohnadresse nächstliegenden Leistungserbringer/Träger unter Bedachtnahme freier
Betreuungskapazitäten. Wird unbegründet ein Leistungserbringer nicht aus dem Nahebereich der
Wohnadresse des Menschen mit  Behinderung mit der Leistungserbringung beauftragt, sind entstehende
Mehrkosten (Vergleich nächstgelegener Leistungserbringer) vomMenschen mit Behinderung selbst zu
tragen.
Es können nur Fahrtzeiten und gefahrene Kilometer zur Abrechnung gebracht werden, welche den
Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit, Sparsamkeit und Zweckmäßigkeit entsprechen.  Dies betrifft die Wahl
des Verkehrsmittels  genauso wie die Einteilung der Fahrten. Der Träger/Leistungserbringer hat dafür zu
sorgen, dass bei der  Fahrteinteilung  so  vorgegangen  wird,  dass  nach  Möglichkeitbei
entsprechender  örtlicher  Nähedie  Betreuungseinheiten nacheinander und am selben Tag durchgeführt
werden.  Die jeweils kürzesten Fahrtstrecken sind unter Beachtung des Dienstortes, bzw. des
Hauptwohnsitzes des konkreten Leistungserbringers im Rahmen der unmittelbaren Betreuungsleistung am
Menschen mit Behinderung verrechenbar.  Ausgangspunkt für die Fahrtabrechnung ist je nach Nähe zum
Einsatzort der Wohnort bzw.  der Dienstort  der Betreuerin/des Betreuers.  Für die  Benützung des
Kraftfahrzeuges wird das jeweils gültige amtliche Kilometergeld pro gefahrenen Kilometer  refundiert,
bei Benützung öffentlicher Verkehrsmittel