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Kinder und Jugendliche schützen und stärken

Liebe Mitglieder!

 

Im Anhang habe ich euch den Bericht des österreichischen Präventionskongresses 2016 geschickt.  

 

 

www.praeventionskongress.at

PS: Die Dokumentation des Präventionskongresses ist mittlerweile unter „Archiv“ online abrufbar! 

 

 

 

5. Österreichischer Präventionskongress

 

Ich habe zehn „Highlights“ aus den Referaten und Praxisforen der 19 internationalen ReferentInnen zum Kongressthema gesammelt:

 

1. Warum sprechen Kinder und Jugendliche nicht über häusliche Gewalt?
„Weil man die Eltern nicht gerne schlecht macht vor anderen Leuten!“ (Mädchen, 16 Jahre)
„Weil man dann Angst hat, dass man von den Eltern weggenommen wird oder was dann mit den Eltern passiert!“ (Mädchen 15 Jahre)
„Weil sie dann die Eltern fragen, ob das stimmt. Dann wissen die Eltern, dass das das Kind erzählt hat. Vielleicht wollen die Eltern nicht, dass das andere wissen!“ (Bub 12 Jahre)

 

2. Spannungsfelder in denen sich Kinder bewegen
Kinder und Jugendliche sind auf sich allein gestellt, da die Eltern vom Konflikt absorbiert sind, sie versuchen die Gewalt zu verhindern, räumen auf, versorgen die Wunden ..., sie sorgen sich um (jüngere) Geschwister, sind isoliert und wahren das Familiengeheimnis

 

Ohne Resonanz in Beziehungen gibt es keine normale Entwicklung, kein Gefühl für und keine Vorstellung von Sicherheit!

 

3. Die Perspektive der Kinder
Kinder und Jugendliche prägen Angst | Ohnmacht | Hilflosigkeit | Trauma | Scham | Schuldgefühle | Schweigegebote | Isolation

 

4. Identität und häusliche Gewalt
Das Miterleben häuslicher Gewalt bedeutet für die Kinder und Jugendlichen eine tiefgreifende emotionale Verunsicherung, die sich in der gesamten Entwicklung der Kinder und auch als Erwachsene spiegelt.

 

5. „Gesicherte“ Aussagen zur Epidemiologie
Die Dimensionen von Kindesmisshandlung sind enorm, multiple Viktimisierung ist eher die Regel, Vernachlässigung ist häufigste Form der Misshandlung und Mädchen werden häufiger sexuell missbraucht

 

6. Aufwachsen im Kontext von Gewalt
Wenn Gewalt und Willkür den Ort, wo Sicherheit und Geborgenheit erlebt werden sollte, beherrscht, können Kinder in ihrem Vertrauen grundlegend erschüttert und in ihrer Entwicklung und Entfaltung massiv beeinträchtigt werden. (Strasser 2006)

 

7. Gravierendes Defizit:
Das bedeutet laut Statistik der Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie 2015 für Wien: Jene 474 Kinder und Jugendlichen, die selbst unmittelbar von Gewalt betroffen waren, erhielten Unterstützung. Jene 5733 Kinder, die 2015 in Wien im Zusammenhang mit Betretungsverboten nur mittelbar von Gewalt zwischen ihren Eltern betroffen waren, konnten dagegen mangels gesetzlichen Auftrags und Ressourcen nicht betreut werden.

 

8. Was fällt in der Schule auf?
Chronische Müdigkeit, Absentismus (häufige Krankheiten), Zerstreutheit (Konzentration, Aufmerksamkeit), Verletzungen und depressive Verstimmungen u.a.

 

9. Folgen für Kinder allgemein:
Mindestens 80 % der Kinder erscheinen allein durch Zeugenschaft deutlich belastet. Das Risiko psychischer Erkrankungen ist verdreifacht und es gibt mehr internalisierende (stille) als externalisierende (laute) Störungen. Das Risiko für akute Belastungsstörung, bis zu Traumatisierung (PTSD) ist hoch.

 

99 Prozent der Kinder Jugendlichen hören, sehen und spüren häusliche Gewalt!

 

10. Bilanz:
Insgesamt lassen sich die Kosten relativ präzise zu schätzen. Man gelangt nach einer aktuellen Schweizer Studie so zu Kosten von total rund 200 Millionen CHF pro Jahr. Diese steigen auf 546 Millionen CHF bei einer Prävalenzrate von 5 %.